ISLAND

Island ist der absolute Debütant in großen Meisterschaften, denn diese Nationalmannschaft nahm weder an Weltmeisterschaften, noch an Europameisterschaften teil. Es fehlte ihnen nur noch ein kleines bisschen in den Qualifikationen für die letzte WM In Brasilien, aber in der Relegation war Kroatien besser und sie verpatzten somit ihre Chance. Nicht vor langer Zeit war diese Nationalmannschaft nur ein Außenseiter, der nur gelegentlich eine gute Partie abgeliefert hat, während sie für alle stärkeren Teams nur ein leichter Gegner waren. Die genannten Qualifikationen für die WM waren nur eine Ankündigung dafür, was in diesen Qualifikationen folgen wird und dies ist eine echte Renaissance des isländischen Fußballs und ein Erfolg, von dem sie nur träumen konnten. Ihre Gruppe war stark, mit drei, auf dem Papier, besseren Nationalmannschaften, einschließlich des großen Favoriten, der Niederlande. Die Isländer haben allerdings schon am Anfang drei Siege ohne kassierte Gegentore verbucht und zuhause schlugen sie zuerst die Türkei 3:0, wonach sie auch einen 2:0-Heimsieg gegen die Niederlande geholt haben. Danach verbuchten sie einen 2:1-Sieg gegen Tschechien und der Höhepunkt war der 1:0-Auswärtssieg gegen die Niederlande, womit sie sich die Platzierung praktisch gesichert haben. Letztendlich waren sie zweitplatziert, denn im Finish der Qualifikationen haben sie nachgelassen, so dass sie von Tschechien überholt wurden. Für die Isländer ist in dieser EM nichts ein Muss und die Platzierung ist ja schon ein großer Erfolg und wenn sie noch einige Punkte holen, wird das wie ein i-Tüpfelchen sein.

Nationaltrainer: Die Isländer sind eine der Nationalmannschaften, auf deren Trainerbank ein Ausländer sitzt und das ist der 68-jährige Schwede Lars Lagerback. Einer der ältesten Nationaltrainer in dieser EM führt das echte kleine Wunder, die isländische Nationalmannschaft, an, so dass ihm Anerkennung für all die Leistung, die er schon mit dieser Nationalmannschaft erbracht hat, ausgesprochen werden sollte. Diese Nationalmannschaft hat keinen Spitzenspieler in ihren Reihen und sie erreichten die Platzierung in Frankreich nur dank dem guten Teamgeist und der guten Anführung ihres Trainers. Das Trainer-Engagement dieses Experten war hauptsächlich an Schweden gebunden und da arbeitete er in einigen kleineren Teams, wonach er die U-21.Nationalmannschaft dieses Landes übernommen hat. Danach führte er die B-Mannschaft an, wonach er auch Assistent war, um 2000 endlich die schwedische Nationalmannschaft zu übernehmen, die er neun Jahre lang angeführt hat. Interessant ist, dass Schweden zu dieser Zeit ein Trainerduo auf der Trainerbank hatte und zwar führte dieses Team neben Lagerback auch Tommy Soderberg an. Nach Schweden verbrachte er eine kurze Zeit lang auf der Trainerbank von Nigeria, wonach er Anfang 2012 Island übernommen hat. Man konnte gleich seinen Beitrag bemerken und Island erreichte in den Qualifikationen für die WM 2014 die Relegation, in der sie allerdings eliminiert wurden. Jetzt haben sie es aber geschafft und Lars Lagerback wird jetzt für immer mit goldenen Buchstaben in die Geschichte des isländischen Fußballs eingeschrieben werden.

Spielsystem und Spielerkader: Da gibt es keine besondere Philosophie, denn Island hat wirklich nicht viele Spitzenspieler in seinen Reihen, um sich transformieren und experimentieren zu können. Hauptsächlich bevorzugen sie die klassische 4-4-2 und alle Nachteile, vor allem in der Technik, ersetzen sie mit großer Kampfbereitschaft und Lauferei. Man muss hier betonen, dass sie in den meisten Duellen von ihren Gegnern unterschätzt werden, die ja objektiv viel stärker sind, so dass sie sich keine großen Gedanken um Duelle gegen die Isländer gemacht haben. Den Isländern passierte ja auch einige Male, dass sie genau dann verpatzten, wenn man das am wenigsten erwartet und zwar hauptsächlich nach einer brillanten Partie gegen einen favorisierten Gegner. Dies zeigt ja nur, dass diese Nationalmannschaft sehr eingeschränkt ist und was den Spielerkader angeht, können sie nur darauf hoffen, dass sie mit Ausfällen nicht zu kämpfen haben werden, denn man weiß ja, wer die Anführer dieses Teams sind und von ihnen hängt fast alles ab. Die Abwehr führt R. Sigurdsson aus Krasnodar an, im Mittelfeld spielen G. Sigurdsson aus Swansea und A. Gunnarsson und Hallfredsson die Hauptrollen, während sie im Angriff Sigthorsson und Finnbogason haben, der in Augsburg eine sehr gute Saison hatte.

Voraussichtliche Aufstellung: Halldorsson – Saevarsson, R. Sigurdsson, Arnason, Skulason – A. Gunnarsson, Hallfredsson, Bjarnasson, G. Sigurdsson – Finnbogason, Sigthorsson

Vorhersage: Jeder Treffer und natürlich auch jeder Punkt wäre ein wirklich großer Erfolg für diese Nationalmannschaft, denn somit würden sie ja neue Geschichte des isländischen Fußballs schreiben, da sie ja noch nie an einem großen Wettbewerb teilgenommen haben. Was die Spieler angeht, sind sie nicht viel schlechter als z.B. Ungarn, während sie als Österreich dennoch schlechter sind, aber sie können in diesen Duellen jedenfalls nach einer Gelegenheit lauern. Portugal ist zu stark und alles in allem werden sie in die zweite Runde wirklich schwer einziehen können.