Obwohl solche Prognosen sehr undankbar sind, was uns die letzte Saison am besten gezeigt hat, weil zwei Vereine abgestiegen sind, die niemand auf der Rechnung hatte, haben wir in die Gruppe der potenziellen Absteiger sechs Vereine eingereiht. Natürlich haben wir das zur Verfügung stehende Budget zur Rate gezogen und bei diesem Kriterium sind am schlechtesten die Aufsteiger Reading und Southampton und die letztjährigen Aufsteiger Norwich und Swansea. Die anderen beiden Plätze haben wir an Wigan und West Bromwich vergeben, die bisher kaum gute Transfers getätigt haben.

 

Reading

Spielsystem und Trainer: das erstplatzierte Team des Championships ist der direkte Aufsteiger und zwar seit vier Jahren Abstinenz aus der Königsklasse des englischen Fußballs. Nach Meinung vieler Experten wird der Erstligastatus schwer zu halten sein, wenn Reading seine Toreffizienz nicht verbessert. Trainer McDermott ist bekannt dafür, dass er die kontrollierende Spielweise bevorzugt, sodass die Spiele von Reading nie viele Tore mit sich bringen. Jetzt, wo er viel stärkere Gegner hat, muss er noch zusätzliche Optionen in sein Team einbauen, weil die meisten Vereine der PL eine adäquate Antwort auf solche Spieltaktik haben werden. Die Abwehr wird jetzt größeren Prüfungen unterzogen, somit der Neuzugang von drei Defensivspielern kein Wunder ist. Im Mittelfeld und im Angriff gibt es mehr Auswahl an guten Spielern, aber auch für diese Bereiche der Mannschaft wurden neue Spieler geholt.

Transfers: unter den interessanten Neuzugängen sollte man unbedingt den Angreifer Pogrebnyak erwähnen, der zwar vom VfB Stuttgart gekauft wurde, aber in der letzten Rückrunde hat er schon bei Fulham auf Leihbasis gespielt. Der zweite große Name ist Mittelfeldspieler Guthrie, der von Newcastle weggelotst wurde. Das Mittelfeld wird noch zusätzlich mit dem jungen McCleary vom Nottingham Forest verstärkt, was die Konkurrenz im Mittelfeld zusätzlich anheizen wird. Ein weiterer Nottingham-Spieler ist der walisische Nationalspieler Gunter, der recht außen spielt. Die linke Abwehrseite wurde ebenfalls verstärkt und zwar mit dem erfahrenen Shorey (von WBA). Die Abwehr wurde noch mit dem jamaikanischen Innenverteidiger Mariappa verstärkt, der von Watford gekommen ist und als Ersatz für den jungen Mills gedacht ist, der zum Zweitligisten Burnley gegangen ist. Ein weiterer erwähnenswerter Weggang ist Antonio, der zwar kein echter Stammspieler gewesen ist, aber zumindest erwähnt werden sollte.

Prognose: gerade die Tatsache, dass McDermott die wichtigsten Spieler behalten konnte, ist das Wichtigste überhaupt. Die Neuzugänge sind nicht schlecht und sie werden auf jeden Fall die Konkurrenz im Spielerkader erhöhen, aber mehr als der vorzeitige Klassenerhalt ist nicht drin. Reading hofft darauf, dass er von anderen Vereinen unterschätzt wird, zumindest in der Hinrunde, aber die wahre Stärke eines Vereins ist relativ schnell sichtbar, sodass dieser Vorteil nicht lange anhalten wird. Alles in Allem ist Reading zu Recht einer der Topkandidaten auf den Abstieg.

Quote für den direkten Abstieg: 2,20 bei youwin


Southampton

Spielsystem und Trainer: was soll man über Norwich sagen, wenn man bedenkt, dass dieser Verein in gerade mal zwei Saisons aus der dritten Liga bis zur Premier League hochgekommen ist. Die letztjährige Championship-Saison wurde mit dem fantastischen zweiten Tabellenplatz beendet. Diese großartige Leistung hat eigentlich der fantastische schottische Trainer Adkins möglich gemacht, weil er das Spiel von Southampton neubelebt hat. Vor allem im Angriff ist Southampton sehr gut gewesen und in der letzten Saison hat der Verein die meisten Treffer der gesamten zweiten Liga erzielt. Natürlich sollte man sich auch bei den beiden Angreifern Lambert und Sharp bedanken. Außerdem hatte Southampton die drittbeste Abwehr der Liga, was Gegentore angeht. Jetzt hofft man an der gleichen Stelle weiterzumachen, wobei man davon ausgehen sollte, dass der Trainer eine ein wenig defensivere Variante wählen wird, vor allem wenn man auswärts spielen muss. Im eigenen Stadion wird Southampton weiterhin angreifen und versuchen den gleichen Offensivfußball wie in der letzten Zweitligasaison zu zelebrieren.

