Das verlogene Argument

ImageAch wie sehr lieben auch wir manchmal die leicht dramatischen Tendenzen, die sich in solch einen Titel einbauen lassen und so konnten wir auch dieses Mal nicht wiederstehen der Angelegenheit eine kleine Gewürzmischung beizufügen.

Beim heutigen Thema möchten wir gar nicht in die großen Bereiche abschweifen oder gar unsere sonst so geliebten Politiker angreifen. Dieses Mal geht es darum am Rande zu skizzieren welche Denkstrukturen in monopolistischen Gehirnen vorherrschen, da uns immer wieder fehlende Objektivität vorgeworfen wird im Kampf gegen das Monopol. Doch Objektivität beinhaltet eine äußerst wichtige Komponente und diese nennt sich Logik. Die zweite wichtige Komponente ist die Gleichbehandlung, da nur unter diesen Voraussetzungen eine objektive Beurteilung gewährleistet werden kann.

So bekamen wir zwei interessante Dinge auf den Schreibtisch. Auf der einen Seite einen Briefumschlag von Lotto Faber, dem großen privaten Lottovermittler in Deutschland und zum Anderen einen Artikel aus der Augsburger Allgemeinen und beide Artikel hatten trotz gleicher Aussage zwei absolut verschiedene Ziele. Beide Seiten haben die Kernaussage, dass Lotto nicht suchtgefährdend sei und somit wenig mit den Werbe- oder Spielanreiz-Problemen zu tun hätte, die als Begründung für ein Glücksspielmonopol benutzt werden. Der neue Glücksspielstaatsvertrag soll unter anderem auch jegliche Werbung für Glücksspiel und Lotterie verbieten was für Lotto Faber das Ende des operativen Geschäftes bedeuten würde, da die private Lottovermittlung ohne Werbe-Postsendungen oder Werbeanrufe praktisch kaum zu vermarkten ist, da Werbung in den anderen Medien ebenfalls verboten wäre und eben gegen dieses Vorgehen wehrt sich Faber in der aktuellen Postwurf-Sendung, die in unserem Briefkasten lag. Auf der anderen Seite sind da die Monopolisten, also die staatlichen Lotteriegesellschaften, die nun neue Pläne veröffentlicht haben, die einen Zusammenschluss der Jackpots einiger Länder beinhalten, so dass sogar Jackpots bis zu einer Höhe von 100 Millionen möglich wären. Die Legitimation dieser Jackpots sieht Herr Rolf Stypmann (Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen) durch die nicht vorhandene Suchtgefahr beim Lottospiel.

Um die Errichtung dieses „Megajackpots“ zu erleichtern möchte man ihn jedoch erst nach dem Inkrafttreten des neuen Lotteriestaatsvertrages einführen, also nachdem man private Lottovermittler wie Lotto Faber in die Pleite getrieben hätte und zwar mit der im Glücksspielstaatsvertrag festgeschriebenen Suchtgefahr als Argument. Wir skizzieren also an dieser Stelle die Denkweise der Monopolisten: Während man den Lotteriestaatsvertrag unter Dach und Fach sehen will, bei dem private Lottovermittler die Existenzgrundlage genommen wird, möchte man im Anschluss danach einen riesigen Jackpot einführen, da Lotto spielen keine große Suchtgefahr hätte. Dieses Argument würde jedoch erst dann an Gültigkeit gewinnen, wenn ein Argument mit der absolut entgegengesetzten Aussage die privat Konkurrenz in den Ruin getrieben hätte, da diese ansonsten ebenfalls behaupten könnte, dass Lotto keine große Suchtgefahr beinhalte und damit ein Verbot ja unlogisch wäre.

Danke liebe Monopolisten, wir haben uns amüsiert. Leider werden wir diesen Artikel unter Umständen ändern müssen, da wir zu häufig das Wort „denken“ benutzen und wir diesen Vorgang eben auf Grund unserer Objektivität auf Seiten der staatlichen Monopol-Anhänger nicht wirklich erkennen können.