Als wären die weltfremden Aussagen der staatlichen Lotterieanbieter nicht genug, müssen wir uns pünktlich zum Treffen der Ministerpräsidenten einmal mehr manipulierte, ja beinahe gebastelte Umfragen präsentieren lassen. Wie immer ist hier das Forsa-Institut zur Stelle und nimmt danken die Bestellung entgegen.

Wir würden Ihnen dabei gerne aufzeigen wie genau die Fragestellung war und welche Themengebiete es gab, aber die Lotteriegesellschaften entschieden sich eine nichtssagende Zusammenfassung der Ergebnisse zu veröffentlichen, wobei die Erläuterung bereits eine Eigeninterpretation der Marketingabteilung ist.

Die „wissenschaftliche“ Zusammenfassung der Umfrage lautet „76 Prozent der Befragten sind für ein begrenztes Glücksspiel unter staatlicher Kontrolle“. Natürlich sind sie das, denn auch wir würden in dieses Segment fallen. Auch wir sind dafür, dass der Staat das Glücksspiel kontrolliert, aber eben nicht auch selbst veranstaltet, da so keine objektive Kontrolle vorhanden sein kann.

Noch viel amüsanter ist die Tatsache, dass die Lotterien hier ganz unauffällig einfach eine alte Umfrage von 2007 aufgefrischt haben und daraus eine neue Pressemitteilung erstellt haben, die schon damals alles andere als „repräsentativ“ war.

Alles das wäre einer Diskussion würdig, wenn die Lotteriegesellschaften die komplette Umfrage zur Verfügung stellen würden. Leider halfen auch mehrfache Anfragen nicht und so müssen wir die gleiche Handlungsweise hinnehmen wie bei totalitären Systemen: einer sagt es, die Masse hat es zu glauben.

Zum Glück gibt es noch Moral-Prostituierte, die für das Auffüllen ihrer Inhalte jede Pressemeldung der Monopolisten einfach wortlos übernehmen und ihren Anteil daran erfüllen das Volk zu belügen. Wenn dies auch nicht hilft, gibt es noch den Ethikbeirat, der nach Anweisung des Lotterieblocks fleißig die Moralkeule schwingt und darauf besteht, dass wirklich alle Formen der Privatisierung die Spielsucht fördern. Dabei zählt für den Ethikbeirat nicht einmal eine Studie, die der Sportwette einen deutlich niedrigeren Spielsucht-Faktor bescheinigte. Der Ethikbeirat ignorierte die Wissenschaft, da Lobbyisten ja schließlich besser informiert sein dürften als Wissenschaftler.

Wäre dies die Zusammenfassung der politischen Lage in einem Land wie Italien würden die gleichen Politiker selbstgefällig von „typisch italienischen Zuständen“ sprechen, da dort schließlich Korruption und Vetternwirtschaft die Politik beherrschen. Das mag sein, aber dann liegt Berlin in Italien.

Über das „Institut“ Forsa und ihr Fachgebiet, nämlich die Fragen so zu stellen, dass man das gewünschte Ergebnis bekommt: Wikipedia-Beitrag