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Wir berichteten bereits über die erst kürzlich verabschiedeten Gesetze in den USA, die das Spielen von Onlinepoker oder das Abschließen von Sportwetten per Internet verbieten. In diesem Bericht wollen wir uns mit den genauen Motiven dieses Verbotes befassen und insbesondere mit den Hauptakteuren, die sich besonders stark für dieses Gesetz eingesetzt haben, denn dieses Gesetz offenbart die ganze Absurdität des Kampfes einzelner Staaten gegen eine voranschreitende Liberalisierung der Glücksspielmärkte oder vereinfacht ausgedrückt: die Globalisierung, die meist angepriesen wird soll dann enden, wenn es für die eigene Kasse von Nachteil ist.
Schauen wir uns zunächst die zwei Hauptakteure, ihre Argumente und ihre Ziele an. Da wären zunächst die zwei Hauptakteure Bill Frist und Bob Goodlatte, die als die Hauptinitiatoren der neuen Gesetze gelten und ihr offizielles Motiv, nämlich Schutz von Jugendlichen vor Gefahren des Online-Glücksspiels und der allgemeine Schutz vor der Spielsucht. Beides ist zunächst nur schwer nachvollziehbar, da beispielsweise die weiterhin erlaubten Online-Lotterien von US-Unternehmen keine Beschränkungen erhielten wie viele Lose ein einzelner Spieler erwerben dürfe. Ebenso wurde mit keinem Wort ein Gesetz erwähnt, welches die Online-Lotterien dazu verpflichten würde den Jugendschutz zu verstärken. Ein zweiter sehr verwirrender Punkt ist, dass Pferdewetten weiterhin als erlaubt angesehen werden und im Internet frei zugänglich bleiben sollen. Um diese Vorgänge zu verstehen muss man sich die Rahmenbedingungen etwas anschauen. So sind die online verfügbaren Lotterien alle äußerst beliebte Steuerquellen für den US-Haushalt und genau dieser Grund dürfte uns in Deutschland nicht allzu sehr überraschen, da ähnliche Motive auch bei den hiesigen Gesetzesvorlagen immer wieder eine Rolle spielen. Wesentlich interessanter ist die Tatsache, dass eben dieser Bob Goodlatte von der amerikanischen „National Thoroughbred Racing Association“, also der amerikanische Pferderenn-Vereinigung, ca. 10.000 $ als Spende erhielt, die er auch dankend annahm. Dies dürfte hierbei wohl das wichtigste Argument sein, obwohl der Senator seine Pro-Familie Motive immer wieder in den Vordergrund stellen möchte. Von anderen Spendern aus der Alkohol- und Tabakindustrie möchten wir hier gar nicht erst anfangen, da wir uns sehr wohl bewusst sind, dass Politiker keine moralische Instanz darstellen, daher möchten wir bei Geldern bleiben, die nicht mehr als Lobbyarbeit auszulegen sind, sondern in Wirklichkeit als Bestechung ausgelegt werden müssten. Der zweite Initiator war auch der eigentliche Wortführer diese Kampagne, die ja am Ende fruchtete: Bill Frist. In diesem Falle ist das Lobby-Geld sogar noch unverschämter und offensichtlicher, denn es kommt direkt von „Harrah’s Entertainment“, einer der größten Casino Groups in den USA, die hauptsächlich in Las Vegas tätig sind mit ihren Spielbanken. Das Geld kommt also ausgerechnet von einem der Unternehmen, die direkt vom Onlineboom benachteiligt sind, da sie durch diesen immer mehr ihrer „Vor-Ort-Kunden“ verlieren und in diesem Fall handelt es sich nicht um 10.000 $, sondern um die stolze Summe von 50.000 $. Wir fühlen uns in unserer Interpretation der Geschehnisse bestätigt wenn wir uns die Börsenkurse der privaten Onlineunternehmen anschauen und im Vergleich dazu den Kurs des „Bill-Frist-Wohltäters“ Harrah’s Entertainment. Während Anbieter wie Party Gaming und Sportingbet Kursabstürze von bis zu 60% zu verzeichnen hatten, stieg der Kurs von Harrah’s von ca. 65$ pro Aktie um satte 15% auf ca. 75$ (teilweise noch höher) pro Aktie. Diese Zusammenhänge sind es, die in Europa kaum Beachtung finden obwohl er erschreckende Parallelen einer solchen Lobbyarbeit auch in Deutschland gibt. Daher stellen wir uns erneut die Frage wie es sein kann, dass Politiker die über die eventuelle Liberalisierung des Glücksspielmarktes in Deutschland entscheiden, gleichzeitig in Aufsichtsräten der staatlichen Lotterieunternehmen sitzen. Diese Entwicklung untergräbt jegliche Grundidee einer unabhängigen Politik und fördert den Lobbyismus, der dann am Ende wirklich über unsere Gesetze bestimmt. Diese Zustände sind in den USA bereits seit langem vorhanden und entwickeln sich immer mehr in eine Art elegante Bestechung und genau dies muss in Europa verhindert werden. Diese Seite zu Favoriten hinzufügen!
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