Die Glücksspiel-Liga – die Wettanbieter der Bundesliga

Ok, nicht ganz nett aber dennoch durchaus zutreffend der Titel. Die Bundesliga hat schon längst die Glücksspielangebote für sich entdeckt. Der letzte Deal kam aus Liga 2, wo Betvictor das grandiose Union Berlin unter Vertrag genommen hat.

Heute möchte ich mich jedoch mit der ersten Liga befassen, denn hier sind so gut wie alle Vereine mit einem Glücksspielkonzern verbunden. Die Spitze bilden die Verträge von BVB mit Oddset und Bayern München mit ihrer bwin-Partnerschaft. Dies zeigt auch deutlich das Märchen der staatlichen Anbieter über ihre „Zurückhaltung“ obwohl sie selbst genau so aggressiv vorgehen in der Werbung.

Es gibt durchaus große Unterschiede. Während sich bwin einfach auf den größten Club beschränkt, musste ihr Hauptverfolger Tipico auf gleiche vier Bundesliga Vereine ausweichen und wer glaubt, dass es hierbei nur um Werbung geht, der sollte genau nachdenken. Politik spielt eine ganz große Rolle neben dem Marketing und so ist es kein Zufall, dass alle anderen Vereine in Bayern mit Lotto ihr Bündnis haben.

Es gibt Kombinationen bei denen wir uns fragen was in den Köpfen der Verantwortlichen vor sich ging wie beispielsweise in Tipicos Fall, da man sowohl Werder als auch den HSV buchte. Das mag eine große Reichweite geben, aber die Glaubwürdigkeit oder gar Verbundenheit mit einem Vereine ist hinfort.

Neu dazugekommen sind Anbieter wie Cashpoint (gehört zu Gauselmann) oder Admiral (Novomatic), die beide dank Casinospielen sehr viel Geld haben, aber eigentlich bei weitem kein Top-Produkt im Sportwetten Bereich. Wir haben uns mal herausgenommen die Sponsorings zu kommentieren!

  • Bayern München – Bwin will hier einfach zeigen wer der Boss im Haus ist. Sie haben Bayern München sogar auf „Bereitschaft“ gehalten als man nicht werben durfte und haben die Partnerschaft laut Gerüchten dann nur aktiviert, weil Tipico so aggressiv wurde.
  • Borussia Dortmund – Oddset zahlt hier um die 1,5 Millionen pro Saison. Der BVB hatte auch mit zahlreichen Privaten verhandelt, aber am Ende bietet der Monopolist natürlich die größte finanzielle Sicherheit.
  • Schalke – Bet-at-home ist schon eine Weile Wettpartner, aber mit persönlich fehlt der Verbindungspunkt, da man kein Traditionsanbieter ist. Es wird interessant wie bet-at-home agieren wird, wenn sie ihre neue Wettplattform erhalten.
  • Bayer 04 Leverkusen – Kein Sponsor. Sie hatten einen Vertrag mit Betfair, aber Leverkusen hat es nicht so mit dem Glück bei den Sponsoren. Betfair stieg in Deutschland aus und man sucht wieder nach einem neuen Partner.
  • VfL Wolfsburg – Cashpoint wollte einfach einen Erstligaverein und hat dafür über dem Marktpreis bezahlt wenn die Gerüchte stimmen. Nicht wirklich sexy, da nicht wirklich beliebt.
  • Hamburger SV – Tipicos Buchung wäre eine tolle, wenn man nicht auch bei Hauptrivalen Bremen und sogar Hoffenheim auf der Bande zu sehen wäre womit man komplett unglaubwürdig wirkt.
  • VfB Stuttgart – Interwetten
  • Borussia Mönchengladbach – keiner
  • Eintracht Frankfurt – Lotto Hessen
  • Hannover 96 – Admiral
  • Werder Bremen – Tipicos Buchung wäre eine tolle, wenn man nicht auch bei Hauptrivalen HSV und sogar Hoffenheim auf der Bande zu sehen wäre womit man komplett unglaubwürdig wirkt.
  • Hoffenheim – Tipico. Dazu braucht man nichts sagen.
  • SC Freiburg – Tipico würde hier viel Sympathie bekommen, aber durch Hoffenheim ist es wieder ruiniert.
  • 1. FC Nürnberg – Lotto
  • Hertha BSC – Cashpoint nahm die Hauptstädter schon in der zweiten Liga unter Vertrag und hatte einige rechtliche Probleme in der Hauptstadt. Auch hier gilt: es wäre prima, wenn man nicht durch Wolfsburg unglaubwürdig wäre.
  • 1. FSV Mainz 05 – Lotto
  • FC Augsburg – Lotto
  • Eintracht Braunschweig – MyBet hatte viel Pech mit seinen Sponsorings. Man hatte letzte Saison Fürth und Fortuna unter Vertrag…der Rest ist Geschichte. Mit Braunschweig nun einen Erstligisten mit toller Geschichte.