ImageSo scheint es wenn man die Aussagen der CDU/CSU Finanzexperten liest, die sich nun für eine Liberalisierung des Sportwettenmarktes ausgesprochen haben. Doch hinter diesen Aussagen steckt nichts anderes als Kalkül, was wohl der beste Beweis dafür ist, dass sie als Finanzverantwortliche die richtigen Posten in der Politik haben. Die Politik scheint langsam verstanden zu haben, dass der Weg, der gerade bestritten wird ein erhebliches Risiko beinhaltet, welches sie nicht bereit sind einzugehen: bei der aktuellen Lage würden alle Glücksspiele liberalisiert werden falls Deutschland den Poker auf EU-Ebene verliert und damit wäre auch das Lottomonopol gefährdet und eben um dieses geht es vor allem, da aus diesem bereich der Großteil der Staatseinnahmen des Glücksspielsektors kommen.

Doch wer ernsthaft glaubt, dass nun die Politik endlich ihre Fehler einsieht wird bald eines Besseren belehrt, denn der Streit wird nicht beendet, er beginnt erst. Schon sind die ersten empörten Politikerstimmen da, die natürlich den Spieler schützen wollen, während offen darüber geredet wird das Lottoangebot durch einen europäischen Zusammenschluss zu erweitern, bei dem Jackpots bis zu 100 Millionen Euro möglich wären. Dies sei zwar momentan nicht machbar, jedoch in ungefähr einem Jahr, da man konkurrenzfähig sein müsse. Falls Sie sich an dieser Stelle wundern wieso das Lotto-Angebot konkurrenzfähig sein soll, also mehr Spieler zum spielen animieren soll als jetzt, so sind sie eben so verwundert wie wir, denn eben solch ein Vorgehen wie ein privates in Konkurrenz stehendes Unternehmen ist untersagt falls der aktuelle Entwurf des Staatsvertrages durchkommt. So fragt sich mit welchem offenen Gesetzesbruch-Vorhaben wir noch konfrontiert werden, denn nichts anderes sind solche Aussagen.

Halten wir also fest: man kommt zwar langsam zur Besinnung, doch wirklich in die Realität zurückgekehrt ist man in der deutschen Politik noch lange nicht. Man verschwendet inzwischen fast vier Jahre mit unsinnigen und unrealistischen und insbesondere scheinheiligen Forderungen während Unternehmen im Ausland das Geld bekommen und der deutsche Staat leer ausgeht. Hier stellt sich unwillkürlich die Frage ob es wirklich um die Einnahmen geht, denn der Spielerschutz ist schon lange zu einem schlechten Witz verkommen. Bezeichnend könnte sein, dass es eben die Finanzpolitiker waren, die als erstes zur Vernunft gekommen sind, also scheinbar nachgerechnet haben. Die restliche „Elite“ unseres Landes muss sich wohl erst vom Staub der Lobbyisten befreien, die im Hintergrund weiter das Monopol propagieren, welches sowohl auf lotteriegesellschaftlicher als auch auf politischer Seite von Politikern verwaltet wird. Auf politischer Seite scheint hierbei eine große Hoffnung auf einen solch netten Dankbarkeitsposten zu liegen. Und da uns immer wieder Polemik unterstellt wird können natürlich alle solche Posten auch nachgewiesen werden, bei denen Politiker einen fließenden Übergang aus der Politik in die Führungsetagen der Lotterieunternehmen fanden.

Dieser Artikel erschien auch als Kolumne in der Sportwetten Zeitung