Wer sich wundert wieso WikiLeaks die meisten Probleme mit den USA, der sollte sich darüber bewusst werden, dass die USA bis heute die reine Weste für sich beanspruchen, jedoch in Wirklichkeit so viel Lobbyismus und Korruption haben, dass man sich fragen muss wie sie denn andere Staaten bekehren möchten.

In diesem Fall betrifft es sogar unsere Branche, da in den USA ein Gesetzesentwurf vorliegt um das Online-Pokern zu legalisieren. Dies mag zuerst Jubelschreie hervorrufen, aber bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass hier die örtliche Industrie das Gesetz schrieb und nicht Rechtsexperten.

So sollen Lizenzen nur dann an Unternehmen rausgegeben werden, wenn diese seit mindestens zwei Jahren ein Offline-Casino in den USA betreiben. Die US-Spieler werden auch mindestens für drei Jahre vom Rest des Marktes abgesondert. Dieser Gesetzesentwurf würde dann jedem Bundesstaat zur freien Wahl stehen ob er bei ihm Gültigkeit hat oder nicht.

Bei genauerem Lesen wird schnell deutlich, dass das Gesetz faktisch von den großen Casinokonzernen in Vegas geschrieben wurde und vor allem dazu dient ihnen genug Zeit zu geben um sich vor Ort zu positionieren, da PokerStars und FullTilt mindestens zwei Jahre auf eine Lizenz warten müssten (eigentlich noch länger, da es auch Wartefristen gibt). Wir reden hier nicht von einem aussichtslosen Vorschlag, sondern von einem mit guten Chancen auch durchzukommen, da er von Harry Reid eingereicht wurde und er hat theoretisch die notwendige Mehrheit.

Wir würden an dieser Stelle lieber das Wort Korruption benutzen statt des Lobbyismus Wortes, da dieses eh eine Erfindung westlicher Länder zu sein scheint um sich Korruption schönzureden. Verstehen Sie uns nicht falsch, wir sind überzeugte USA-Reisende, aber diese Entwicklungen machen uns Sorgen und eine Vergleichbare Korruption ist auch bei uns zu beobachten.