Transfers: was den Spielerkader angeht, haben wir hier eine ähnliche Situation wie beim Reading, da Southampton ebenfalls versucht hat, viele Stammspieler zu behalten. In der Sommerpause wurden bisher nur zwei ältere Spieler abgegeben und zwar Innenverteidiger Jaidi und Angreifer Connoly. Gleichzeitig wurden drei sehr interessante Spieler gekauft, die sofort für das erste Team konkurrieren sollten. Sicherlich ist der junge englische U21-Nationalspieler Rodriguez der namhafteste Neuzugang, der den Angriff stark verjüngen sollte. Der zweite Neuzugang ist der erfahrene Mittelfeldspieler Steven Davis, der von den Rangers aus Glasgow kommt. Mit seiner Erfahrung sollte man viel reifer im Mittelfeld spielen können. Und zuletzt bleibt noch der rechte Außenspieler Clyne, der die Abwehr aufwerten sollte und von Crystal Palace kommt.

Prognose: wie gut die Neuzugänge integriert werden können, bleibt abzuwarten, aber Southampton muss sich auch umstellen, weil die Erstligaabstinenz lange Zeit angedauert hat. Eins sind wir uns sicher und zwar, dass auf Southampton eine ähnlich schwere Saison wie auf Reading zukommt. Wahrscheinlich wird uns Southampton in manchen Spielen positiv überraschen können, aber letztendlich ist der Abstieg nicht abzuwenden.

Quote für den direkten Abstieg: 2,38 bei bet365


Wigan

Spielsystem und Trainer: der junge spanische Trainer Martinez bleibt weiterhin auf dem Cheftrainersessel von Wigan, was kein Wunder ist, wenn man sich erinnert, dass er bei seiner Ankunft im letzten Frühjahr den Verein in einer fast aussichtlosen Situation übernommen hat. Er hat auf dem schnellsten Wege den Verein in sicherere Gewässer geführt und den Klassenerhalt relativ locker geschafft. Wenn dazu noch berücksichtigt, dass Wigan ab dem Frühjahr ein sehr schweres Programm hatte, dann ist klar, dass Martinez bei Wigan unangefochten ist. Trotz des schweren Programms hat Wigan in den letzten 10 Ligarunden 7 Siege erzielt, was am Ende für den 15. Tabellenplatz gereicht hat. In der kommenden Saison will er unbedingt diesem Stress aus dem Wege gehen, aber dieses Vorhaben ist nicht leicht, weil Wigan kaum qualitativ hochwertige Spieler hat. Vor allem das Mittelfeld könnte zum Problem werden, weil drei Stammspieler verkauft worden sind.

Transfers: es wundert uns eigentlich sehr stark, dass die Vereinsverantwortlichen zugelassen haben, dass sowohl Thomas als auch Jones als auch Diame den Verein verlassen. Außer den drei Mittelfeldspielern ist noch der kolumbianische Angreifer Rodallega gegangen und zwar nach Fulham. Andererseits ist den Bossen aufgefallen, dass sie eine gute Defensivverstärkung brauchen, somit der 27-jährige Ramis von Mallorca geholt wurde. Der Angriff wurde mit Wiederkehrer Boselli aufgewertet, der in der letzten Saison auf Leihbasis bei Estudiantes gespielt hat. Die Rückkehr von Boselli war sehr wichtig, weil man davon ausgeht, dass der fantastische Nigerianer Moses den Verein verlassen wird. Momentan ist Chelsea am meisten interessiert. Mit dem Geld vom Moses-Transfer könnte man das stark gebeutelte Mittelfeld verstärken, aber die Zeit läuft langsam ab.

