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Die Sportwettendebatte wurde, wie bereits von uns vor Monaten vorhergesagt, nun um das Thema Lotto erweitert. Durch die neuste Entscheidung des Bundeskartellamtes bläst den Länderchefs der Wind nun stärker ins Gesicht denn je. Interessant und mich Sicherheit auch unfreiwillig komisch sind hierbei die Auslegungen der angemessenen Maßnahmen, die nun durch die Länderchefs in einem neuen Staatsvertrag festgelegt werden sollen. Der komische Teil an dem ganzen ist, dass die Politik mit aller Macht eines Ihrer Ohren und Augen zudrückt um die Realität weit weg von sich zu stoßen. So werden alle erdenklichen Maßnahmen in Erwägung gezogen, die der Konkurrenz schaden, jedoch alle Maßnahmen, die von Spielsuchtexperten gefordert werden und den staatlichen Lotterieunternehmen schaden würden, einfach ignoriert.
Das beste Beispiel hierfür läuft seit der Bekanntgabe der Bundeskartell-Entscheidung. So wollen die Länderchefs im neuen Staatsvertrag Briefsendungen oder andere Anreize zum Spielen verbieten womit sie Vermittlern wie Faber nahezu das ganze Geschäft ruinieren würden, aber als dann das Thema der Lottoziehung im Fernsehen aufkommt, wird diese als Teil der Transparenz angesehen und kein Anreiz zum Spielen. Ein noch größere „Taubheit“ beweist die Politik wenn es um das extrem dichte Netz der staatlichen Annahmestellen geht, die von Spielsuchtexperten als viel zu hoch eingestuft werden, wenn man wirklich effektiv gegen die Spielsucht vorgehen wolle. Zu diesem Thema möchte sich niemand aus der Politik überhaupt äußern, denn hier würde sie ja schließlich gegen ihre eigenen Einnahmen vorgehen. Fast amüsant klingen hier die Aussagen von Hans-Joachim Rotermund, dem Prokuristen von Westlotto, der sich damit rühmt, dass man in NRW die Zahl der Annahmestellen von 4000 auf 3900 gesenkt habe. Spielsuchtexperten forderten eine Halbierung. Vielmehr dürfte es sich hierbei um Schließungen von nicht mehr profitablen Annahmestellen handeln, was auch der extrem niedrige Anteil von 2,5% andeutet (es wurde auch kein Zeitraum genannt, in dem die 100 Annahmestellen geschlossen wurden). In unserem letzten Artikel befassten wir uns insbesondere mit den Aussagen des bayrischen Finanzministers nach der Entscheidung des Bundeskartellamtes, der diese Entscheidung als Jobkiller sehen wollte. Nun, knapp eine Woche später möchte die Politik nicht nur neue Jobs bei den Vermittlern verhindern um ihre Einnahmen zu sicher, viel mehr werden hier bereits entstandene Jobs zerstört wie im Falle von Faber und anderen Tippgemeinschaften, die ohne Werbung kaum arbeiten könnten. Ein noch viel brisanteres Thema, über das wir ebenfalls berichtet hatten kommt momentan auch nicht in den Mund der Politiker und das ist der größte Spieleranreiz, der aktuell auf dem Markt ist und zwar der Lottojackpot. Wie deutlich zu erkennen ist dies der größte Reiz für die Spieler und genau dieser wird gnadenlos von den Lottogesellschaften ausgenutzt, indem immer aktuelle Schilder für den Jackpot werben. So wurde auch durch T. Tolkemitt nachgewiesen, dass die Anzahl der Spieler mit der Höhe des Jackpots ansteigt, womit ein direkter Bezug zwischen Spielanreizen und dem Jackpot als solchen erwiesen wären. Ebenfalls sind Studien, die eindeutig belegen, dass im Durchschnitt an die 98% der Spieler bei einer Ziehung verlieren, was mit keinem anderen Glücksspiel zu vergleichen wäre. Völlig unbeachtet bleibt auch eine andere Tatsache, nämlich der extrem hohe Anteil, der beim Lotto selbst verloren wird. Dieser liegt im Schnitt bei 50%, denn so hoch ist auch die Ausschüttungsquote im Durchschnitt. Genau hier hat die Öffnung von Märkten gezeigt, dass eine Liberalisierung des Marktes immer dazu geführt hat, dass die Ausschüttungsquoten auf über 90% stiegen und damit die Bevölkerung prozentuell weniger Geld verloren hat. Spielsuchtexperten fordern daher schon lange eine geregelte Liberalisierung des Lotto-Totto-Marktes und insbesondere einen Höchstgewinn bei Lotto, der einen Jackpot verhindern soll. Und schließlich war die Untersagung eines Jackpots eines der wichtigsten Punkte im alten Lotteriestaatsvertrag, da dieser wenn von Privaten veranstaltet zu einem zu großen Spielanreiz führen würde. Scheinbar haben die Länderchefs ihre eigene Argumentation vergessen. Die Politik führt sich also weiterhin ad absurdum mit ihrem Handeln. Diese Seite zu Favoriten hinzufügen!
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