ImageDieser Vorwurf mag auf den ersten Blick ausgesprochen hart klingen, doch dies er ist nicht unberechtigt, denn jeder aufmerksame Bundesliga-Zuschauer wird genau dies bei den Spielen in Bayern beobachtet haben. Halten wir uns jedoch an die zwei großen Vereine aus München und Nürnberg, vor allem da der FC Bayern München als ein äußerst treuer und stabiler Partner von Lotto Bayern gilt. Während des Spiels fiel uns eine Bandenwerbung in beiden Stadien auf, auf der groß die Werbung für Lotto „6 aus 49“ zu sehen war. Zunächst vermuteten wir, dass Lotto Bayern eventuell einige Urteile der Gerichte verpasst hat und sie so noch einen Nachholbedarf hätten, doch dann hielten wir das Fernsehbild an und schauten uns die Werbung genau an, bei der uns ein weißer Strich auffiel, der unterhalb der großen Buchstaben verlief. Nach einem erheblichen Zoom des Bildes war dann gerade noch zu erkennen, dass es sich hierbei um

einen Hinweis zum Thema Spielsucht handelte. Im höchsten Maße amüsiert taten wir Selbiges auch bei anderen Spielen von bayrischen Mannschaften und stellten genau die gleiche Art von Werbung fest.

In diesem Fall scheint Lotto Bayern wirklich daran zu glauben, dass solch eine Werbung als „informativ“ anzusehen ist oder gar als erlaubt. Dies wäre vergleichbar mit Zigarettenwerbung auf riesigen Plakaten, bei denen jedoch der Suchthinweis beim bloßen Hinsehen nicht zu erkennen wäre. Nachdem wir unsere Reaktion von Verwunderung zum Kopfschütteln übergegangen war, empfanden wir dies jedoch als nur halb verwerflich, denn die Liberalisierungsbefürwortet müssten Lotto Bayern dankbar sein. So erscheint es nicht notwendig die Doppelmoral der staatlichen Lotteriegesellschaften selbst zu enttarnen. Viel mehr tun diese alles dafür der Bevölkerung zu zeigen, dass ihnen das Wohlergehen (also die Spielsuchprävention) der Bevölkerung absolut egal ist.

Die Frage, die man sich hier jedoch stellen muss ist, ob Lotto Bayern hier wirklich glaubt, dass sie mit solch einem Vorgehen dauerhaft Erfolg haben will. Eventuell ist Lotto Bayern auch entgangen, dass nicht nur verhältnismäßig kleine Medien wie unser Magazin immer wieder erfreut sind über gelieferte Beweise der Doppelmoral, sondern auch private Wettanbieter bzw. ihre Anwälte. Mag die deutsche Justiz bis jetzt noch so blind gewesen sein, die europäische wird es nicht sein, was sie auch beim Placanica-Urteil bewiesen hat.

Selbstverständlich wurde dieser Artikel auch an Lotto Bayern geleitet mit der Bitte um eine Stellungnahme. Unsere Erfahrung sagt uns jedoch, dass unser Postfach leer bleiben wird, da offene Diskussionen nicht erwünscht sind.