SCHWEIZ

Nachdem sie sich für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine vor vier Jahren nicht qualifiziert haben, gelang den Schweizern die EM-Qualifizierung in Frankreich. Außerdem haben sie an den letzten drei Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 2014 in Brasilien sogar in die K.o.-Phase geschafft haben. Auf der anderen Seite gelang ihnen bei der EM noch nie die Gruppenphase zu bestehen, obwohl sie schon an drei Europameisterschaften teilgenommen haben. 2008 waren sie zusammen mit Österreich sogar die Gastgeber. Gerade aus diesem Grund ist ihr Hauptziel in Frankreich der Einzug in die K.o.-Phase und wenn man bedenkt, dass die beiden bestplatzierten Mannschaften sowie vier besten Drittplatzierten weiterkommen, dann ist es durchaus realistisch zu erwarten, dass die Schweizer in der Konkurrenz mit Frankreich, Rumänien und Albanien den langersehnten Durchbruch endlich schaffen, zumal sie eine solide Qualifikation hinter sich haben. In der Tabelle war nur England vor ihnen, während sie Slowenien, Estland, Litauen und San Marino hinter sich gelassen haben. Gegen sie spricht aber die Tatsache, dass sie in den letzten sechs Monaten drei Testspiele verloren haben und zwar gegen die Slowakei, Irland und Bosnien-Herzegowina, während sie nur gegen Österreich gefeiert haben.

Nationaltrainer: Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 übernahm der 52-Jährige bosnische Experte Petkovic die Schweizer Fußballnationalmannschaft als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld. Seine Spieler- und Trainerkarriere hat Petkovic gerade in der Schweiz aufgebaut. In seiner Laufbahn als Spieler hat er keine besonders großen Erfolge gefeiert, während er als Trainer von Young Boys im Zeitraum von 2008 bis 2011 seine besten Ergebnisse verbuchte. Später leitete er noch den türkischen Samsunspor, Sion sowie Lazio Rom. Zu Beginn seiner Amtszeit als Trainer der Schweizer Nationalelf hatte er gewisse Probleme, da sie in den ersten zwei EM-Qualifikationsrunden von England und Slowenien bezwungen wurden. Danach folgte aber eine Serie von sogar sieben Siegen und nur einer Niederlage. Drei kassierten Niederlagen in Freundschaftsspielen hat ihm somit niemand übelgenommen. Aber jetzt bei der EURO wird von ihm sicherlich erwartet, dass er mit seinem Team mindestens die Gruppenphase besteht, während im weiteren Verlauf des Turniers Vieles von anderen Faktoren abhängen wird.

Spielsystem und Spielerkader: Die Schweizer bevorzugen die 4-2-3-1-Formation, was im Hinblick auf den Spielerkadar irgendwie die beste Lösung für diese Mannschaft ist. Die wichtigsten Merkmale dieser Mannschaft sind große Disziplin und taktische Überlegung, wobei sie auch sehr gut in der Lage sind sich dem Gegner anzupassen. Allerdings haben sie in den letzten Testspielen nicht brilliert und deshalb erwarten wir, dass wir in Frankreich einige neue Gesichter in der Startelf zu sehen bekommen, zumal Innenverteidiger Schär und Senderos, Mittelfeldspieler Shaqiri und Steffen sowie der junge Stürmer Embolo momentan nicht topfit sind. Darüber hinaus wurden dieses Mal Innenverteidiger Klose sowie Mittelfeldspieler Inler, Kasami, Lustenberger und Stocker nicht nominiert, während Stürmer Drmic verletzungsbedingt ausfällt. Seferovic soll in der Angriffsspitze agieren, während Mehmedi und Shaqiri (wenn er topfit sein sollte) sowie die Neuverpflichtung Xhaka gleich hinter ihm agieren sollen. Um die beiden Mittelfeldplätze werden mehrere Spieler ebenbürtig kämpfen, während die erfahrene Abwehrreihe angeführt vom Torwart Sommer im Moment wohl die größte Stärke der Schweizer darstellt.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer – Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodriguez – Fernandes, Frei – Shaqiri, Xhaka, Mehmedi – Seferovic

Vorhersage: Was die Schweizer betrifft, glauben wir, dass es endlich die Zeit gekommen ist, dass sie einen Schritt nach vorne bei den Europameisterschaften machen und das würde bedeuten, dass sie im schlimmsten Fall nur bis ins Achtelfinale schaffen. Einen großen Rivalen werden sie in Rumänien haben, da die Rumänen einen noch defensiveren Fußball spielen als sie und die gleiche Situation ist auch mit Albanien, sodass wir in diesen zwei Duellen keine torreiche Partien erwarten sollen. Wenn die Schweiz zumindest in einem von diesen zwei Duellen feiern sollte, dann werden sie in der letzten Runde gegen Frankreich sicherlich viel selbstbewusster antreten und in diesem Fall würden sie vielleicht sogar um den ersten Platz konkurrieren.