Der wahre Grund für die Lizenzen

Auf den ersten Blick soll die Lizenzvergabe wie eine geordnete Angelegenheit wirken, aber die Realität ist eine andere. Es gibt nur einen Grund, warum man die Lizenzen so plötzlich rausgegeben werden und dieser Grund heißt Oddset!

Praktisch pleite

Oddsets aktueller Zustand ist für die Länder und Beteiligte nicht mehr tragbar. Man hat das Geschäft voller Hoffnung an das griechische Intralot verkauft und hoffte auf sprudelnde Erlöse. Außerdem wurden VIELE Managementpositionen besetzt, inklusive Marketing und einigen anderen und die Gehälter lagen ausnahmslos über dem Industriestandard (das wissen wir mit Gewissheit). Noch viel schlimmer: es wurden zahlreiche teure Sponsoringverträge abgeschlossen wie die Partnerschaft mit dem BVB, die ca. 1,5 Millionen Euro kostet.

Als sich der Lizensierungsprozess hinauszögerte, wurde klar, dass Oddset anders als die anderen Anbieter nicht einfach loslegen kann, da sie in staatlicher Hand sind und sich natürlich perfekt an die Gesetzgebung zu halten haben. Schließlich konnte man nicht wie die anderen Anbieter in einen rechtlichen Disput mit dem Staat eingehen. Das Ergebnis war eine SEHR teure Belegschaft, die im Grunde genommen den Großteil des Tages mit Nichtstun verbringt, subventioniert vom Staat bzw. den Lotterieeinnahmen. Ein Versuch, die Situation zu verbessern, war der Ausbau des Angebotes in den Wettannahmestellen. Auch hier war die Realität stärker als die Wunschvorstellung. Die Mitarbeiter wurden nicht geschult und waren zunächst überfordert und das Angebot ist noch immer weit hinter dem, was die Konkurrenz zu bieten hat.

Die Lösung – das Internet

Das Internet, das man so lange bekämpfen wollte ist nun das einzige Heilmittel, das bleibt. Das Problem: Oddset kann hier ohne eine Lizenz nichts anbieten, da man sonst gegen geltendes Recht verstoßen würde. Wir rufen uns das in Erinnerung … es ist das Recht, das man selbst gefordert hatte! Die Vertreter von Oddset wurde nicht müde zu betonen, wie viel Suchtgefahr im Internet steckt und dass dort nichts kontrollierbar sei. Diese Meinung hat sich radikal geändert, da klar wurde, dass man genau dieses Internet nicht aufhalten kann, unbedeutend wie viel Regulierung man verlangt. Die Lösung war also Oddset mit einer Lizenz auszustatten und das ging nur über das Innenministerium in Hessen und das E15 Lizensierungsverfahren.

Ich war persönlich bei Podiumsdiskussionen dabei, bei denen sich zwei Lotterievertreter nicht einig waren, was man tun müsse. Während jemand mit Erfahrung nach einer sauberen Regulierung fragt, waren ehemalige Politiker nur einer bestimmten Meinung und die lautet: „Wir haben jetzt eine Regulierung und diese wird durchgeboxt, da soll Hessen mal schneller machen“. Diese von Vernunft befreite Idee hat sich am Ende also durchgesetzt.

Die Realität – nichts geregelt

Das ist einer der skandalösen Punkte (zu einem anderen komme ich in einem anderen Artikel). Wie die Lizenzen umgesetzt werden sollen, wie die Lizenzinhaber vor den dann Illegalen geschützt werden sollen… alles das ist unklar. Man hat die Idee die Transaktionswege zu kontrollieren, aber diese Methode hat sich schon in Norwegen als unbrauchbar gezeigt und die Banken sind alles andere als begeistert oder kooperationswillig. Die Ungleichbehandlung von Oddset zu den anderen Unternehmen ist ein anderer Punkt, der noch für riesige Probleme sorgen wird. Hier arbeitet der Staat mit Taschenspielertricks, die Oddset eine bessere Position bringen sollen. Beispiele gefällig?

Beispiel 1: Wettannahme – Wettbüro

Wer glaubt, dies sei gleich, der täuscht sich. Während die Privaten keine Personen unter 18 in die Läden lassen, verführt Oddset in Supermärkten und ihren typischen Filialen. Um dies rechtlich dennoch irgendwie zu legalisieren, erfand man die zwei Fantasiebegriffe. Die Wettannahmestellen wären damit schon an Oddset verteilt und diese Zahl setzte man natürlich sehr hoch an, während es für die klassischen Wettbüros deutlich weniger Lizenzen geben soll.

Beispiel 2: Zusatzsteuer

Die ersten Städte fangen an, wie bei Spielhallen, eine zusätzliche Steuer auf Wettbüros zu erheben. Um Oddset davon auszunehmen, bedient man sich nun beinahe krimineller Tricks. Die Steuer sollen lediglich die Wettbüros zahlen, bei denen man die Ereignisse live verfolgen kann, womit man die Oddset Annahmestellen ausnahmslos davon befreit hätte.

Dies sind nur zwei Beispiele mit welchen Mitteln man momentan vorgeht. Wer glaubte, dies sei nur in unterentwickelten Staaten möglich, der sieht sich hier getäuscht.

Die Zukunft – ungewiss mit vielen Klagen

Jetzt geht die Klagewelle erst richtig los und die Anbieter haben riesige Chancen auf einen Erfolg. Alles das ist dem Staat im Moment durchaus egal, denn er will Oddset endlich positionieren. Man kann davon ausgehen, dass wir noch viele „Gefälligkeiten“ seitens der Regulierungs- und Verwaltungsbehörden sehen werden, um Oddset in eine bessere Position zu bringen.

Realistisch ist ein Zusammenfallen folgender Punkte im neuen Glücksspielstaatsvertrag:

  • 20 Lizenzen – keine Chance fürs Bestehen
  • Livewetten-Beschränkungen
  • Umsatzbeschränkungen pro Kunde – diese werden zumindest nach oben gehen
  • Casino und Poker – hier steht es 50-50, aber man wird auf die illegalen Angebote reagieren müssen