Ein Schlag ins Gesicht der Monopolisten

ImageDas Oberlandesgericht Düsseldorf hat heute die Monopolisten hart abgestraft, indem es den eigenen Eilbeschluss nochmals bestätigte, in dem sie den Lotteriegesellschaften der einzelnen Länder untersagt die privaten Lottovermittler in ihrer Arbeit zu behindern. Ebenfalls bestätigt hat das Gericht die Unzulässigkeit der regionalen Abgrenzung der  einzelnen Lotteriegesellschaften, die gegen das Kartellrecht verstößt.

Während hier das Gericht eindeutige Worte findet und die Monopolisten abstraft schaffen die Monopolisten selbst eine Art von Parallelwelt, die nur dem Zweck der Propagandaarbeit dient. So sagte Dr. Friedhelm Repnik, Geschäftsführer der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg und Federführer des Deutschen Lotto- und Totoblocks, dass er vom Gesetzgeber

Rahmenbedingungen erwartet, die es den Lotteriegesellschaften erlauben würden entschiedener gegen die Spielsucht vorzugehen. Da wir uns in der Pflicht sehen, fremdsprachige Beiträge wie diesen auch mal zu übersetzen, möchten wir dies auch an dieser Stelle tun. Herr Dr. Repnik erwartet von der Politik, dass sie ihr bestes tut um den neuen Lotteriestaatsvertrag durchzubekommen, damit sich die staatlichen Anbieter nicht mehr mit Konkurrenz rumschlagen müssen, sondern alle Einnahmen samt Vertriebswegen für sich behalten können um so ihren Gewinn zu maximieren. Da uns an dieser Stelle Dr. Repnik wiedersprechen würde (wenn denn mal jemand von den staatlichen Lotteriegesellschaften uns antworten würde), wäre es interessant zu hören wie Bandenwerbung für Lotto sowohl im Fußball als auch während der Playoffs der Basketballbundesliga zu erklären sind, die außer das Logo keine Information beinhalten, es sei denn der Spielsuchthinweis, der nicht einmal beim Reinzoomen der Aufnahme zu erkennen ist, würde hier als informativ gewertet werden.

Im Grunde genommen bleiben an dieser Stelle die Fronten unverändert. Die Lotteriegesellschaften zeigen sich nicht einmal gesprächsbereit, sondern verlassen sich auf ihre Freunde aus der Politik, die schließlich (wie Herr Dr. Repnik selbst) auch einmal in den Genuss eines solchen Dankbarkeitsposten nach ihrer Politikerkarriere hoffen, der wenig Stress aber dafür ein hohes Gehalt verspricht. Leider konnte Herr Dr. Repnik nicht dazu bewegt werden uns eine Antwort darauf zu geben wieso sich jemand ohne eine wirtschaftliche oder gar soziale berufliche Kompetenz vom Politiker zum Chef einer Lotteriegesellschaft verwandeln kann wenn dies nicht aus reiner Dankbarkeit geschieht und damit fast auf dem Niveau von Bestechung rangiert. Während wir also immer wieder Korruption und vor allem Vetternwirtschaft in den Ostblockstaaten kritisieren sind wir schon längst selbst zu solch einem System verkommen, denn die Mehrheit der Geschäftsführer der staatlichen Lotteriegesellschaften sind ehemalige Politiker, die sich durch keinerlei berufliche Erfahrung für solch einen Posten bewerben könnten.

Willkommen in der Welt ohne Moral, dafür aber mit viel gesundem Vitamin B.