ITALIEN

Hier haben wir einen der regelmäßigen Teilnehmer der Europameisterschaften. Die populären „Azzurri“ haben bisher an sogar 18 Weltmeisterschafften und 8 Europameisterschaften teilgenommen. Darüber hinaus haben sie sogar vier Weltmeister-Titel gewonnen, während sie Europameister nur einmal wurden, im Jahr 1968 als sie die Gastgeber waren. Ansonsten ist dies ihre sechste EM-Teilnahme in Folge und in diesem Zeitraum standen sie zwei Mal im Finale, einschließlich der letzten EM in Polen und der Ukraine, wo sie im Endspiel 0:4 von Spanien bezwungen wurden. An der WM in Brasilien sind sie völlig gescheitert und wurden bereits in der Gruppenphase eliminiert. Im August 2014 wurde die Nationalelf von Antonio Conte übernommen und seitdem spielen die Italiener viel besser. Die EM-Qualifikation beendeten sie auf dem ersten Platz, mit einer Bilanz von sieben Siegen und drei Remis. Allerdings waren das keine brillanten Partien der Azzurri, da sie die meisten ihrer Siege mit einem Tor unterschied erzielt haben, während sie Remis zwei Mal gegen Kroatien und einmal auswärts in Bulgarien eingefahren haben. In den letzten Freundschaftsspielen hatten sie ziemlich viele Probleme und gerade deshalb sind viele skeptisch in Anbetracht ihres Auftrittes in Frankreich.

Nationaltrainer: Wir haben bereits gesagt, dass die populären „Azzurri“ in den letzten zwei Jahren vom 46-Jährigen heimischen Experten Antonio Conte angeführt werden, der hinter sich eine sehr erfolgreiche Spielerkarriere hat, welche er vor allem bei Juventus verbracht hat. Für Juve spielte er nämlich sogar 13 Jahre und in diesem Zeitraum kam er für die Nationalmannschaft insgesamt zu 20 Länderspielen. Vor seiner Verpflichtung bei Juventus spielte er nur noch für Lecce. Seine Trainerkarriere begann er vor genau 10 Jahren beim Drittligisten Arezzo. Danach leitete er noch Zweitligisten Bari, Atalanta und Siena. Mit Siena stieg er in die erste Liga auf. Danach unterzeichnete Conte einen Vertrag bei Juventus Turin, mit dem er drei Meistertitel in Folge gewann. Es wird interessant sein zu sehen, ob er die Italiener in Frankreich auf den Weg des alten Ruhmes zurückholen kann.

Spielsystem und Spielerkader: Nach den jüngsten Auftritten der Azurblauen in den Freundschaftsspielen zu urteilen, ist das kaum zu erwarten, zumal sie nach Frankreich deutlich geschwächt reisen, vor allem im Mittelfeld. Schon lange fällt nämlich der PSG-Stammspieler Verratti aus, während sich im Saisonfinish Spielmacher Marchisio und immer besserer Verteidiger Antonelli verletzt haben. Darüber hinaus sind die angeschlagenen Tiego Motte und Montolivo fraglich, während der supererfahrene Pirlo sowie Giovinco für diese EURO nicht nominiert wurden, da sie aktuell in der amerikanischen MLS spielen. Die Italiener haben also keine richtig kreativen Spieler in ihren Reihen und so werden sie im Mittelfeld meist defensiv orientierte Spieler agieren, während sie im Angriff ihre Chance hauptsächlich über die schnellen Flügelspieler und Standards suchen werden, zumal sie in diesem Mannschaftsbereich robuste Angreifer Pelle und Eder haben. In der Abwehr agiert das unantastbare Juventus-Trio Barzagli-Bonucci und Chiellini, angeführt vom Torhüter Buffon. Das bedeutet, dass die „Azzurri“ eine der wenigen Mannschaften sein werden, die die 3-5-2-Formation spielen werden, während sie nur im Falle einer negativen Situationsentwicklung möglicherweise in der klassischen 4-4-2-Formation auftreten könnten.

Voraussichtliche Aufstellung: Buffon – Barzagli, Bonucci, Chiellini – Candreva, Florenzi, Motta (De Rossi), Montolivo (Jorginho), Darmian – Pelle, Eder

Vorhersage: Obwohl sie die letzte Qualifikation als Gruppenerster beendeten und dabei niederlagelos blieben, wiesen die Italiener in den letzten Freundschaftsspielen eine stark abfallende Formkurve auf und wenn man noch bedenkt, dass sie mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen haben, vor allem im Mittelfeld, dann ist es wirklich schwer, vorherzusagen, wie weit sie in Frankreich kommen können. Wir glauben jedoch, dass sie mit ihrer großen Erfahrung die Gruppenphase schon bestehen sollten. Unserer Meinung nach werden sie maximal bis ins Viertelfinale schaffen.