ALBANIEN

Einer von fünf Debütanten bei der bevorstehenden EM ist die albanische Nationalauswahl, die in einer sehr starken Qualifikationsgruppe mit Portugal, Dänemark, Serbien und Armenien auf dem zweiten Platz landete und sich somit die direkte EM-Teilnahme in Frankreich sicherte. Natürlich war Albanien eine der größten Überraschungen in der Qualifikation, wobei wir betonen sollten, dass dazu einigermaßen die Entscheidung von UEFA beigetragen hat, da die Albaner das Auswärtsspiel gegen Serbien nachträglich am Grünen Tisch 3:0 gewonnen haben. Die Serben revanchierten sich später mit dem Triumph in Albanien, aber zu der Zeit hatte das Spiel keine größere Bedeutung, da die Albaner in der letzten Runde auswärts bei Armenien siegen mussten, was ihnen letztendlich auch gelang (3:0). Wir dürfen deren Auswärtstriumph über Portugal zum Qualifikationsauftakt nicht vergessen sowie die Tatsache, dass sie gegen Dänemark in beiden Begegnungen jeweils einen Punkt ergatterten. Für die Albaner ist dies die erste Teilnahme bei einem großen Turnier und es ist klar, dass sie in Frankreich ihr Bestes geben werden damit sie einen sehr guten Eindruck hinterlassen und eventuell ein paar Punkte gewinnen.

Nationaltrainer: Der italienische Experte Gianni De Biasi ist in letzter Zeit eine der beliebtesten Personen in Albanien, da er der erste Trainer ist, dem es gelungen ist, Albanien an die EM zu bringen. Dieser 59-Jährige ist seit 2011 Trainer der albanischen Fußballnationalmannschaft. Die Mannschaft konnte sich für die Endrunde der WM 2014 nicht qualifizieren, aber schon damals machten sie große Fortschritte und so musste De Biasi inzwischen nur noch einige Segmente verbessern, was zur EM-Qualifizierung führte. De Biasi begann 1992 seine Trainerlaufbahn und zwar nach einer soliden Fußball-Karriere in den italienischen Zweitliga-Vereinen. Er trainierte viele Clubs in Italien und ein Jahr lang war er als Trainer vom spanischen Levante tätig. Die Übernahme des Traineramtes in der albanischen Nationalmannschaft stellt die absolute Krönung in seiner reichen Trainerkarriere dar.

Spielsystem und Spielerkader: Genauso wie ihr Gruppengegner Rumänien hat auch die albanische Nationalauswahl vor allem dank tollem Abwehrspiel an die EM geschafft. Auch in Frankreich können wir eine standfeste Abwehr der Albaner erwarten, zumal De Biasi einen sehr bescheidenen Spielerkader zur Verfügung hat, vor allem in der Offensive, während im Mittelfeld und in der Abwehr eine harte Konkurrenz herrscht, da es sich in erster Linie um Spieler von gleicher Qualität handelt. Hier sollten wir den erfahrenen Innenverteidiger Cana erwähnen, der bis vor kurzem Mitglied bei Lazio gewesen ist, jetzt aber für Nantes spielt sowie den jungen Neapel-Verteidiger Hysaj, während im Mittelfeld Stammspieler von Basel, Xhaka, besonders zur Geltung kommt. Allerdings hatte er in letzter Zeit gewisse Probleme mit Verletzungen, aber er soll fit für die EM sein, im Gegensatz zum jungen Meho, der definitiv ausfällt. Auch der langjährige Star dieser Nationalmannschaft, Salihi, steht nicht im Kader für die EM und so vertraut De Biasi im Sturm auf Cikalleshi oder Balaj. De Biasi spielte in der Qualifikation 4-5-1-Formation und in Frankreich erwarten wir keinerlei Änderungen, zumal ihnen drei äußerst anspruchsvolle Auftritte im Rahmen der Gruppenphase bevorstehen.

Voraussichtliche Aufstellung: Berisha – Hysaj, Cana, Mavraj, Agolli – Gashi, Xhaka, Basha, Memushaj, Lenjani – Cikalleshi

Vorhersage: Obwohl sie in der Qualifikation Mannschaften wie Dänemark und Serbien hinter sich gelassen haben, wird die albanische Nationalauswahl in Frankreich nach Ansicht vieler Landsleute kaum ein beneidenswertes Ergebnis erzielen können. Es ist sicher, dass Albanien dieses Mal von ihren Gegnern nicht unterschätzt wird, wobei sie mit ihrem großen Kampfgeist und Disziplin im Spiel vielleicht einige Punkte ergattern können, vor allem in Begegnungen mit der Schweiz und Rumänien, während Frankreich für sie immer noch zu stark ist.