UNGARN

Die Magyaren waren früher das Spitzenteam, aber das gehört jetzt der Vergangenheit an und in der neueren Geschichte ist diese Nationalmannschaft hauptsächlich nur ein Außenseiter und kann nichts mehr als eine solide Partie abliefern, dank der sie letztendlich die Platzierung in eine große Meisterschaft nicht schaffen können. In den letzten Qualifikationen haben sie das endlich geschafft und werden in ihrer ersten EM nach 1972 spielen und insgesamt in der dritten, wobei sie 1964 Bronze geholt haben. Das letzte Mal nahmen sie an einer WM im Jahr 1986 in Mexiko teil und seitdem machten sie in keinen großen Wettbewerben mit. Jetzt haben sie es endlich geschafft, obwohl es wieder mal ungewiss war, nachdem sie in ihrer Gruppe drittplatziert waren und somit in die Relegation eingezogen sind. Bei der Auslosung hatten sie einigermaßen Glück, denn sie spielten gegen Norwegen, das ja objektiv nicht besser ist, so dass es die Magyaren letztendlich geschafft haben. In der Gruppe mussten sie einfach bessere Leistung erbringen, wo ja die favorisierten Griechen aus allen Kombinationen eliminiert worden sind und es schien, dass die Magyaren neben den Rumänen die größten Favoriten sind, doch es mischte sich auch Nordirland ein. Sie lieferten hauptsächlich standfeste und ineffiziente Partien ab und erst das letzte Duell gegen Griechenland verbesserte einigermaßen die Statistik. Man kann schon sagen, dass sie in der EM eine Gruppe nach Maß bekommen haben und auf die Platzierung in die zweite Runde hoffen können, obwohl der Sieg für sie kein Muss ist.

Nationaltrainer: Die Magyaren werden von einem relativ jüngeren Nationaltrainer angeführt, dem 53-jährigen Deutschen Bernd Storck, der auf die Trainerbank dieser Nationalmannschaft ungefähr in der Mitte der Qualifikationen anstelle von Dardai geholt wurde, obwohl er ganz solide Ergebnisse erzielt hat. Storck hat die Gelegenheit bekommen, die Arbeit zu Ende zu bringen, was er letztendlich auch geschafft hat. Er hat einen hervorragenden Durchschnitt, denn die Magyaren haben unter seiner Anführung nur eine Niederlage kassiert und zwar von Griechenland in der letzten Qualifikationsrunde, als es schon klar war, dass sie in der Relegation spielen werden. Was seine Trainerkarriere angeht, hatte er kein bedeutendes Engagement und am Anfang war er hauptsächlich Assistent, während er danach zwei Jahre lang die Trainerbank der Nationalmannschaft von Kasachstan besetzt hat. Er führte auch zwei Altersgruppen der U-21-Nationalmannschaften dieses Landes an, wie auch die Nachwuchsabteilung von Olympiacos, wonach er die ungarische U-21-Nationalmannschaft übernommen hat und im letzten Jahr endlich auch die Nationalmannschaft von Ungarn. Er leistete gute Arbeit, wobei man dennoch erwähnen muss, dass die halbe Arbeit vor ihm schon geleistet wurde. Er kann sich in dieser EM beweisen und wenn die Magyaren in die zweite Runde einziehen, werden alle zufrieden sein, obwohl er nicht unter Druck steht, da er schon einen neuen Vertrag unterschrieben hat und Nationaltrainer von Ungarn bleibt, abgesehen vom Ergebnis in Frankreich.

Spielsystem und Spielerkader: Wir haben ja schon erwähnt, dass die Magyaren in den Qualifikationen eine standfeste Abwehr hatten und deswegen waren ihre Duelle ineffizient. Es ist klar, dass diese Nationalmannschaft sehr limitiert ist und deswegen müssen sie nach einem Spielsystem suchen, das ihnen am meisten passt, bezüglich der Qualität der einzelnen Spieler. Die klassische 4-4-2 oder 4-2-3-1 sind Formationen, in denen sie spielen und dieses zweite System sollte man von den Magyaren in Frankreich erwarten, denn sie werden wieder versuchen, ihr Spielsystem aufzudrängen und für ineffiziente Duelle zu sorgen. Der Spitzenspieler dieser Nationalmannschaft ist Balazs Dzsudzsak, der Mittelfeldspieler von Bursaspor, aber auch er hat mit verletzungsbedingten Problemen zu kämpfen und er ist nicht der einzige, denn auch Nemeth und Priskin haben sich Verletzungen zugezogen. Interessant ist, dass Ungarn auch weiterhin auf die Veteranen zählt und zwar Torhüter Kiraly und Mittelfeldspieler Gera, der ja viele Spielerjahre in den Beinen hat. Die Magyaren müssen einfach guten Teamgeist haben, ansonsten werden sie den Einzug in die zweite Runde schwer schaffen können.

Voraussichtliche Aufstellung: Kiraly – Fiola, Juhasz, Korcsmar, Kadar – Nagy, Elek – Dzsudzsak, Gera, Stieber – Szalai

Vorhersage: Ihre Gruppe ist nicht schwer und genau das gibt ihnen Hoffnung, aber wenn die Magyaren nicht ihr Bestes geben, dann sind auch diese Gegner für Ungarn zu stark, denn sie besitzen einfach keine einzelne Qualität für den Einzug in die zweite Runde. Das erste Duell spielen sie gegen Österreich und dieses Duell wird über ihr Schicksal entscheiden. Objektiv sind sie schlechter und demnach werden sie vielleicht auf das Achtelfinale verzichten müssen.