Erste Wettlizenzen in Schleswig-Holstein

wuerfel_alleine_kleinDas Innenministerium des Bundeslandes Schleswig-Holstein hat drei Tage vor der Landtagswahl die ersten Lizenzen an Sportwettenanbieter im Internet vergeben. Es wurden vorerst nur drei Lizenzen vergeben und weitere Lizenzen stehen in der Warteschleife, aber sollen auch noch geprüft und anschließend vergeben werden.

Man muss schon großen Respekt derzeitiger Regierung in Schleswig-Holstein aussprechen, weil sie ihr Versprechen tatsächlich in Tat umgesetzt haben. Die ersten drei Wettlizenzen wurden an zwei maltesische und an ein deutsches Unternehmen vergeben. Es handelt sich um folgende große Anbieter von Sportwetten:

  1. Polco Limited aus Malta, Tochterfirma von Betfair, der größten Sportwettenbörse der Welt
  2. Personal Exchange International aus Malta, Tochterfirma der Jaxx SE, Glücksspielanbieter aus Kiel
  3. Oddset Schleswig-Holstein, Tochterfirma von Nordwestlotto

Die Unternehmen dürfen von sofort an ihre Wetten den Anwohnern von Schleswig-Holstein anbieten. Die Lizenzen sind vorerst bis zum 30. April 2018 befristet, laut Aussage des Innenministers Klaus Schlie. Außer den drei schon vergebenen Lizenzen haben sich bisher 23 weitere Unternehmen für die Lizenzen beworben, davon bieten 14 Firmen Online-Casinospiele an. Weitere Lizenzen werden nach ausgiebiger Prüfung hinsichtlich der Zuverlässigkeit, Sicherheit des Glücksspiels, wirtschaftlicher Leistung und Bekämpfung des Spielsucht in den nächsten Wochen vergeben. Die Prüfung der Bewerber auf Lizenzen ist sehr umfangreich und wird sehr sorgfältig vonstattengehen, sodass es einige Zeit dauern wird, bis das nächste Unternehmen eine Lizenz bekommt, aber was das Wichtigste ist, sie werden die Lizenzen bekommen, wenn sie die erforderlichen Ansprüche erfüllen, wovon wir in den meisten Fällen ausgehen. Außerdem müssen die Unternehmen nachweisen, wie sie Minderjährige und gesperrte Spieler fernhalten wollen und wie sie die erforderliche Sicherheit des Spielers im Internet einhalten wollen.

Einige interessante Sachen zum Weg der Schleswig-Holsteiner: dieses Bundesland hat als das einzige Bundesland einen von der EU-Kommission genehmigten Glücksspielvertrag vorgelegt und in die Tat umgesetzt. Die derzeitige schwarz-gelbe Regierung hat rechtzeitig erkannt, dass man um eine Liberalisierung nicht rumkommt. Die Anbieter werden mit 20% Steuern auf Rohertrag besteuert, was an sich fair und vor allem wettbewerbsfördern ist, weil dadurch die Anbieter alleine entscheiden, wie hoch ihre Quoten sein sollen und erst anschließend wird besteuert. Die anderen Vorschläge, die es aus den anderen Bundesländern gegeben hat, sahen vor, dass der Umsatz besteuert wird, wodurch der Wettbewerb und natürlich der Kunde leidet, weil dadurch die Mindestmarge/-profit des Anbieters fast festgeschrieben ist, wie es der Fall bei der stattlichen Wette von Oddset ist und man sieht ja was dabei rauskommt: ein sehr kleines Angebot an Wetten und dazu noch unheimlich schlechte Quoten, die nur den Kunden im negativen Sinne treffen.

Das einzige Problem, das sich vielleicht auftun könnte, wäre die SPD aus Schleswig-Holstein, die sofort angekündigt hat, dass sie das Gesetz im Falle eines Wahlsieges kippen würde, aber wir glauben, dass die derzeitige Regierung das Gesetz soweit zementieren wird, sodass es nicht machbar sein wird. Außerdem weiß man ja noch nicht, wer die Landtagswahl in Schleswig-Holstein gewinnen wird. Die Grünen haben schon ihre Bedenken mit dem Kippen des Gesetzes angekündigt, weil im Falle einer Rücknahme des Gesetzes unheimlich hohe Regressansprüche entstehen würden und die Firmen würden sie kriegen, was wiederrum nur uns die Steuerzahler treffen würde.

Wir gehen davon aus, dass diese Lizenzen sehr lange Bestand haben werden und dass wir endlich mal in eine neue Ära des Glücksspiels in Deutschland kommen.