FRANKREICH

Was die Analysen der einzelnen Gruppen angeht, fangen wir natürlich mit der Gruppe A an, in der traditionell der Gastgeber der Meisterschaft spielt und dieses Mal ist das Frankreich. Für die populären “Tricolore” ist dies die neunte Teilnahme an einer Europameisterschaft. Bisher haben sie die Europameisterschaft schon zwei Mal gewonnen und zwar im Jahr 1984 als sie der Gastgeber waren sowie 2000 als die Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden ausgetragen wurde. Aus diesem Grund erwartet die Öffentlichkeit in Frankreich, dass sie den Heimvorteil aber auch die Qualität, die diese Nationalmannschaft besitzt, auf die bestmögliche Art und Weise ausnutzen. Ansonsten hat Frankreichs Elf auch einen WM-Titel gewonnen und zwar bei der Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land, während sie bei der WM 2006 in Deutschland das Finale erreichte, wo sie auf Italien traf, das sich im Elfmeterschießen durchsetzte. Seit damals haben sie keine beneidenswerten Ergebnisse bei den großen Fußball-Turnieren verbucht und so schieden die Franzosen bei der letzten WM und EM bereits im Viertelfinale aus. Die Fußballfans in Frankreich sind aber fest davon überzeugt, dass es an der Zeit ist, dass die “Tricolore” wieder an die Spitze kommen, zumal sie nun eine enorme Unterstützung des heimischen Publikums haben werden.

Nationaltrainer: Die Franzosen werden vom 47-Jährigen Didier Deschamps geleitet, der die Frankreichs Nationalelf nach der letzten EM, bei der sie unter Leitung von Laurent Blanc nur das Viertelfinale erreichten, übernahm. Allerdings gelang auch Deschamps vor zwei Jahren bei der WM in Brasilien kein Durchbruch, aber offenbar genießt er im französischen Fußballverband großes Vertrauen und so hat er nun die Chance die Tricolore vor eigenem Publikum an die Spitze des europäischen Fußballs zurückzubringen. Ansonsten hat Deschamps hinter sich eine reiche Spielerkarriere. Der Höhepunkt seiner Karriere war WM-Titel 1998. Deschamps wurde 2001 Fußballtrainer bei der AS Monaco. Danach trainierte er noch Juventus und Marseille. Nachdem er zum neuen Coach der Tricolore ernannt wurde, haben sich einige Dinge auf jeden Fall zum Besseren verändert, aber wir glauben auch, dass Deschamps seinen Trainerposten abgeben wird, wenn Frankreich den Titel nicht holen sollte.

Spielsystem und Spielerkader: Wir haben bereits gesagt, dass sich die Franzosen zusätzlich zur großen Unterstützung des Publikums auch auf die Qualität ihres Spielerkaders verlassen werden und sollte dem Trainer Deschamps eine gute Mischung zwischen Jugend und Erfahrung gelingen, dann werden auch die guten Ergebnisse nicht ausbleiben. Nach seiner Ankunft in das Nationalteam bevorzugt er 4-3-3-Formation, während er in Ausnahmesituationen auch die 4-3-1-2-Taktik anwendet. Ihre größte Stärke liegt im Mittelfeld, welches von Pogba angeführt wird, während um die restlichen zwei Plätze in diesem Mannschaftsbereich Diarra, Cabaye und Matuidi sowie der brillante Mittelfeldspieler des neuen englischen Meisters Leicester, Kante, ebenbürtig kämpfen werden. Im Angriff sind der robuste Giroud und ihr aktuell bester Spieler Griezmann auf jeden Fall zu erwarten, während die neue Stars der englischen Premier League, Marial und Payet um den letzten Platz im Sturm kämpfen müssen. Auf der anderen Seite wird ihnen die Abwehr wahrscheinlich die größten Probleme bereiten, da neben den verletzten Zouma und Sakho seit kurzem auch Varane ausfällt, weshalb der erfahrene Sevillas Innenverteidiger Rami nachnominiert wurde. Die französische Öffentlichkeit war etwas überrascht als einige großartige Spieler wie Mittelfeldspieler Schneiderlin, Kondogi, Rabiot sowie Stürmer Lacazette, Ben Arfa und Gameira für den französischen EM-Kadar nicht nominiert wurden, wobei schon länger bekannt war, dass Deschamps auf Nasri, Benzema und Valbuena verzichtet.

Voraussichtliche Aufstellung: Lloris – Sagna, Koscielny, Mangala, Evra – Matuidi, Diarra, Pogba – Griezmann, Giroud, Martial

Vorhersage: Da die Franzosen schon lange keinen so hochwertigen und breiten Spielerkader hatten wie jetzt, erwartet man, dass sie bei dieser EURO die Höchstleistung bringen, zumal sie dieses Mal die Gastgeber sein werden, was ihnen bei den großen Turnieren offensichtlich sehr viel bedeutet. Zusätzlich zu dieser Unterstützung des heimischen Publikums dürfen wir nicht vergessen, dass die Gastgebermannschaft jetzt schon traditionell die entsprechende Unterstützung seitens der Schiedsrichter bekommt, sodass wir die Franzosen mindestens im Halbfinale erwarten, während die französische Öffentlichkeit nur am dritten EM-Titel interessiert ist. Bisher hatten nur Deutschland und Spanien je drei EM-Titel gewonnen.