eurosportbetDer Name Eurosportbet dürfte den deutschen Kunden vermutlich nichts sagen, da das Unternehmen nie deutsche Kunden akzeptierte, aber der dazugehörige Sportsender ist vermutlich allen Lesern ein Begriff. Vor einigen Jahren gründete der französische Eigentümer TF1 die passende Wettabteilung, die sich am Anfang vor allem auf den britischen Raum konzentrierte.

Wie so viele französische Unternehmen verfielt auch Eurosportbet einem seltsamen patriotischen Wahn und konnte es kaum abwarten auch im Französischen heimatmarkt aktiv zu werden. Wie bei anderen Firmen, ignorierten auch die Manager bei Eurosportbet die unfassbar hohen Steuern, die der französische Staat auf Wetten nimmt und sie wählten Frankreich als zweiten Zielmarkt. Einziger Grund hierfür kann die seltsame Heimatliebe des in Frankreich stationierten Senders sein, ähnlich der unlogischen Zuneigung, die Betclic gegenüber ihrem Heimatmarkt Frenkreich zeigt (während sie Millionen in den Sand setzen). Nun, ein Jahr nach dieser miserablen Entscheidung handelt die Unternehmensführung erneut ohne nachzudenken. Da es inzwischen in Mode gekommen ist kurzfristige Erfolgsmeldungen zu jagen, damit jeder Manager seine eigenen 15 Minuten Lob und Ruhm bekommt, entschieden die Verantwortlichen bei TF1, dass man jedes Angebot für Eurosportbet prüfen werden, da man nicht mit den Ergebnissen einverstanden sei.

Hier sehen wir ein Paradebeispiel dafür wie „moderne“ Manager agieren. Weitsicht ist gänzlich aus der Mode geraten und die meisten Führungskräfte (und dies ist in diesem Business besonders ausgeprägt) sind keine Fachleute mehr, sondern lediglich gute Excel-Benutzer. Hier wird ein Produkt schlechtgeredet anstatt das eigene Versagen zugegegeben. TF1 verkauft hier eines der potenziell stärksten und vertrauenswürdigsten Namen für ein Wettunternehmen, da der Sender Eurosport extrem hohes Ansehen genießt und mit der richtigen Strategie bzw. mit den richtigen Zielmärkten ein enormes Wachstumspotenzial besitzen würde. Probleme auf dem französischen Markt sind nichts wirklich überraschendes, da jedes Unternehmen dort mit Verlusten agiert in der Hoffnung, der französische Staats würde bald zur Vernunft kommen und die Steuern senken.

Die Frage muss erlaubt sein wie viel fachlich kompetente Manager wirklich in dieser Branche arbeiten. Es erscheint zunehmend so als würden sich Firmen einbilden, dass das Glücksspiel ein Geschäft ist wie jedes andere und dass die Führungsebene daher ohne Probleme branchenfremd sein kann…………dies ist ein Fehler, den die meisten der Firmen bereuen werden, jedenfalls auf lange Sicht. Auf kurze Sicht werden wir viele Manager und Unternehmensberater sehen, die durch Kürzungen im Service, dem Tradingteam oder sonst wo kurzfristige Erfolge in ihren Excel-Sheets verbuchen werden und sich zu Genies erklären werden. Das Ergebnis auf lange Sicht sind dem Untergang geweihte Firmen, die mal großes Potenzial hatten.