POLEN

Die Polen haben sich in Europameisterschaften schon gefestigt und dies wird ihr dritter Auftritt in Folge sein, aber das Problem ist, dass sie in den letzten zwei Europameisterschaften ziemlich schlechte Leistung erbracht haben. Sowohl 2008, als auch 2012 beendeten die Polen ihren Auftritt schon in der Gruppenphase und zwar als das Gruppenschlusslicht und sind noch immer sieglos. Der Unterschied liegt darin, dass sie in der letzten EM einer der Gastgeber waren, was ihnen auch nicht geholfen hat, wenigstens einen Sieg zu verbuchen. Polen ist in Weltmeisterschaften viel erfolgreicher, in denen diese Nationalmannschaft zweimal drittplatziert war. In den Qualifikationen für diese Meisterschaft erbrachten die Polen ziemlich gute Leistung und waren in der Gruppe zweitplatziert, hinter dem aktuellen Weltmeister Deutschland, gegen das sie, gemäß der Auslosung, auch in diesen Qualifikationen kämpfen werden. Hinter ihnen sind die Republik Irland und Schottland geblieben und die real viel schwächeren Georgien und Gibraltar. Jetzt spielen die Polen wieder mal gegen ein Inselland und zwar Nordirland, danach auch gegen die Ukraine, mit der sie die letzte EM organisiert haben und das schon genannte Deutschland. Sie hoffen auf den Einzug ins Achtelfinale, was ja nicht unreal ist, aber sie werden natürlich endlich mal den ersten Sieg in Europameisterschaften verbuchen müssen.

Nationaltrainer: Man kann nicht sagen, dass die Polen einen Nationaltrainer klanghaften Namens haben, denn der 59-jährige Adam Nawalka ist das sicherlich nicht. Dieser Experte war auch mal aktiver Fußballspieler und fast seine ganze Spielerkarriere ist an das polnische Spitzenteam Wisla aus Krakau gebunden, für dessen erstes Team er ganze zehn Jahre aufgelaufen ist. In seiner Trainerkarriere war er nicht nur einem Team treu, denn er wechselte viele Mannschaften und kehrte sogar dreimal in seine Wisla zurück. Nach seinem letzten Abgang aus Wisla, saß er noch auf der Trainerbank von Katowice und Gornik, bevor er Anfang November 2013 auf die Trainerbank von Polen geholt wurde, anstelle von Waldemar Fornalik, der einen Misserfolg in den Qualifikationen für die WM in Brasilien erlebt hat. Deswegen wurde Nawalka nur ein Ziel gesetzt und zwar die Platzierung in diese EM, was je auch geschafft hat, obwohl die Gruppe sehr unangenehm war. Sie waren die effizienteste Nationalmannschaft dieser Gruppe und wurden nur von Deutschland geschlagen, gegen das sie allerdings einen Heimsieg verbucht haben. Vor dem Anfang dieser EM steht Nawalka nicht unter zu großem Druck, aber man erwartet wenigstens den Einzug in die zweite Runde.

Spielsystem und Spielerkader: Die Tatsache, dass sie die Effizientesten in ihrer Qualifikationsgruppe waren und zwar neben den starken Deutschen, zeigt wirklich klar, dass die Polen einen guten und offensiven Fußball bevorzugen. In allen zehn Qualifikationsduellen erzielten sie wenigstens ein Tor und um besonders effizient zu sein, half ihnen am meisten, dass in ihrer Gruppe Gibraltar war, gegen den sie in zwei Duellen sogar 15 Treffer erzielt haben. Sie kassierten im Durchschnitt genau einen Treffer pro Duell und man kann schon sagen, dass ihre Abwehr solide war. Diese Nationalmannschaft spielt hauptsächlich in zwei Formationen und manchmal ist das 4-4-2, also mit zwei Stürmern und manchmal spielen sie mit nur einem in der Formation 4-2-3-1. Und dieser Stürmer, der unersetzbar ist, ist jedenfalls auch der Beste in dieser Nationalmannschaft und zwar Robert Lewandowski, der auch der erste Schütze der Qualifikationen mit 13 Toren ist. Zu den Spitzenspielern in dieser Nationalmannschaft zählen auch der zweite Stürmer Milik und Mittelfeldspieler Krychowiak und Blaszczykowski. Die Polen sind besonders auf der Position des Torhüters stark, wo sie sogar vier hervorragende haben und zwar Szczesny, Tyton, Fabianski und Boruc, so dass sich der Trainer diesbezüglich nicht ganz leicht entscheiden wird. Ungefähr zehn Tage vor dem Anfang der Meisterschaft haben sie auch mit keinen größeren verletzungsbedingten Problemen zu kämpfen und es scheint, dass die schwächste Position die Position des linken Außenspielers ist.

Voraussichtliche Aufstellung: Fabianski – Piszczek, Glik, Pazdan, Wawrzyniak – Krychowiak, Jodlowiec – Blaszczykowski, Zielinski, Grosicki – Lewandowski

Vorhersage: Viel Erfolg erzielten die Polen in den letzten zwei Europameisterschaften nicht und eine große Enttäuschung waren sie zuhause vor vier Jahren. Jetzt sind sie aber zusätzlich gereift und es scheint, als wäre Lewandowski für einen hervorragenden Auftritt auch in einem großen Wettbewerb bereit. Man konnte schon in den Qualifikationen sehen, dass sie sogar den Deutschen parieren können, der Ukraine ähneln sie ein bisschen, während sie als Nordirland objektiv besser sind und genau deswegen wird dieses erste Duell auch sehr wichtig sein. Wir glauben, dass sie es ins Achtelfinale schaffen können.