Das Kartellamt und die Folgen

Wie heute bekannt wurde, hat das Kartellamt entschieden die Landeslotterien dazu zu zwingen, mehr Wettbewerb zuzulassen. Konkret heißt es, dass private Anbieter der staatlichen Lotterie nicht mehr in ihrem Handeln behindern werden dürfen. Anbieter wie JAXX oder Tip24 kämpfen bereits seit längerem mit den staatlichen Lotterieanbietern, da sie Lotto und andere Angebote auch an Tankstellen anbieten wollte. Da dies die Umsätze des eigenen Vertriebsnetzes senken würde, war die Gegenwehr der staatlichen Anbieter groß. Das Kartellamt hat nun angekündigt, dass sie diese Art von Wettbewerb nun erzwingen wird und zwar auch unter Androhung hoher Geldstrafen.Viel interessanter ist hierbei ein anderer Vorstoß, denn das Kartellamt ist der Ansicht, dass landesbezogene Monopole gegen die Rechtssprechung seien, so dass auch unter den Ländern ein Wettbewerb stattzufinden habe. Hier sind eventuelle Folgen auch im Sportwettenbereich möglich, denn DDR Lizenzen wurden bis dato in anderen Bundesländern für unzulässig erklärt. Ordnet das Kartellamt nun an, dass das Lottounternehmen in NRW auch in Hessen anbieten dürfe, so kann man sich nur schwer vorstellen, dass dann der Vorstoß privater Wettanbieter mit dem Länderargument zu unterbinden sei. So bleibt auch hier abzuwarten mit welchen absurden Mitteln sich die staatlichen Wettanbieter gegen jegliche Konkurrenz durchsetzen wollen.
Um eins klarzustellen, bei dieser Konkurrenz handelt es sich nicht um private Anbieter von Lotterien, sondern um Vermittler von Lotterien, die nur an staatliche Unternehmen vermitteln. Jedoch scheint auch nur der kleinste Bruch im Geldfluss der staatlichen Lotterieunternehmen ein Dorn im Auge zu sein. So sollen insbesondere die Tausenden Annahmestellen geschützt werden, da davon auszugehen ist, dass ein Tankstellenangebot (insbesondere eins, das 24 Stunden am Tag zu erreichen ist) sehr wohl den Filialen schaden würde