Die Reaktionen auf die Entscheidung des Bundeskartellamtes, dass die Lottogesellschaften sich auch für private Spielevermittler wie Tipp24 oder JAXX öffnen müssen und diese nicht mehr behindern dürfen war nicht mal 24 Stunden alt, da bewies die Politik mal wieder, dass sie scheinbar unter einer Persönlichkeitsstörung leidet.

Insbesondere der Finanzminister von Bayern zeigte in voller Pracht wie absurd die gesamte Argumentation der Monopolbeschützer ist. So sagte Kurt Faltlhauser unter anderem.

Argument Nummer eins von Kurt Faltlhauser:
„Der Spielerschutz stehe im Vordergrund.“
Dies ist insofern äußerst merkwürdig, da die Betreiber der Lottogesellschaften erst vor kurzem sagten, dass sie „wie von Suchtexperten“ verlangt alles daran setzen werden, private Anbieter zu bekämpfen. Was sie dabei ganz vergessen hatten, dass die gleichen Spielsuchtexperten in der gleichen Erklärung, auf die sich die Politik berufen hatte, auch sagten, dass das Filialennetz erheblich verringert werden müsste. Dies wurde in den Mitteilungen der Politik jedoch übersehen oder besser gesagt: ignoriert.

Argument Nummer zwei von Kurt Faltlhauser:
„Die Staatskasse wird durch diesen Wettbewerb belastet“.
Auch hier zeigt sich, dass die Politik scheinbar bis heute nicht begriffen hat, dass fiskalische Gründe absolut unbedeutend sind wenn es um das Glücksspielmonopol geht. Dies bestätigte der EUGH schon bei der Gambelli-Entscheidung. Es ist aber immer wieder schön zu beobachten wie die Politik schon automatisch die wahren Gründe für den Monopolerhalt nennt und damit selbst aufzeigt, dass ihre „Sorge“ um die Spieler eher eine Farce ist.

Und nun das Highlight der Argumentation von Kurt Faltlhauser:
„Diese Entscheidung ist sozial inkompetent und zerstört Arbeitsplätze“.
Das ganze wurde noch mit einem wunderbar sarkastische Kommentar gewürzt als Kurt Faltlhauser sagte, dass das Kartellamt “die kleinen Läden kaputt” mache und deswegen “einen Preis für Existenzvernichtung – Bravo!” verdienen würde. Genau diese Aussage muss für tausende von Existenzgründern, die durch die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz um eben diese Existenz gebracht wurden, wie ein lautes Auslachen klingen. Allein die private Wettbranche hatte bis zur Entscheidung, dass man Wettmonopol halten müsste nach Schätzungen um die 77.000 Arbeitsplätze geschaffen und dies war nur Anfang, denn unsere Schätzung ist, dass auch problemlos bis zu 200.000 Arbeitsplätze hier geschaffen werden könnten und zwar rein durch die Dienstleistungen der Filialen, also ohne die Firmen, die sich zusätzlich in Deutschland ansiedeln würden. Diese unverschämten Aussagen machen sich lustig über die Existenz tausender und haben nur ein Ziel: die Vertuschung. Es soll vertuscht werden, dass die wahren Ziele rein fiskalischer oder persönlicher Natur sind. Entweder will ein Finanzminister volle Kassen wie in diesem Falle oder einer der Herren in der Politik will sich wie im Falle des Bwin-Verbots in Sachsen seine Position in einem der Aufsichtsräte sichern.

Da wir als Sportwetten-Magazin schon beim Fußball gegen unverdiente Siege sind, wollten wir auch hier mal Klarheit schaffen und wollen den von Herr Falthauser erwähnten Pokal doch an die Überreichen, die ihn verdient haben. In der Hoffnung, dass so ein leidenschaftlicher Kämpfer für Arbeitsplätze diesen stellvertretend für die bayrische und alle anderen Landesregierungen annehmen wird. Deswegen ging unsere E-Mail an Herr Falthauser.

Sehr geehrter Herr Falthauser,

da Sie sich neulich so voller Kampfgeist gegen die Arbeitslosigkeit gestellt haben und die Entscheidung des Bundeskartellamtes kritisiert haben, da diese Arbeitsplätze vernichten würde. Sie gingen sogar so weit zu behaupten, man müsse dem Bundeskartellamt einen Preis für Existenzvernichtung überreichen.

Herr Falthauser, wir sind der Meinung, dass Sie und die Regierung des Landes Bayern nicht so bescheiden sein sollten, denn schließlich waren Sie es, die weit erfolgreicher waren im Vernichten von Arbeitsplätzen und Existenzen. Die privaten Sportwettenanbieter hatten in Deutschland bereits 77.000 Arbeitsplätze geschaffen und da war die grenze nach oben noch nicht erreicht. Und dennoch war Ihre Landesregierung ganz vorne dabei als man genau diese Arbeitsplätze zerstören wollte indem man allen Betreibern die Läden zu machte. Herr Falthauser, wir hätten Ihnen zu gern den von Ihnen erwähnten Pokal für Existenzzerstörung überreicht, aber wir waren uns nicht sicher, ob Sie diesen auch annehmen würden. Daher unsere Frage ob wir Ihnen einen zuschicken sollten, da Sie schließlich einer der Stellvertreter des Preisträgers sind.

Mit freundlichen Grüßen
Feda Mecan
Sportwetten-Magazin.de Redaktion

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