In die Gruppe der potenziellen Absteiger haben wir sechs Vereine einsortiert, aber wir sollten nicht vergessen, dass nur drei Vereine absteigen, was aber nicht bedeutet, dass die anderen Vereine nicht abstiegsgefährdet sein werden. Am meisten gefährdet sind die drei ärmsten Vereine und zwar Livorno, Hellas Verona und Sassuolo, aber die anderen drei Abstiegskandidaten Chievo, FC Turin und Bologna könnten auch sehr leicht in den Abstiegssog reingezogen werden.

AS Livorno

livornoDer Aufsteiger Livorno ist nach der Meinung vieler Experten der erste und sicherste Abstiegskandidat. Die Außerseiter aus Toskana haben nämlich das kleinste Etat und infolgedessen den am schwächsten besetzten Spielerkader, was die Chancen auf den Klassenerhalt erheblich verringert. Ansonsten verbrachten sie die letzten drei Saisons in der Serie B und die wichtigste Person beim Aufstieg in die Serie A ist der ambitionierte Trainer David Nicola gewesen, der eine sehr offensive Spieltaktik bevorzugt. Dementsprechend ist die Abwehr das schwächste Glied und wird die meisten Probleme machen. Wir sollten noch erwähnen, dass sie die letzte Saison auf dem dritten Platz der Serie B beendet haben und den Aufstieg nach vier Relegationsspielen geschafft haben. In der Relegation haben sie Brescia und Empoli aus dem Weg geräumt. Beim Spielerkader hat sich auch was getan. Aus der letztjährigen Startaufstellung sind Torwart Fiorillo, Verteidiger Salviato und die beiden Mittelfeldspieler Duncan und Gentsoglo gegangen. Dafür wurden der talentierte Torwart Bardi vom Inter, die beiden Defensivspieler Piccini (aus Florenz) und Valentini (aus Argentinien), die beiden Mittelfeldspieler Greco (Olympiacos) und Benassi (Inter) und vom schweizerischen Chiassa der Innenverteidiger Decarli geholt. Wenn man sich jetzt all die Namen anschaut, dann stellt man ganz schnell fest, dass solche Verstärkungen einfach unzureichend sind, um in der Serie A zu überleben.

Hellas Verona

hellas-veronaHellas Verona ist ein weiterer Aufsteiger, der nach 12 Jahren Erstligaabstinenz wieder ganz oben ist. Wenn man nach den Sommertransfers urteilt, dann ist es offensichtlich, dass die Aufsteiger nicht mehr in die Serie B zurückkehren möchten. Sie haben nämlich, im Gegensatz zu Livorno, sehr viel Geld in die Neuzugänge investiert. Vor allem das Mittelfeld wurde verstärkt, was verständlich ist, weil sie im Mittelfeld am dünnsten besetzt waren. Der Angriff und die Abwehr wurde nur punktuell verstärkt, somit die Konkurrenz unter den Spielern angeheizt wurde. All dies zeigt uns, dass ihr Trainer Mandorlini das Spiel seiner Schützlinge beschleunigen will. Über die Abwehr muss er sich keine Sorgen machen, dass sie in der letzten Saison die stabilste Abwehr der Serie B gewesen ist. Am meisten fehlte ihnen die Kreativität im Mittelfeld, was zufolge hatte, dass der Angriff auch nicht so gut war. Aus diesem Grund haben sie die beiden erfahrenen Angreifer Cocco und Rivas verkauft und außer ihnen sind noch Torwart Berardi, Innenverteidiger Crespo und Mittelfeldspieler Lund Nielsen und Bacinovic gegangen. Dafür haben sie einige sehr interessante Spieler geholt, wie Torwart Mihaylov (Twente), Innenverteidiger Gonzalez (Uruguay), den erfahrenen Angreifer Toni  (Florenz) und die vier Mittelfeldspieler Jankovic (Genua), Cirigliana (River Plate), Donati (Palermo) und Sala (HSV). Das Halten der Ausleihen der letzten Saison war jedoch viel wichtiger und da haben sie auch einen sehr guten Job gemacht, da die Verträge der bis zuletzt ausgeliehenen Defensivspieler Cacciatore, Agostini, Bianchetti und Albertazzi und der beiden Mittelfeldspieler Lanero und Martinho abgekauft wurden. Alles in allem muss man sagen, dass sie jetzt eine konkurrenzfähige Mannschaft beisammen haben, aber dem Abstiegskampf wird man kaum aus dem Wege gehen können.

Sassuolo

sassuoloIn dieser Saison können wir einen Erstligadebütanten begrüßen und zwar US Sassuolo aus der kleinen Industriestadt Sassuolo. Die Serie A Debütanten haben sich den Aufstieg durch den Titel der Serie B gesichert, was schon beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich über einen Viert-/Drittligaverein reden. Die Schützlinge des 43-jährigen Trainers Eusebio Di Francesco haben die Führung in der Serie B vom ersten Spieltag an sich gerissen und sie bis zum Saisonende behauptet. Ansonsten haben sie die meisten Tore erzielt und die zweitwenigsten Gegentore kassiert, was uns zur Genüge zeigt, wie überzeugend sie gewesen sind. Trotz der klaren Zweitligadominanz sollte man nicht voreilig handeln und auf sie setzen, weil Serie A viel härter ist. Gerade deswegen haben sie auch einige gute Transfers getätigt. Sie haben nämlich gleich sechs gute Neuzugänge geholt und zwar Torwart Rosati (Neapel), Innenverteidiger Acerbi (Genua) und Rossini (Sampdoria), Mittelfeldspieler Kurtic (Palermo) und die beiden Angreifer Zaza (Juventus) und Alex (Dynamo Bukarest) und dazu noch die Ausleihe des jungen Roma-Innenverteidigers Antei in einen echten Vertrag umgewandelt. Auf der anderen Seite endeten die Ausleihen des Mittelfeldspielers Chibsah und der beiden Angreifer Boakye und Catellani, somit sie nicht mehr in Sassuolo spielen und es wurden noch zwei Einwechselspieler verkauft und zwar Mittelfeldspieler Troiano und Flügelspieler Troianiello. Insgesamt muss man sagen, dass dieses Team viel Potenzial besitzt, aber mehr als der Klassenerhalt ist einfach nicht drin.

