Die Russen kommen zu dieser Europameisterschaft mit großen Ambitionen und großen Erwartungen. Sie haben sich als das erste Team ihrer Qualifikationsgruppe die EM-Teilnahme gesichert und haben dabei nur ein Spiel verloren und zwar zuhause gegen Slowakei, während man das Auswärtsremis bei Armenien ebenfalls als einen Misserfolg ansehen kann. Was die bisherigen Teilnahmen bei den Europameisterschaften angeht, werden wir die Teilnahmen der Nationalmannschaft der nicht mehr existierenden Sowjetunion nicht erwähnen. Die Russen haben das erste Mal an einer EM im Jahre 1996 in England gespielt, als sie in der Gruppenphase eliminiert worden sind. Danach haben sie ein Mal die EM-Qualifizierung überhaupt nicht geschafft, anschließend haben sie in Portugal wieder enttäuscht und erst bei der letzten EM haben die Russen ihre wahre Stärke und das ganze Potenzial gezeigt. Sie sind bis zum Halbfinale gekommen, wo sie vom späteren Gewinner Spanien eliminiert worden sind und im Viertelfinale haben die Russen die favorisierten Niederländer bezwungen. Die Russen haben jedoch einen negativen Eindruck in den Ausscheidungsspielen der letzten Weltmeisterschaft hinterlassen und zwar als sie von Slowenien eliminiert worden sind.

Trainer: die Russen glauben offensichtlich sehr den Künsten und dem Wissen der niederländischen Trainer. Sie haben nämlich nach Guus Hiddink auf die Position des Trainers seinen Assistenten aufgestellt und zwar den 64-jährigen Dick Advocaat. Hidding hat vor vier Jahren große Erfolge mit der russischen Nationalauswahl gefeiert, aber nach der erwähnten Elimination gegen Slowenien musste er gehen. Seinen Platz hat Dick Advocaat übernommen. Dieser Fachmann ist schon lange dabei und hat schon eine ganze Reihe an hervorragenden Ergebnissen und an gewonnenen Titeln produziert und zwar mit unterschiedlichen Vereinen, wie PSV, Glasgow Rangers und vor allem mit Zenit, was offensichtlich die Aufmerksamkeit der Russen auf ihn gezogen hat. Im Jahr 2009 hat er mit Zenit vier Trophäen geholt und zwar zwei Nationale und zwei Europäische. Danach ging er für eine kurze Zeit auf die Trainerbank der Belgier gegangen und direkt von da kam er auf die Position des Trainers der russischen Nationalmannschaft. In den Qualifikationen hat er bewiesen, dass die Russen unter seiner Führung ein sehr gefährlicher Gegner sind und die Freundschaftsspiele haben das nur bestätigt. Jetzt wartet eine schwere Aufgabe auf ihn und zwar den Erfolg seines Vorgängers zu wiederholen.

Spielsystem und Spielkader: die Russen haben eine Besonderheit bei ihrer Nationalmannschaft, weil sie gleichgut in unterschiedlichen Startformationen spielen können, was also bedeutet, dass sie sich immer der Situation anpassen können und zwar ohne dabei Auswechselungen vorzunehmen. Sie werden auf den ersten Blick mit nur einem Stürmer spielen und das wird wahrscheinlich Kerzhakov sein, der den Vorzug vor Pogrebnyak kriegen sollte, aber dafür spielen im Mittelfeld solche Spieler, mit denen Russland immer sagen kann, dass mit drei Stürmern gespielt wird. Dabei denken wir vor allem an Arshavin, den Star der letzten EM, aber mit seinem Wechsel nach Arsenal stagnierte er ein wenig. Jetzt ist er wieder beim Zenit St. Petersburg und kommt wieder in seine frühere Spielform zurück. Ein neuer Star aus Russland könnte Alan Dzagoev werden, der offensive Mittelfeldspieler von CSKA, der eine fantastische Saison hinter sich hat. Was die Defensive angeht, da haben zeitweise die Russen das größte Problem gehabt, da sie ohne den Innenverteidiger Vasilio Berezutski, sowie den rechten Außenspieler Roman Shishkin geblieben sind. Dafür ist der Stammtorwart Akinfeev wieder da und wird wahrscheinlich die erste Wahl sein, obwohl Malafeev auch sehr gut ist. Die Außenpositionen sind klar, wo die Außenverteidiger Anyukov und Zhirkov keine richtige Konkurrenz haben. Sharonov oder Aleksei Berezutski wird die Vertretung für Vasili Berezutski auf der Position des Innenverteidigers sein und im Mittelfeld ist die Konkurrenz am stärksten. Denisov sollte auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers ziemlich sicher sein, während die Positionen von Shirokov und Zyiryanov, Gushakov und Izmailov gefährden könnten.

Voraussichtliche Aufstellung: Akinfeev – Anyukov, Ignashevich, A.Berezutski, Zhirkov – Glushkov, Denisov, Shirokov – Dzagoev, Arshavin – Kerzhakov

Prognose: die Russen haben große Ambitionen und somit sollte kein Dilemma darüber bestehen, ob sie die Gruppenphase überstehen werden. Die Gegner sind so gestrickt, sodass Russland der Favoritenrolle in dieser Gruppe einfach nicht entgehen kann und auch der erste Gruppenplatz drängt sich fast als eine Pflichtaufgabe auf. Tschechien ist ihr erster Gegner und da müssen die Russen klar machen, dass sie sehr stark sind und in der zweiten Runde sollten sie dann gegen den Gastgeber Polen den ersten Gruppenplatz anpeilen. Es könnte sehr leicht passieren, dass die Russen im Viertelfinale wieder auf die Niederländer treffen. Vielleicht sehen wir Russland wieder im Halbfinale, wer weiß.

RUSSLAND – interessante Wetten

Kommt ins Viertelfinale: 1,45 bei bwin

Gruppensieger: 2,50 bei bet365

Kommt ins Finale: 10,50 bei bwin

Titelgewinn: 23,00 bei youwin

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