BELGIEN

Nachdem sie vor zwei Jahren an der WM in Brasilien das Viertelfinale erreicht haben, wird im belgischen Lager erwartet, dass sie in Frankreich einen Schritt nach vorne machen, da diese großartige Generation inzwischen noch mehr Erfahrung gesammelt hat. Über die Spielerqualität sprechen am besten ihre Ergebnisse und so spielten die “Rote Teufel” in der letzten Qualifikation ziemlich gut und mit einer Bilanz von sieben Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage landeten sie auf dem ersten Platz in ihrer Gruppe. Die einzige Niederlage kassierten sie auswärts bei Wales, dem Gruppenzweiten. Hinter sich ließen sie noch Bosnien-Herzegowina, Israel, Zypern und Andorra. Für Belgier ist dies ein großes Comeback bei der Europameisterschaft, da sie die letzten drei verpasst haben. Bisher nahmen sie vier Mal an der EM teil und den größten Erfolg feierten sie 1980 in Italien, als sie im großen Finale von BR Deutschland bezwungen wurden. Was die Weltmeisterschaften angeht, haben sie bisher sogar 12 Mal teilgenommen und das beste Ergebnis erzielten sie 1986 in Mexiko, als sie im Halbfinale standen.

Nationaltrainer: Die derzeit zweiplatzierte Nationalmannschaft in der FIFA-Rangliste wird in den letzten vier Jahren mit großem Erfolg vom 47-Jährigen heimischen Experten Marc Wilmots geleitet, der hinter sich eine sehr erfolgreiche Spielerkarriere hat. Für die belgische Nationalmannschaft hat er sogar 70 Spiele bestritten. Er spielte unter anderem für Standard Lüttich und Schalke 04.  In der Saison 1996/97 gewann er mit dem FC Schalke 04 den UEFA-Pokal. Darüber hinaus spielte er noch für St. Truiden, Mechelen und Bordeaux. Gerade als Trainer des FC Schalke 04 und St. Truiden begann Wilmots seine Trainerkarriere und zwar im Alter von 34 Jahren. 2009 wurde er bei der Nationalmannschaft Belgiens zunächst Co-Trainer und nach dem Scheitern in der Qualifikation für die EM 2012 erhielt er im Mai des gleichen Jahres eine Festanstellung als Nationaltrainer, was sich später als eine gute Entscheidung des nationalen Fußballverbandes erwies.

Spielsystem und Spielerkader: Für Wilmots sagen viele, dass er viel Glück hatte, da er die Nationalelf gerade dann übernommen hat, als vielleicht die beste belgische Generation aller Zeiten in Szene trat. Wilmots hat aber ein sehr gutes Team zusammengestellt, sodass sie auf jeder Position mindestens zwei Spitzenspieler haben, was die Namen der Clubs, für die sie spielen, am besten bestätigen. Allerdings könnten sie bei dieser Meisterschaft viele Probleme in der Abwehr haben, da die verletzten Kompany, Lombaerts und Boyata nicht dabei sind, während der erfahrene Vermaelen in letzter Zeit keine besonders gute Spielform vorweist. Daher wird in der Abwehr wahrscheinlich das Tottenham-Duo, Alderweireld-Vertonghen, spielen, während auf den Außenseiten zwei Spieler aus der heimischen Liga agieren sollen und zwar Meunier und J. Lukaku. Das Mittelfeld wird von sehr hochwertigen Spielern besetzt und so kann es leicht passieren, dass Fellaini und Dembele auf der Bank bleiben, während in der Angriffsspitze R. Lukaku Vortritt vor Benteke und Origi aus Liverpool bekommen soll. Die Belgier spielen, wie die meisten Teams, vor allem in der 4-2-3-1-Formation, wobei ihre Hauptstärke genau im Trio liegt, das gleich hinter dem Mittelstürmer agiert und das sind Carraso, de Bruyne und Hazard.

Voraussichtliche Aufstellung: Courtois – Meunier, Alderweireld, Vertonghen, J.Lukaku – Witsel, Nainggolan – Carrasco, de Bruyne, Hazard – R.Lukaku

Vorhersage: Wir haben schon ganz am Anfang dieses Textes geschrieben, dass die belgische Öffentlichkeit nach dem Viertelfinaleinzug an der letzten WM dieses Mal in Frankreich ein noch besseres Ergebnis erwartet, zumal die meisten dieser Spieler vor zwei Jahren an der WM in Brasilien mitgespielt haben und somit jetzt viel mehr Erfahrung haben. Im Rahmen der Gruppenphase werden sie aber auf einen sehr starken Gegner treffen und zwar Italien, das traditionell gut in der Endrunde spielt, wobei Irland und Schweden, angeführt von Ibrahimovic nicht weniger gefährlich sind. Allerdings glauben wir, dass die Belgier auf dem Weg in die K.o.-Phase keine größeren Probleme haben sollten und mit etwas Glück können sie sogar das Halbfinale erreichen.