Prognose: wenn Wigan nichts Großartiges fürs Mittelfeld transferiert, dann ist der Erstligastatus sehr stark gefährdet und zwar obwohl die Abwehr und der Angriff gut besetzt sind. Wenn die Verletzungen dazukommen, dann wird die Luft für Wigan sehr dünn, weil Martinez einfach zu wenige Spieler in seinem Kader hat. Wir erwarten Wigan wieder im harten Abstiegskampf.

Quote für den direkten Abstieg: 2,70 bei youwin


Norwich

Spielsystem und Trainer: was Norwich angeht, sollte man sagen, dass uns dieser Verein in der letzten Saison positiv überrascht hat, weil der Aufsteiger der letzten Saison der Hauptabstiegskandidat gewesen ist, aber am Saisonende sprang der sehr gute 12. Platz heraus. Dies haben die vermeidlichen Außenseiter dem schottischen Trainer Paul Lambert zu verdanken. Er hat das Team sehr gut angeführt, zeitweise war Norwich sogar in der oberen Tabellenhälfte vorzufinden. Der Klassenerhalt wurde auch relativ leicht gesichert. All dies blieb leider nicht unbemerkt, somit Lambert von größeren Vereinen entdeckt wurde. Infolgedessen verließ er den Verein Richtung Aston Villa. Für Lambert wurde Ex-Trainer von Newcastle und Birmingham engagiert und zwar Cris Hughton. Hughton ist bekannt für eine defensivorientierte Spielweise, was bedeutet, dass Norwich große Veränderungen erleiden wird.

Transfers: der getätigte Trainerwechsel ist der Grund für die zahlreichen Transfers von Norwich. Die meisten Veränderungen hat die Abwehr erfahren. Gegangen sind die ausgeliehenen Laeta und Naughton und die gelegentlichen Stammspieler Whitebread und Drury. Dafür wurden zwei sehr erfahrene und erprobte Spieler geholt und zwar Turner von Sunderland und Whittaker von Glasgow Rangers. Im Mittelfeld gab die wenigste Bewegung, da nur der gealterte Crofts mit dem 22-jährigen Butterfield ersetzt wurde. Im Angriff wurde schon mehr gemacht. Abgegeben wurde nur der erfahrene Wilbraham, aber dafür wurde einer der besten Angreifer der zweiten Liga geholt und zwar Snodgrasson von Leeds.

Prognose: unabhängig davon, dass in der letzten Saison Norwich sehr gute Partien geboten hat, sind wir der Meinung, dass die kommende Saison viel schwieriger wird, weil der Weggang des Trainers Lambert und Zugang von Hughton große Veränderungen mit sich bringen wird. Vor allem im taktischen Bereich unterscheiden sich die beiden Trainer sehr stark voneinander. Es ist schwer zu erwarten, dass Norwich dem Abstiegskampf wieder entgehen kann, vor allem wenn keine zusätzlichen Mittelfeldspieler geholt werden.

Quote für den direkten Abstieg: 2,50 bei bet365


Swansea

Spielsystem und Trainer: genau wie Norwich hat Swansea in der letzten Saison positiv überrascht. Am Ende sprang sogar ein noch besserer Tabellenplatz heraus und zwar der 11. Diese große Leistung blieb auch nicht unbemerkt von den großen Vereinen, sodass der letztjährige Trainer Rodgers nach Liverpool gegangen ist. Für ihn wurde der wenig erfahrenere Laudrup geholt, der zuletzt Mallorca als die letzte Station in seiner Trainerkarriere hatte. Bei Mallorca kam Laudrup gar nicht zurecht und jetzt sind viele Fans und Vereinsexperten sehr skeptisch, was sein Engagement angeht. Andererseits ist der Druck der Fans auch nicht zu unterschätzen, weil sie mehr als in der letzten Saison erwarten. Laudrup kann sich bei Swansea vielleicht zurechtfinden, weil das Team offensivausgerichtet ist und gerade diese Spielweise passt Laudrup, da er früher als Spieler auf der Angreiferposition gespielt hat. Seine Ausstrahlung und sein Optimismus sind schon berechtigt, er muss nur viel mehr Gewicht auf die Abwehrarbeit seiner Schützlinge legen.

