IRLAND

Für die irische Nationalauswahl ist dies erst die dritte Teilnahme an einer Europameisterschaft, sodass sie in Frankreich sicherlich große Unterstützung der eigenen Fans haben werden, aber in einer so starken Gruppe können sie das Weiterkommen in die nächste Runde kaum erwarten. Vielleicht ist die beste Warnung für ihre Gegner gerade der erste Auftritt der Iren aus dem Jahr 1988, als sie bei der EM in BR Deutschland in der schwierigsten Gruppe waren und zwar mit den späteren Finalisten Sowjetunion und den Niederlanden sowie England und am Ende fehlte ihnen nur ein Punkt um in die nächste Runde weiterzukommen. Aber auf der anderen Seite schafften sie an die EM in Frankreich erst in der Relegation, wo sie wieder ganz leicht und mit insgesamt 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina feierten. Im Rahmen der Qualifikation haben sie fünf Siege, drei Remis und zwei Niederlagen verbucht und sie landeten vor Schottland, Georgien und Gibraltar in der Tabelle, aber hinter dem Weltmeister Deutschland und Polen. Im letzten, entscheidenden Qualifikationsspiel wurden sie zuhause gerade von Polen 1:2 bezwungen.

Nationaltrainer: Nach Ansicht vieler ist in der irischen Nationalmannschaft gerade der Trainer Martin O`Neill das stärkste Glied der Mannschaft. Dieser 64-Jährige ist im benachbarten Nordirland geboren. Seine reiche Erfahrung als Trainer hat den Iren weitgehend geholfen, sich die EM-Teilnahme zu sichern und zwar nachdem er die Nationalelf kurz nach dem Scheitern bei der vorherigen WM-Qualifikation übernahm. Hinter sich hat er eine erfolgreiche Spielerkarriere und in der Zeit von 1971-1985 hat er sogar sieben Clubs gewechselt. Unter anderen spielte er für die englische Vereine Nottingham Forrest, Norwich und Manchester City. Für die nordirische Nationalmannschaft kam er insgesamt zu 64 Länderspielen. Seine Trainerlaufbahn begann er im Alter von 35 Jähren und nachdem er einige kleinere Clubs in England geleitet hat, feierte er die größten Erfolge mit dem schottischen Celtic. Danach leitete er noch die englischen Erstligisten Aston Villa und Sunderland, bevor er den Trainerposten bei der irischen Nationalmannschaft übernahm.

Spielsystem und Spielerkader: Diese Mannschaft ist für ihre Standfestigkeit und große Verantwortung bekannt, vor allem in der Abwehr und so erwarten wir, dass sie sich bei der bevorstehenden EURO eher defensiv präsentieren. In der Gruppe sind sie mit den sehr guten Belgien und Italien, während sie es auch mit Schweden angeführt von Ibrahimovic nicht leicht haben werden. O`Neill wird wahrscheinlich seine Lieblingsformation 4-3-2-1 anwenden, die aber oft als 4-5-1 aussieht, da die beiden Flügelspieler immer sehr viele defensiven Aufgaben bekommen. Ansonsten war die Mittelsturm-Position für eine lange Zeit für ihren Top-Torjäger aller Zeiten, Robbie Kean, reserviert, aber da er schon 35 Jahre alt ist, setzt O`Neill den Southampton-Stammspieler, Shane Long, immer öfters ein. Das Mittelfeld soll äußerst stark sein, weil da sogar drei Spieler agieren werden, während sie in der Innenabwehr äußerst erfahren sind, aber auch sehr langsam, weshalb sie oft an drei bereits erwähnten Mittelfeldspielern angewiesen sind. Verletzungsbedingt wird Torwart Elliot ausfallen, während der erfahrene Given ebenfalls angeschlagen ist und so wird diese Position wahrscheinlich von Westwood oder Randolph besetzt.

Voraussichtliche Aufstellung: Westwood – Coleman, O`Shea, Clark, Brady – Arther, Whelan, McCharthy – Walters, Hoolahan – Long

Vorhersage: Gleich nach der Auslosung war auch den Iren selbst klar, dass sie in einer so starken Gruppe als Außenseiter gelten werden, aber das bedeutet nicht, dass sie abgeschrieben werden sollen, vor allem im Duell gegen Schweden, wobei sie auch gegen Italien nicht chancenlos sind. Natürlich wird Vieles gerade vom ersten Duell gegen Schweden abhängen, da sie nach einer eventuellen Niederlage mit dem Kofferpacken gleich beginnen können, während sie mit anderen zwei Optionen weiterhin im Rennen um den Einzug in die nächste Runde wären. Wir glauben, dass sie die Gruppenphase auf dem dritten oder vierten Platz beenden werden und zwar mit einem oder eventuell zwei ergatterten Punkten.