Nachdem wir die ganze Woche das Turnier in
Melbourne getippt haben, widmen wir uns dem Finale, also dem letzten Spiel. Im
Finale stehen sich zwei Spieler gegenüber, die wahrscheinlich mit Nadal und
Djokovic zusammen, die Tenniswelt lange dominieren werden. Im Moment sind es
die besten Spieler auf dem harten Untergrund, sie stehen Beide zu Recht im
Finale dieses Turniers. Beide Tennisspieler haben auch kaum Sätze verloren und
dies ist auch eine große Dominanz.
Kommen wir erst zur Nummer Eins der Welt Roger Federer.
Eigentlich muss man über ihn nicht viel erzählen. Zurzeit spielt einen
fantastischen Tennis und er wirkt vor allem sehr befreit und locker. Von der
Power her, war er vielleicht mal ein wenig stärker, aber vom gesamten
Spielkonzept her, noch nie. Dieses unglaublich gute Tennis haben wir eigentlich
zwei Sachen zu verdanken. Das Erste ist der Sieg in Roland Garros, das war
nämlich das letzte der großen Turniere, die Federer noch nie gewann. Kurz
danach, paar Wochen später, bekam er Zwillinge mit seiner Frau Mirka, was
natürlich um Einiges wichtiger war. Er tänzelt auf dem Platz mit einer
Leichtigkeit, die wir zwar von ihm kennen, aber schon lange Zeit nicht gesehen
haben. Viele haben prophezeit, dass er Auslaufmodell ist, weil die anderen drei
Großen nachrücken werden und ihn verdrängen werden, aber nicht mal im Ansatz.
Sein Gegner der Schotte Murray ist ebenfalls sehr gut drauf
und spielt im Moment sehr gut. Sein Talent war schon immer unbestritten und
jetzt hat er sein Spiel verbessert, weil er sich den Begebenheiten jedes
einzelnen Spiels neu anpassen kann. Seine Ausdauer und Unermüdlichkeit den
unmöglichsten Bällen nachzulaufen ist einmalig, nur Nadal ist ähnlich gut, was
das angeht. Sein Aufschlag ist sehr gut, aber nicht so gut, wie der von
Federer. Das Grundlinienspiel der beiden Spieler ist unterschiedlich. Murray
muss jeden Punkt langsam aufbauen, weil er keine tödlichen Schläge wie Federer
hat. Das könnte vielleicht heute zum Nachteil werden, weil Federer seine Punkte
immer sehr aggressiv machte und es waren richtige Winner, er spielt nicht bis
der Gegner Fehler produziert, sondern greift ganz unverschämt an. Mit dieser
Taktik kann man Murray problemlos aus dem Konzept bringen. Die einzige Gefahr
dabei ist, dass man einen sehr guten Tag haben muss, um diese ganzen
aggressiven Winner auch zu platzieren.
Im direkten Vergleich steht es 6:4 für den Schotten. Diese
negative Bilanz für Federer muss aber relativiert werden. Die letzten beiden
Spiele, eben nach den oben genannten ausschlaggebenden Ereignissen im Leben des
Schweizers, gewann eben Federer. Das letzte Spiel war in London bei dem
Jahresfinale und das vorletzte Spiel in Cincinnati, wo ich vor Ort war. In
Cincinnati gewann Federer problemlos, aber der harte Untergrund bei diesem
Turnier ist viel schneller als in Melbourne, somit Federer klar im Vorteil war.
Das Spiel in London gewann er auch, zwar nicht ganz klar, aber er gewann es.
Heute wird das Spiel nicht über drei Sätze gehen, sondern es
wird länger gespielt, aber am Ende müsste Federer seinen vierten Australien
Open Titel holen, weil er momentan auf dem harten Untergrund nur an sehr
schlechten Tagen bezwungen werden kann. Die Quote auf Federer ist auch nicht
schlecht, also man kann direkt auf den Sieg gehen, ohne irgendwelchen Umweg mit
Game oder Set Handicaps.
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