RUSSLAND

Nach der erklärten Unabhängigkeit von Russland 1992, haben die Russen nur eine Europameisterschaft verpasst und zwar 2000 in Belgien und den Niederlanden, während sie bei den restlichen vier Auftritten das beste Ergebnis vor acht Jahren in Österreich und der Schweiz verbuchten, wo sie sogar das Halbfinale erreichten. Es ist interessant, dass sogar vier Spieler aus dieser Generation immer noch im Trikot der russischen Nationalelf spielen und damit große Erfahrung besitzen, die sie in der Zwischenzeit auf den Rest des Teams übertragen konnten. Allerdings wurden sie bei den letzten zwei großen Turnieren, EM 20012 und WM 2014 bereits in der Gruppenphase eliminiert, während sie die EM-Qualifikation ziemlich schlecht eröffneten. Deshalb wurde der italienische Experte Fabio Capello vier Runden vor dem Ende entlassen und stattdessen wurde er erfahrene heimische Experte Leonid Slutski verpflichtet, was sich als eine sehr gute Entscheidung erwies, weil sie mit vier Siegen in Folge auf dem zweiten Gruppenplatz landeten und sich damit die direkte Teilnahme an der EM sicherten. Vor ihnen in der Tabelle war nur Österreich mit sogar acht Punkten Vorsprung, während die Russen einen heftigen Kampf mit den Schweden bis zuletzt führten, aber am Ende mit zwei Punkten Vorsprung vor ihnen landeten. Hinter sich ließen sie noch Montenegro, Liechtenstein und Moldawien. Russland beendete die Qualifikation mit sechs Siegen und jeweils zwei Remis und zwei Niederlagen. Beide Niederlagen kassierten sie gegen Österreich.

Nationaltrainer: Wir haben schon gesagt, dass die russische Nationalelf vom 45-Jährigen heimischen Experten Leonid Slutski geleitet wird. Ansonsten leitet dieser seit sieben Jahren ZSKA aus Moskau mit großer Erfolg. Mit diesem Moskauer Verein kam er neulich zu seinem dritten Meistertitel Russlands. Darüber hinaus hat er mit ZSKA noch zwei Mal den russischen Superpokal gewonnen sowie zwei nationale Pokalwettbewerbe und so war es ganz logisch, dass gerade er vom russischen Fußballverband in August letzten Jahres als Rettung für “Sbornaja” geholt wurde. Das erwies sich als eine sehr gute Entscheidung, was auch die Positivserie von vier Qualifikationssiegen in Folge am besten bestätigte. Danach haben sie unter seiner Leitung mehrere Testspiele bestritten und dabei eine ziemlich unbeständige Spielform gezeigt. Slutskis aktive Laufbahn endete mit knapp 19 Jahren durch eine Knieverletzung, aber offensichtlich führte diese erzwungene Entscheidung dazu, dass er seine Trainerkarriere sehr jung begann und so bekam er sein erstes Trainer-Engagement als 29-Jähriger.

Spielsystem und Spielerkader: Es ist schon länger bekannt, dass die größte Stärke der russischen Nationalauswahl in der äußerst standfesten Abwehr liegt und so kassierten sie in 10 Qualifikationsspielen nur fünf Gegentore. Aber auf der anderen Seite, mit Ausnahme vom Spiel gegen Liechtenstein, haben sie im Angriff nicht besonders brilliert. Der erste Name in diesem Mannschaftsbereich ist der große und korpulente Zenit-Stammspieler, Dzyuba. Neben ihm kommt auch sein Teamkollege Kokarin zur Geltung, der aber viel mehr am Flügel agiert. Nach der Ankunft von Slutski spielen sie nämlich hauptsächlich die 4-2-3-1-Formation, wobei in der Abwehrreihe ZSKA-Innenverteidiger Ignashevich und Brüder Berezutski agieren. Vor kurzem schloss sich ihnen auch Stammspieler von Schalke 04, Neustadter, an. Was das Mittelfeld betrifft, liegt da wahrscheinlich das größte Problem dieses Teams, da die verletzten Dzagoev, Zhirkov, Taraslov und Cheryshev ausfallen, während Verteidiger Kuzmin schon länger verletzt ist. Aus diesem Grund ist es immer noch nicht bekannt, welchen Spielern Slutski im Mittelfeld die Chance geben wird, zumal es bekannt ist, dass er bei ihnen eher defensive als offensive Qualitäten schätzt. Das durchschnittliches Alter in dieser Nationalmannschaft beträgt sogar 29 Jahre und damit haben sie mit Abstand das älteste Team bei der EURO.

Voraussichtliche Aufstellung: Akinfeev – Smolnikov, V.Berezutski, Ignashevich, Kombarov – Denisov, Mamaev – Kokorin, Shirokov, Shatov – Dzyuba

Vorhersage: Natürlich werden sich die Russen bei diesem großen Turnier in erster Linie auf ihre große Erfahrung verlassen, vor allem aufgrund der Tatsache, dass fast alle ihre Spieler in der heimischen Liga auftreten und sich daher untereinander sehr gut kennen. Darüber hinaus werden sie vom ZSKA-Trainer geleitet, der mehrere Nationalspieler trainiert und daher glauben wir, dass sie in der Gruppenphase gleich hinter England landen sollten, wobei sie auch in Duellen gegen die Debütanten Slowakei und Wales definitiv keine leichte Aufgabe haben dürften.