Die Oddset-Lüge

Dieser Artikel ist keine Verschwörungstheorie gegen Oddset. Nein, es geht viel mehr darum wie geschickt Oddset sein Wettmonopol vermarkten möchte und wie empfänglich die Presse für solche Inhalte bis heute ist.

Schaut man sich mal die aktuellen Berichte zum Thema Sportwetten an, so stellt man fest, dass in nahezu allen Artikeln die Zahl 530 Millionen, teilweise sogar 550 Millionen erwähnt wird, die der Sportförderung in Deutschland zu gute kommen. Angesichts dieser Zahl muss man sich jedoch die Frage stellen ob in den einzelnen Redaktionen der deutschen Medien auch Personen sitzen, die sich mit dieser Thematik wirklich auseinander gesetzt haben, denn schaut man sich die Umsätze von Oddset an, wird man schnell auf die Idee kommen, dass es sich bei dieser Zahl um eine Lüge handelt oder besser gesagt um einen Marketingtrick.Um dies festzustellen würde ein einfacher Blick auf die Umsätze von Oddset reichen, denn mit rund 500 Millionen sind die sogar unter der in den Medien benutzten Summe, die in die Sportförderung einfließt. Automatisch kommt da doch die Frage auf, wieso Oddset Zahlen benutzt, die mit dem Thema an sich nicht viel zu tun haben, während sie gegensätzlich dazu handeln. So soll die Werbung für Oddset eingeschränkt werden um an einem Wettmonopol festhalten zu können, doch von Maßnahmen bei Lotto, Keno und ähnlichen Spielen ist keine Rede. Wechselt jedoch das Thema von der Niederlassungsfreiheit in der EU zu Argumenten für ein Wettmonopol, so sind doch wieder alle Spiele des deutschen Lotto und Totoblocks in einem Topf, da 530 Millionen ein wesentlich besseres Argument im Kampf um das Geld sind als die 17 Millionen, die die Realität wiedergeben.

Dabei wäre hier eine Regelung sehr einfach wie uns unser Nachbar Österreich bereits seit Jahren zeigt. Dort wurden die Sportwetten einfach aus dem Begriff „Glücksspiel“ aussortiert und in zu einem Geschicklichkeitsspiel erklärt, somit sind Lotto und Co von der Liberalisierung gar nicht erst betroffen. Unweigerlich entsteht hier der Eindruck, dass es der Politik gar nicht um die Förderung des Breitensports geht, sondern viel mehr um die satten Steuereinnahmen, doch auch hier hat Österreich Vorbildfunktion, denn die Steuereinnahmen aus den Sportwetten sind seit der Liberalisierung gestiegen. Ebenfalls schnell vergessen werden hier die weiteren Vorteile einer Liberalisierung, vor allem die Vorteile für den Arbeitsmarkt. Während Westlotto gerade mal knapp 400 Mitarbeiter beschäftigt, wovon nur ein Bruchteil für Oddset zuständig ist, haben die privaten in NRW bereits einige Tausend Arbeitsplätze geschaffen. Auch das Argument der Spielsuchtbekämpfung erscheint eher als Farce schaut man sich das Vorgehen Politik und des deutschen Lotto und Totoblocks an (unser Artikel „Spielsuchtbekämpfung nur bei Vorteil vor Gerichten“ geht näher auf dieses Thema ein“)

Leider war kein Politiker bereit uns eines unserer E-Mail zu beantworten und zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Reichlich Zeit bleibt jedoch für Treffen mit Oddset, denn noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz wurden Modelle zum erhalt des Monopols von Oddset erarbeitet und in verschiedenen Treffen den Ministerpräsidenten präsentiert.