SCHWEDEN

Die Schweden nahmen 1992 das erste Mal an einer Europameisterschaft teil. Sie waren damals die Gastgeber und diese Situation nutzten sie auf die bestmögliche Art und Weise aus, da sie trotz einer sehr schwierigen Gruppe, in der sie waren, den Einzug ins Halbfinale schafften, wo sie dann von der äußerst starken deutschen Nationalauswahl gestoppt wurden. Vier Jahre später haben sie sich für die EM in England nicht qualifiziert, aber an den folgenden vier Europameisterschaften waren sie regelmäßige Teilnehmer, aber mit einer bescheiden erbrachten Leistung. Nur In Portugal vor 12 Jahren gelang ihnen der Einzug ins Viertelfinale. Auf der anderen Seite haben sie an sogar 11 Weltmeisterschaften teilgenommen. Im Jahr 1958 haben sie vor eigenem Publikum sogar bis ins Finale geschafft, wo sie dann von Peles Brasilien gestoppt wurden. Allerdings waren sie bei den letzten zwei WM nicht dabei, während sie sich in der EM-Qualifikation ziemlich quälten und erst in der Relegation gelang ihnen die Qualifikation. Mit einer Bilanz von fünf Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen landeten sie nämlich auf dem dritten Gruppenplatz, hinter Österreich und Russland. In den Playoffs haben sie im großen skandinavischen Duell Dänemark eliminiert und zwar nachdem sie zuhause 2:1 feierten, während sie in Kopenhagen remisiert haben (2:2).

Nationaltrainer: Die Schweden werden vom 58-jährigen heimischen Experten Erik Hamren geleitet. Hamren spielte in der Jugend selbst Fußball, beendete seine aktive Karriere bereits im Alter von 18 Jahren. Seine Trainerkarriere begann er 1987 und in den nächsten Jahren trainierte er vor allem schwedische Niedrigligisten. Im Jahr 1995 übernahm er einen Erstligisten und zwar AIK aus Stockholm. Später leitete er drei weitere skandinavischen Vereine und zwar den schwedischen Orgryte, den dänischen Aalborg sowie den norwegischen Rosenborg. Mit den letzteren zwei Clubs gewann er drei Meistertitel und das war tatsächlich die beste Empfehlung für die Übernahme der schwedischen Nationalelf im November 2009. Es ist aber bereits bekannt, dass nach dieser EURO fünf Jahre jüngerer Janne Andersson den Trainerposten übernehmen wird. In letzter Zeit leitete dieser mit großem Erfolg den schwedischen Erstligisten Norrköping.

Spielsystem und Spielerkader: Die Schweden haben in der Qualifikation vor allem mit zwei Stürmern, Ibrahimovic und Berg, gespielt. In Frankreich erwarten wir in Anbetracht dessen keine Änderungen, zumal auch der junge Guidetti inzwischen ein ernsthafter Kandidat für den zweiten Platz im Angriff geworden ist. Das bedeutet, dass Hamren weiterhin 4-4-2-Formation spielen wird, wobei im Mittelfeld fast niemand sicher ist, weil die Schweden in diesem Bereich momentan eine große Anzahl von gleich guten Spielern haben. Sie sind jedoch weit unter dem Niveau von Ibrahimovic und dies ist sicherlich das größte Problem dieser Nationalauswahl, denn das ganze Spiel von Schweden ist darauf basiert, dass man den populären Ibra so gut wie möglich beschäftigt. Was die Abwehrreihe betrifft, ist da mehr oder weniger alles bekannt. Auf Außenseiten sollen die erfahrenen Lustig und Olsson agieren, während in der Innenabwehr neben Granqvist in letzter Zeit auch der junge Lindelof brilliert, der sonst eine sehr gute Saison im Benfica-Trikot hinter sich hat. Hamren hatte dieses Mal nicht zu viele Probleme mit Ausfällen und so fiel nur der verletzte Verteidiger Wendt aus, während der angeschlagene Mittelfeldspieler Ekdal fraglich ist. In diesem Fall kommt der erfahrene Larsson in die Startelf.

Voraussichtliche Aufstellung: Issakson – Lustig, Granqvist, Lindelof, Olsson – Larsson, Wernbloom, Kallstrom, Forsberg – Ibrahimovic, Berg

Vorhersage: Da die schwedische Nationalmannschaft eine Mischung aus Jugend und Erfahrung darstellt, können wir von ihnen jedes mögliche Ergebnis erwarten. Das erste Spiel gegen Irland wird definitiv entscheidend sein. Im Falle einer Niederlage wären sie wahrscheinlich gleich abgeschrieben, während die anderen zwei Optionen sicherlich zur zusätzlichen Steigung des Selbstbewusstseins führen würden, sodass sie im weiteren Verlauf der Meisterschaft noch gefährlicher werden könnten. Wir glauben aber, dass sie die Gruppenphase auf einem der letzten zwei Plätze beenden werden, weil Belgien und Italien viel hochwertigere Teams zur Verfügung haben, während sie ein gutes Ergebnis gegen Irland vielleicht als drittplatzierte Mannschaft ins Achtelfinale bringen könnte.