PORTUGAL

Die Portugiesen zählen ja jedenfalls zu der Crème de la Crème des europäischen Fußballs und es passiert wirklich sehr selten, dass diese Nationalmannschaft die Platzierung in eine große Meisterschaft nicht erreicht. Im Jahr 1998 haben sie die WM in Frankreich verpasst, wonach sie allerdings an allen Meisterschaften teilgenommen haben, mit mehr oder weniger Erfolg. Das, was den Portugiesen fehlt, um zu den europäischen Spitzenteams zu zählen, ist eine Trophäe. Sie waren weder Welt- noch Europameister und in Weltmeisterschaften waren sie einmal drittplatziert, während sie in den Europameisterschaften einmal den zweiten Platz geholt haben. Diesen zweiten Platz gewannen sie im Jahr 2004, als sie Gastgeber waren und dies war eigentlich ihre größte Gelegenheit, einen Titel zu holen, den letztendlich die Griechen geholt haben. In der WM in Deutschland im Jahr 2006 zogen sie ins Halbfinale ein und den gleichen Erfolg wiederholten sie in der letzten EM in Polen und der Ukraine. In den Qualifikationen für diese Meisterschaft lief es nicht ganz glatt obwohl sie Gruppenführer neben Albanien, Dänemark, Serbien und Armenien waren. Aufgrund der Bilanz von sieben Siegen und nur einer Niederlage kann man schließen, dass es dennoch leicht war, obwohl sie in der ersten Runde eine Heimniederlage von Albanien einstecken mussten, wonach sie sieben Siege verbucht haben, allerdings knappe. Sie schlugen also keinen Gegner mit mehr als einem Tor Unterschied. Einige Siege holten sie dank Toren ganz am Ende der Duelle und man kann schon sagen, dass sie alles in ihrem Stil gemacht haben, ohne übertriebenen künstlerischen Eindruck, aber effizient und alles werden sie in Frankreich versuchen zu wiederholen.

Nationaltrainer: Der 62-jährige Fernando Santos führt die Portugiesen an und dies ist sein erster Zyklus, da er 2014 auf die Trainerbank geholt wurde. Santos weiß es auf jeden Fall, wie eine Nationalmannschaft in Qualifikationen angeführt werden soll, denn vor Portugal war er der Anführer der Griechen, mit denen er die Platzierung in zwei große Meisterschaften erreicht hat. Santos hatte keine besondere Spielerkarriere, wobei seine Trainerkarriere sehr interessant ist und alles bezieht sich irgendwie auf zwei Länder, deren Nationaltrainer er war und zwar Griechenland und Portugal. In Griechenland führte er die Erzrivalen Panathinaikos, AEK und PAOK an, während er in Portugal auf der Trainerbank aller drei großen Gegner saß und zwar bei Porto, Benfica und Sporting. Den größten Erfolg erzielte er mit Porto, denn mit diesem Team holte er 1999 den Meistertitel und die Trophäen in zwei Pokalen und Superpokalen und in Griechenland gewann er mit AEK den Pokal. Da er sich in den Qualifikationen als guter Nationaltrainer schon bewiesen hat, hat Santos jetzt auch die Herausforderung, sich auch in einer großen Meisterschaft mit einem guten Ergebnis zu beweisen, da er mit Griechenland keine gute Leistung erbracht hat.

Spielsystem und Spielerkader: Vielleicht kann nur Spanien mit Portugal verglichen werden, wenn vom Spiel auf das Ergebnis die Rede ist. Die Portugiesen interessieren sich einfach nur für Punkte und für diese Nationalmannschaft ist es gar nicht wichtig, wie diese Punkte ergattert werden. Diese Nationalmannschaft geriet nicht in Panik, wenn das Ergebnis nicht das Beste ist und sie kämpfen bis zur letzten Sekunde der Nachspielzeit mit voller Kraft. Man weiß ganz genau, wenn ein Duell für die Portugiesen wichtig ist und es ist offensichtlich, dass sie in Freundschaftsduellen schlechtere Leistung erbringen. Oft ist die Torausbeute ein Problem, denn es fehlt ihnen ein richtiger Torjäger, obwohl sie in der offensiven Formation

4-3-3 auflaufen. Da ist ja auch die Tormaschine C. Ronaldo, aber er agiert ja hauptsächlich außen, wie auch in Real, wo er allerdings bessere Mitspieler hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Portugiesen keine brillanten Spieler haben und zwar in allen Reihen, vor allem im Mittelfeld, wo sie ja am stärksten sind. In der Abwehrreihe sind die super erfahrenen Pepe, Alves, Carvalho, Vierinha und Eliseo und da ist ja auch der brillante Torhüter Patricio. Insgesamt betrachtet ist dies eine hervorragende Nationalmannschaft.

Voraussichtliche Aufstellung: Patricio – Vierinha, Pepe, B. Alves, Eliseu – Moutinho, W. Carvalho, A. Gomes – Nani, Eder, C. Ronaldo

Vorhersage: Obwohl sie nicht zu den größten Favoriten dieser Meisterschaft zählen, sind die Portugiesen immer bereit und im Turniersystem kommen sie immer gut zurecht, vor allem, weil ihre Gegner in der Gruppe nicht die stärksten sind. Wenn sie eine routinemäßige Arbeit leisten, Kraft behalten und ihre Spielform tempieren, könnten sie mit Hilfe von Ronaldo problemlos den Einzug ins Halbfinale erreichen.