So könnte man wohl die Politik in Sachsen-Anhalt am besten beschreiben, obwohl nicht die ganze Absurdität beschreiben würde, die dort seitens der Politik gezeigt wird.

Während man noch vor zwei Wochen nicht nur Werder Bremen vor ein Gericht zerren wollte, sondern sogar Überlegungen anstellte den Sender DSF zu verklagen, weil diese das Bwin-Logo der Werder-Spieler offen im Fernsehen übertragen hatten, kann man sich scheinbar nicht mehr erinnern aus welchen Gründen sie dies tun wollten. Der Grund ist ihr Festhalten am Glücksspielmonopol, welches nur begründet werden kann, wenn es der effektiven Vorbeugung von Spielsucht dient. So weit wäre das Vorgehen in Sachsen-Anhalt wohl immer noch unter den Punkt „übertrieben Härte“ abzuhaken, doch nun scheint der Regierung in Sachsen-Anhalt der Grund für das Glücksspielmonopol abhanden gekommen zu sein.

Vor einigen Tagen kam (mal wieder) die Idee auf, man könne doch die staatlichen Spielbanken in Sachsen-Anhalt privatisieren. Dies würde dann nicht nur schnelles Geld in die leere Kasse der Bundeslandes spülen, sondern viel mehr könnte sich das Bundesland so von den scheinbar nicht rentablen Spielbanken trennen.

Falls Sie sich an diesem Punkt fragen wie finanzielle Interessen des Landes mit der Glücksspielprävention in Einklang zu bringen sind, dann sind Sie am gleichen Punkt angelangt wie wir. Während also auf der einen Seite sogar Überlegungen stattfinden einen Fernsehsender zu verklagen weil dort das Bwin-Logo auf den Trikots der Spieler zu sehen war, möchte man bei den eigenen Spielbanken nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung arbeiten oder sich dieser entledigen, indem man sie an ein Privatunternehmen verkauft. Selbstverständlich kann das Privatunternehmen ausschließlich dem Prinzip der Gewinnmaximierung folgen, da sonst ein Kauf natürlich den Sinn verfehlt.

Dies ist kein Einzelfall, sondern viel mehr die Regel und es zieht sich in seiner Doppelmoral wie ein roter faden durch das Vorgehen der Politik, die immer wieder aufs Neue beweist, dass der Schutz der Bürger vor der Spielsucht nur ein vorgeschobener Vorwand ist um die Einnahmen aus dem Glücksspiel für die eigenen Kassen zu sichern. Interessant dürfte auch sein, mit welcher Begründung wieder Lotto-Werbung in einigen Stadien zu finden ist, da das Lotto-Spiel eben so wie die Sportwette vor dem Gesetz absolut gleich eingestuft ist. Den Schein der Spielsuchtprävention haben zunächst viele Gerichte geglaubt, doch inzwischen gibt es bereits erste Urteile, in dessen Begründung starke Zweifel an der Objektivität der Politik zu erkennen sind. Es sind eben diese Verstrickungen zwischen der Politik und den Lotteriegesellschaften, die eine viel größere Gefahr für unser System darstellen als eine Liberalisierung des Glücksspielmarktes. Wir hoffen, dass die EU diese Entwicklung stoppen wird, da die nationale Politik auf der ganzen Linie versagt hat.