Transfers: gerade wegen der Verbesserung der Abwehr wurde der erfahrene spanische Innenverteidiger Chico gekauft, der zwar bei Genua unter Vertrag gewesen ist, aber die letzten zwei Jahre bei Mallorca gespielt hat, wo ihn Laudrup kennengelernt hat. Neben ihm werden weitere Spanier bei Swansea spielen und zwar Mittelfeldspieler de Guzman und der offensive Michu. Die beiden Spanier sollen den Weggang des Isländers Sigurdsson kompensieren, der zwar nur ein halbes Jahr bei Swansea gespielt hat, aber in der Zeit hat er große Taten vollbracht. Der offensive Mittelfeldspieler Sigurdsson ist zusammen mit dem Trainer Rodgers nach Liverpool gewechselt. Ein weiterer erwähnenswerter Abgang ist der junge Innenverteidiger Caulker, der ebenfalls nur auf Leihbasis gespielt hat.

Prognose: bei Swansea ist das Hauptproblem eine schnelle Eingewöhnung auf den neuen Trainer einzuleiten. Da dieses Einspielen auf die Taktik des neuen Trainers immer ein wenig dauert, erwarten wir keinen guten Saisonauftakt von Swansea und allgemein gesehen erwarten wir Swansea in der unteren Tabellenhälfte und zwar in der Nähe der Gefahrenzone. Wenn es aber Swansea schaffen sollte, viele Stammspieler zu halten, dann sollte der Klassenerhalt klappen, es wird aber nicht leicht.

Quote für den direkten Abstieg: 3,25 bei bet365


West Bromwich

Spielsystem und Trainer: die letzte Mannschaft, die wir in die Gruppe der potenziellen Absteiger eingruppiert haben, ist West Bromwich Albion und zwar hauptsächlich aufgrund des Trainerweggangs. Der erfahrene Trainer Hodgson verlässt den Verein, er übernimmt nämlich die englische Nationalmannschaft, was für jeden Trainer der Traumberuf schlechthin ist. Dank Hodgson beendete WBA die letzte Saison auf dem fantastischen 10. Tabellenplatz. Er hat es geschafft, aus ein paar durchschnittlichen Spielern ein fantastisch zu funktionierendes Kollektiv zu bilden, das die meiste Zeit in der oberen Tabellenhälfte verbracht hat. Für ihn wurde der Assistent-Trainer von Liverpool geholt und zwar Steve Clark, für den dies die erste selbstständige Trainerstation ist. Das bringt zwar viel Ruhm, aber auch sehr viel Verantwortung. Andererseits wird man WBA nicht mehr unterschätzen, somit die kommende Saison sicherlich viel schwerer als die letzte Saison sein wird. Die Defensivtaktik der letzten Saison, bei der man die Spiele mit der harten Defensive ganz knapp gewonnen hat, wird in der kommenden Saison nicht aufgehen, weil alle Kontrahenten vorgewarnt sind.

Transfers: WBA hat bisher nur drei Spieler geholt und zwar die talentierten Mittelfeldspieler Yacon und El Ghanassy und den erfahrenen Angreifer Rosenberg. Das Wichtigste ist die endgültige Verpflichtung des Torwarts Foster gewesen, der zwar bei WBA gespielt hat, aber nur auf Leihbasis. Es kehren auch die bis zuletzt ausgeliehenen Spieler zurück und zwar Innenverteidiger Jara und Angreifer Wood. Auf der anderen Seite haben den Verein vier Gelegenheitsstammspieler verlassen und zwar die defensiven Shorey und Scharner und die erfahrenen Mittelfeldspieler Andrews und Tchoi, somit man sagen kann, dass das Team zwar verjüngt wurde, aber einiges an Erfahrung eingebüßt hat.

Prognose: man muss schon sagen, dass WBA weiterhin eine solide und ausgeglichene Truppe beisammen hat, die jedem Verein den Tag vermiesen kann, vor allem wenn sie den Kampfgeist der letzten Saison beibehalten. Auf der anderen Seite ist schon fraglich, ob all dies ausreichen wird, um Erstligastatus beizubehalten, da die Konkurrenz nicht geschlafen hat, sondern viele Transfers getätigt hat. Insgesamt gesehen ist WBA kein echter Abstiegskandidat, aber die Wiederholung der letztjährigen Leistung ist nicht drin.

Quote für den direkten Abstieg: 4,75 bei youwin

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