Umfragen und Stammtischinterpretationen

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Anders kann man die aktuelle Umfrage der Forsa-Institutes und die Deutung des Chef-Lobbyisten des deutschen Lotto- und Totoblocks Dr. Repnik nicht bezeichnen. Laut der neusten Umfrage des Forsa-Institutes sei ein großer Teil der deutschen Bevölkerung für eine staatliche Kontrolle des Glücksspielangebots in Deutschland. Dies nutzt Dr. Repnik gleich dazu um seine ganz eigene Interpretation der Umfrage einzufügen und diese natürlich in einer Presseerklärung zu veröffentlichen. Dr. Repnik, Geschäftsführer der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, sieht in dieser Umfrage gleich eine Bestätigung für ein Monopol.

Schaut man sich die Fragen jedoch mal genauer an wird man schnell feststellen, dass das Wort Monopol in keiner der Fragen vorkommt, die Dr. Repnik erwähnt. Es geht viel mehr darum ob sich die Bevölkerung eine Kontrolle durch den Staat wünscht. An dieser Stelle zitieren wir die Pressemitteilung des Lotto- und Totoblocks:

„76 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für eine Begrenzung des Glücksspiels unter staatlicher Kontrolle aus. 61 Prozent stimmen zu, dass die staatliche Regulierung zur Minimierung der Spielsuchtrisiken wichtig ist. Ein großer Teil der Verbraucher geht zudem davon aus, dass es ohne staatliche Aufsicht keine Rechtssicherheit und Verlässlichkeit für die Spielteilnehmer gäbe.“

Richtig interpretiert sprechen sich die meisten Menschen gegen Wildwuchs aus und gegen unkontrollierte Glücksspielangebote aus und eben mit keinem Wort für ein rein staatliches Angebot aus. Dies ist nichts anderes als die Forderung, die von privaten Unternehmen gefordert werden, da es niemals einen Vorschlag gab, der einen unkontrollierten Wildwuchs an Angeboten forderte oder gar einen unkontrollierten Glücksspielsektor, da es sich hierbei um einen hoch sensiblen Wirtschaftssektor handelt, der einer unbedingten Kontrolle bedarf. Wie also Dr. Repnik auf die Idee kommt, hier würde sich die Bevölkerung für ein staatliches Monopol aussprechen, bleibt uns allen ein Rätsel. Würde man die gleiche Umfrage für den Mobilfunksektor durchführen, würde sich auch die Mehrheit der Bevölkerung für eine staatliche Kontrolle aussprechen um interne Branchenabsprachen wie es sie lange Zeit gab zu unterbinden. Dennoch würde niemand auf die Idee kommen, dies sei ein Wunsch nach einem Monopol. Dr. Repnik betreibt hier reine Propagandaarbeit auf niedrigstem Niveau und einer fast peinlichen Logik. Vielleicht wäre es interessant eine Umfrage durchzuführen, die das Thema „Dankbarkeitsposten für Politiker“ behandelt, da uns nicht bekannt ist welche wirtschaftliche Kompetenz Dr. Repnik zu einem geeigneten Geschäftsführer für eine Lotto und Totogesellschaft macht. Lediglich seine frühere Tätigkeit als regierungstreuer Sozialminister könnte ein Hinweis für die eigene „Kompetenz“ sein, doch was dies mit seinem aktuellen posten (außer die passende Parteizugehörigkeit) zu tun hätte, ist uns unbekannt.