Schwarze Flecken auf den weißen Tennishemden

Schwarze-Flecken-auf-den-weissen-Tennishemden1

Gerade pünktlich zum Tennis-Saisonauftakt kommen die neuen Stories über Spielmanipulationen im Tennis. Wir sollten uns dran erinnern, dass dies nicht der erste Manipulationsfall im Tennis ist, aber all die Manipulationsvorwürfe nie bewiesen wurden, sondern sie bei den Spekulationen bzw. Vorwürfen blieben. Bisher gab es noch keinerlei Beweise oder konkrete Namen betreffend der Manipulationsvorwürfen.

Ein wenig „veraltete“ Informationen

Uns ärgert an der ganzen Sache, dass es sich um „manipulierte“ Spiele handelt, die aus den Jahren 2007 und 2008 stammen. Es ist nämlich so, dass die ganzen Informationen auf den ganzen renommierten Portalen nicht aus der näheren Vergangenheit stammen, sondern beinahe ein Jahrzehnt alt sind. Die meisten Akteure sind schon längst in die Rente gegangen, aber alles in allem wollen wir uns auf keine der beiden Seiten schlagen. Man muss aber schon zugeben, dass es ein wenig seltsam ist, so alte Informationen gerade während eines Grand Salms zu platzieren, weil solche Skandale sicherlich viel negativen Einfluss auf die Psyche einzelner aktiver Spieler. Damit wollen wir sagen, dass die Spieler nicht mit solchen Skandalen während eines Grand Slams konfrontiert werden sollten, sondern einfach ihr bestes Tennis spielen sollten bzw. nur über den wunderbaren von uns heißgeliebten gelben Ball nachdenken sollten. Solche Manipulationsvorwürfe und Buchmacheraffären sind erst interessant geworden, seitdem der Sport sehr reich bzw. lukrativ geworden ist. Leider ist es schwer zu glauben, dass der weiße Sport sauber geblieben ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass einige Spieler in der Vergangenheit erzählt haben, dass ihnen schon mal viel Geld angeboten wurde, dass sie gewisse Spiele absichtlich verlieren. Nach den Aussagen der betroffenen Spieler haben sie nie das „dreckige“ Manipulationsgeld angenommen, aber man muss auch bedenken, dass sie uns sicherlich nichts erzählt hätten, wenn sie das Geld angenommen hätten.

Schwarze-Flecken-auf-den-weissen-Tennishemden

Die größten Versuchungen lauern bei kleineren Turnieren

Wir sollten ja realistisch und vor allem logisch bleiben. Wenn wir schon wissen, dass es gewisse Menschen gibt, die versuchen Tennisspiele zu manipulieren, dann ist es einfach logisch, dass manch ein Spieler aus den Top 200 dieses Geld auch mal angenommen hat, weil es einfach unmöglich ist, dass ALLE aber wirklich alle Spieler moralisch einwandfrei sind. Analog zu dieser Annahme kommen wir zum Gedanken, dass es sicherlich manipulierte Tennisspiele gibt. Wenn wir z.B. einen Spieler nehmen, der bei einem kleineren Turnier realistisch in die zweite oder dritte Runde kommen könnte und ihm gleichzeitig für eine absichtliche Niederlage in der ersten Runde mehr Geld als das gesamte Turnierpreisgeld angeboten wird, dann ist es klar, in welche Versuchung ein mittelmäßig erfolgreicher Spieler kommt. Auf der anderen Seite sieht der Manipulator das Geld als eine Art Investition, weil er sein Geld in eine „todsichere“ Sache angelegt, mit der er sehr viel Geld verdienen kann, weil er den Ausgang des von ihm manipulierten Spiels kennt. Damit wollen wir sagen, dass er ein Vielfaches von seiner Investition erwarten kann. Gleichzeitig ist Tennis ein Individualsport, was bedeutet, dass es perfekt für Manipulationen ist, da der Spieler problemlos sein Spiel absichtlich verlieren kann und niemand merkt es.

ATP versucht auf schlaue Art die Gemüter zu beruhigen

Schwarze-Flecken-auf-den-weissen-Tennishemden2Der ATP-Präsident Chris Kermode hat bei seinem letzten BBC-Interview ausgesagt, dass ihm klar sei, dass es manipulierte Spiele gibt, aber das solche Fälle sehr selten sind. Seiner Meinung nach gibt es keinen Anlass dazu, so einen Skandal daraus zu machen, weil die meisten oder besser gesagt beinahe alle Spiele sauber sind. Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund dafür, dass wir Herr Kermode keinen Glauben schenken, aber gleichzeitig denken wir, dass die Anzahl manipulierter Spiele sicherlich größer als je zugegeben wird, ist. Wir persönlich saßen öfters entweder live auf dem Platz oder vor dem Fernseher und sahen manchmal sehr seltsame Spiele, die uns sehr verdächtig vorkamen, aber man kann ja auch solchen Spielen bzw. solchen „verdächtigen“ Spieler aus dem Wege gehen, wenn man seinen Wettschein ausfüllt. Insgesamt hoffen wir, dass bei dieser oder zumindest bei der nächsten Affäre weniger spekuliert und mehr mit klaren Beweisen und konkreten Namen gehandhabt wird.