RUMÄNIEN

Nach achtjähriger Abwesenheit kehren die Rumänen in diesem Sommer auf die große Bühne zurück, aber in erster Linie dank der Tatsache, dass sie wahrscheinlich in der schwächsten Qualifikationsgruppen waren. Dennoch haben sie sich erst in der letzten Runde die direkte Teilnahme an der EURO gesichert. Vor ihnen landete in der Tabelle nur Nordirland und hinter ihnen waren Ungarn, Finnland, Färöer-Inseln und die größte Enttäuschung in dieser Qualifikation, der ehemalige Europameister Griechenland, der den letzten Gruppenplatz besetzte. Rumänien kassierte in 10 gespielten Duellen nur zwei Gegentore und in diesem Bereich waren sie mit Abstand die erfolgreichste Nationalmannschaft in der Qualifikation. Darüber hinaus wurden sie kein einziges Mal bezwungen, sie verbuchten je fünf Siege und Remis. Für die Rumänen ist dies die fünfte Teilnahme an einer EM, während sie an der Weltmeisterschaft schon sieben Mal teilgenommen haben, wobei sie bei diesen großen Fußball-Turnieren nur zwei Mal bis ins Viertelfinale geschafft haben und zwar 1994 bei der WM in den USA, sowie bei der EURO 2000 in Belgien und den Niederlanden. Das Bestehen der Gruppenphase würde für sie dieses Mal wahrscheinlich einen großen Erfolg darstellen.

Nationaltrainer: Zu diesem Ergebnis werden sie mit Hilfe des 66-jährigen heimischen Experten Anghel Iordanescu versuchen zu kommen, der die rumänische Nationalmannschaft im Oktober 2014 übernommen hat und zwar nachdem sie unter Leitung von Victor Piturca drei Qualifikationsspiele bestritten und dabei zwei Siege und ein Remis verbucht haben. Es kam aber zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Piturca und dem rumänischen Fußballverband. Piturca kündigte freiwillig die Zusammenarbeit mit dem rumänischen Fußballverband auf. Nachdem die Mannschaft angeführt von Iordanescu zwei Heimsiege in Folge holte und zwar gegen Nordirland und Färöer-Inseln, bekam er einen festen Vertrag, was sich als eine gute Entscheidung erwies, da sich die Nationalelf Rumäniens unter seiner Leitung für die EM in Frankreich qualifizierte. Dieser erfahrene Experte hat hinter sich eine reiche Spielerkarriere, hauptsächlich im Trikot von Steaua Bukarest. Eine Zeitlang spielte er für den griechischen OFI Kreta. Für die rumänische Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 64 Spiele. Iordanescu begann seine Trainerkarriere nach seiner Rückkehr aus Griechenland als Co-Trainer gerade bei Steaua Bukarest. Später trainierte er viele Klubs in den arabischen Ländern. Es ist seine dritte Amtszeit bei der rumänischen Fußballnationalmannschaft. Eine Zeitlang agierte er als Trainer der griechischen Nationalauswahl.

Spielsystem und Spielerkader: Wir haben schon gesagt, dass Rumänien nach achtjähriger Abstinenz endlich geschafft hat sich für ein großes Turnier zu qualifizieren und zwar im großen Stil, da sie in zehn gespielten Begegnungen keine einzige Niederlage kassierten. Darüber hinaus haben sie in der Qualifikation eine äußerst feste Abwehr demonstriert und mit zwei kassierten Gegentoren waren sie mit Abstand die beste Mannschaft in diesem Bereich. Daher ist es durchaus logisch zu erwarten, dass sie auch bei der EURO die gleiche Spieltaktik anwenden. Darüber hinaus ist der große Zusammenhalt zwischen den Spielern einmalig, in erster Linie deshalb, weil in dieser Generation im Gegensatz zu den früheren keine großen Stars dabei sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass derzeit die beiden teuersten rumänischen Spieler Torwart Tatarusanu (Florenz) und Innenverteidiger Chiriches (Neapel) sind. Der Rest der Mannschaft ist qualitätsmäßig ausgeglichen, wobei man im Angriff sehr viel von Torje und Stancu erwartet, die derzeit in der Türkei spielen. Es überraschte aber ein wenig, dass Iordanescu die erfahrenen Stürmer Marica und Rusescu sowie den jungen Tanase für diese EURO nicht nominiert hat. Auf der anderen Seite fielen die verletzten Verteidiger Papp und Mittelfeldspieler Budescu aus. Die Rumänen bevorzugen die 4-2-3-1-Formation, wobei alle Spieler gewisse Aufgaben in der Defensive haben.

Voraussichtliche Aufstellung: Tatarusanu – Sapunaru, Chiriches, Grigore, Rat – Hoban, Pintilii – Popa, Maxim, Torje – Stancu

Vorhersage: Wenn man berücksichtigt, dass die Rumänen in der Qualifikation in der schwächsten Gruppe mitgespielt haben, dann ist es schwierig zu prognostizieren, was wir von ihnen in Frankreich erwarten können, zumal sie bereits in der ersten Runde auf den Gastgeber treffen werden. Wenn sie durch ihr äußerst standfestes Abwehrspiel ungeschlagen bleiben sollten, dann könnten sie in den weiteren zwei Duellen gegen die Schweiz und Albanien versuchen, sich das Weiterkommen in die nächste Runde zu sichern, was sicherlich ein großer Erfolg für diese Generation wäre.