Handball Champions League im neuen Format

In diesem Herbst hat die Handball Champions League in einem völlig neuen Format angefangen und zwar mit mehr Vereinen und mit einem völlig neuen Ansatz der Gruppenphase, die immer noch aus vier Gruppen besteht. Bisher hatten wir auch vier Gruppen, aber mit jeweils sechs Gruppenteilnehmern, von denen vier erfolgreichste Vereine ins Achtelfinale gegangen sind. Ganz am Ende der Handball-CL hatten wir Final Four Turnier in Köln, bei dem der CL-Sieger ausgespielt wurde. Der EHF-Verband war mit diesem Format nicht zufrieden und deshalb gibt es jetzt einige Änderungen. Das Hauptziel des neuen Formats ist die Chance für die Meister der kleineren Ligen auch an der Handball-CL teilzunehmen. Es wurde viel von der UEFA-CL abgeschaut, was bedeutet, dass wir in den Qualifikationen viele Duelle der Dritt- und Vierplatzierten der großen Ligen zu sehen bekommen, während wir in einem anderen Auslosungstopf die Meister der kleineren Ligen haben, die unter sich die Teilnehmer der Gruppenphase ausspielen. Zur Erinnerung: vorher gab es auch Qualifikationsspiele, aber mit gerade mal vier Teams, von denen nur ein Verein in die Gruppenphase eingezogen ist.

Besondere Behandlung der „Besten“

Diese Saison treten in der Gruppenphase 28 Vereine auf und sie sind in vier Gruppen eingeteilt, wobei zwei Gruppen jeweils acht Teilnehmer haben, während die anderen zwei Gruppen nur sechs Teilnehmer haben. In den ersten beiden größeren Gruppen befinden sich die besten Vereine, die ehe seit Jahren an der Handball-CL teilnehmen und in den beiden kleineren Gruppen sind die vermeindlich schwächeren Vereine. Man kann sogar sagen, dass wir eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft haben, da die beiden kleineren Gruppen eher zweitklassig im Vergleich zu den beiden größeren Gruppen sind. All dies dient dem Ziel ungleiche Spiele zu vermeiden, in denen ein haushoher Favorit auf einen klaren Außenseiter trifft.

Um im Achtelfinale solche Duelle zu vermeiden, entschied man sich die beiden Gruppensieger der beiden größeren Gruppen direkt ins Viertelfinale einziehen zu lassen, während die Gruppenplätze 2 bis 6 „nur“ ins Achtelfinale einziehen. Dies bedeutet, dass nach der Gruppenphase nur jeweils zwei Gruppenteilnehmer ihre Koffer packen müssen. In den beiden kleineren Gruppen kommen nur die ersten Zwei weiter, was bedeutet, dass jeweils vier Vereine der kleineren Gruppen nach Hause fahren dürfen. Diese relativ komplizierte Ansetzung dient einem einzigen Ziel und zwar der Spannung im Achtelfinale. Ab dem Viertelfinale bleibt alles beim Alten.

Handball-Champions-League-im-neuen-Format-textVorteile und Nachteile des neuen Spielformats

Die größten Vorteile liegen auf der Hand und zwar spannendere Duelle in der Gruppenphase und im Achtelfinale, da ab jetzt die Gruppenphase in zwei Leistungsstufen aufgeteilt wurde. Andererseits haben die kleineren Vereine ab jetzt die Chance bekommen, auch ins Achtelfinale einzuziehen, da sie in ihren Gruppen ähnlich starke Gegner finden. Die Nachteile des neuen Spielformats sah man direkt beim Auftakt am ersten Gruppenspieltag. Es ist nämlich der Fall, dass wir durch die gewachsene Anzahl an Gruppenteilnehmern auch viel mehr Gruppenspiele haben und zwar jeweils 14 Gruppenspiele, was dazu führt, dass die Gruppenfavoriten viel mehr Raum zum Entspannen bzw. Kalkulieren haben. Am ersten Spieltag sahen wir schon mal die ersten Folgen dieses Nachteils und zwar die Auswärtspleiten der großen Fünf: Barcelona, PSG, Kielce, Veszprem und Kiel, von denen nur Veszprem ein Remis schaffte. Man muss aber die Auftaktpleiten relativieren, da alle Genannten am zweiten Spieltag gewonnen haben und damit ihre Qualität gezeigt haben.

Prognose aus der Sicht der Wettgemeinde

Wie wir schon geschrieben haben, wird das neue Format einige überraschende Ergebnisse mit sich bringen. Der erste Spieltag bestätigt schon mal unsere Annahme und man muss schon sagen, dass man sehr viel Geld hätte verdienen können, wenn man die fehlende Motivation und Spielform der Favoriten vorausgeahnt hätte. Man muss jedoch nicht dem nicht gewonnen Geld nachtrauern, weil es weitere Gelegenheiten solcher Art geben wird. Der richtige Wettbewerb für die Favoriten fängt ja ehe erst ab dem Viertelfinale an und ab da sind sie in richtiger Spielform, die ihren Höhepunkt im Final Four in Köln haben wird. In dieser Saison kann es zum ersten Mal vorkommen, dass wir in Köln keinen der drei deutschen Teilnehmer erleben. Die deutsche Bundesliga ist zwar die stärkste Handballliga der Welt und nur die deutsche Bundesliga schickt drei CL-Teilnehmer, aber sowohl die Löwen als auch Flensburg als auch Kiel sehen nicht stark genug aus, um bis zum Final Four zu schaffen. Wir erwarten neben dem haushohen Favoriten Barcelona noch Veszprem, Kielce und den überreichen PSG im Endturnier. Vor allem der reiche PSG, der sich mit Nikola Karabatic verstärkt hat, wird uns einige positive Überraschungen bringen. Dieses Quartett sollte das Endturnier erreichen, aber im Sport ist alles möglich, es ist also nur eine Prognose.