Chievo Verona

Chievo-VeronaBei Chievo weiß man, dass der Saisonauftakt bzw. die Hinrunde fast nie richtig gut gelingt. Genauso war es in der letzten Saison, als sie in der Rückrunde aufgewacht sind und am Saisonende den Tabellenplatz 12 geholt haben. Dies hat nicht ausgereicht, um den Trainer Corini vor der Kündigung zu bewahren, der anscheinend als eine Übergangslösung geholt wurde. Der neue Trainer ist der erfahrene Sanini (Palermo), von dem erwartet wird, dass er mit sehr bescheidenen Mitteln erneut den Klassenerhalt schafft. Wir sind aber sehr skeptisch, ob dies gelingen wird, weil bisher kaum hochwertige Spieler geholt wurden. Die einzigen zwei richtig guten Neuzugänge sind Innenverteidiger Pamic (Sparta Prag) und Mittelfeldspieler Radovanovic (Atalanta Bergamo). Außer den beiden Spielern wurden noch Innenverteidiger Brighenti (Vicenza), Mittelfeldspieler Acosty (Florenz), Calello und Sasta (beide Siena) und die beiden Angreifer Lazarevic (Modena) und Importa (Genua). Auf der anderen Seite haben gleich 12 Spieler dem Verein den Rücken gekehrt und die meisten von ihnen waren Stammspieler. Am meisten schmerzen die Weggänge des defensiven Trios Andreolli-Acerbi-Jokic und des Mittelfeld-Trios Cofie-Vacek-Seymour. All dies kündigt uns an, dass sie die meisten Probleme in der Abwehr haben sollten und gerade die Abwehr war seit Jahren die Hauptwaffe von Chievo. Gerade deswegen sehen wir Chievo als sehr stark abstiegsgefährdet.

FC Torino

TorinoDie Turiner befinden sich in ihrer zweiten Serie A Saison und man kann sich sicher sein, dass sie sogar mehr Probleme als in der letzten Saison haben werden. Am letzten Saisonende sah man viele neuaufgetretene Probleme bei ihnen, die sie fast des Klassenerhalts gekostet haben. Ihr erfahrener Trainer Ventura wird sehr viel an der Abwehr arbeiten müssen, da sie der Hauptschwachpunkt der Turiner ist. In der letzten Saison ließ er sein Team mit einem 4-4-2 spielen, was sehr oft viele Tore gebracht hat, aber gleichzeitig war dieses Spielsystem leicht zu lesen, sodass sie in der Rückrunde viele Probleme bekommen haben. Im Sommer blieben sie außerdem ohne den besten Angreifer Bianchi und die beiden Offensivstammspieler Stevanovic und Santana sind auch nicht mehr da, weil ihre Ausleihe abgelaufen ist. Der größte Verlust ist jedoch der Weggang des teuersten Spielers in ihren Reihen und zwar Ogbonne, der nach Juventus gegangen ist. Gerade aufgrund dieser Weggänge haben sie sich entschieden, das gerade verdiente Geld wieder auszugeben. Es wurden Torwart Padelli (Udinese), Defensivspieler Maksimovic (Roter Stern Belgrad), Bovo und Moretti (beide Genua), Mittelfeldspieler El Kaddouri (Neapel), Farnerud (Young Boys) und Angreifer Immobile (Juventus) und Larrondo (Siena) geholt. Wenn ihr Trainer es schaffen sollte, all die Neuen einzuspielen und aufeinander abzustimmen, dann sollte der Klassenerhalt klappen, aber es wird nicht leicht.

Bologna

BolognaBei Bologna werden einige Leser nicht mit uns einverstanden sein, dass wir Bologna in die Abstiegsgruppe einsortiert haben. Vor allem wenn man bedenkt, dass Bologna seit Jahren in der Serie A spielt, aber in diesem Sommer haben die Norditaliener sehr wenig in die Neuzugänge investiert, was sich im Falle einer größeren Verletzungsmisere sehr bemerkbar machen sollte. Die einzigen erwähnenswerten Neuzugänge sind der erfahrene Angreifer Bianchi (Turin) und Mittelfeldspieler Della Rocca (Palermo), während der junge Inter-Angreifer Alibec um einen Stammplatz kämpfen wird. Die Rückkehr der bis zuletzt ausgeliehenen Spieler Crespo (Innenverteidiger), Casarini (Mittelfeldspieler) und Acquafresca (Angreifer) ist definitiv eine sehr gute Nachricht. Andererseits haben sie einige wichtige Spieler verloren und zwar die vier ausgeliehenen Stammspieler aus dem Angriff (Gilardino und Gabbiadini), aus dem Mittelfeld (Guarente) und aus der Abwehr (Motta). Dazu wurden noch Innenverteidiger Naldo und die beiden Mittelfeldspieler Perez und Pulzetti verkauft. Wenn man all die genannten Veränderungen berücksichtigt, dann ist es offensichtlich, dass Bologna schwächer als in der letzten Saison ist. Wir erwarten den Verein in der unteren Tabellenhälfte, außer wenn noch weitere Verstärkungen geholt werden.