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In diesen Tagen werden sich wohl viele Anleger und Kunden fragen wie es weitergehen wird mit den Glücksspielanbietern, wir sind da keine Ausnahme und wollen uns mit eben dieser Frage beschäftigen. Für eine detaillierte Analyse muss der Markt zuerst in drei Teile aufgeteilt werden, da er auch so agiert: der US-Markt, der europäische Markt und der asiatische Markt.
US-Markt: Hier ist die Situation am schwierigsten seitdem das Onlineglücksspiel gänzlich verboten würde. Die ersten Unternehmen haben schon reagiert und nehmen bereits jetzt keine neuen Kunden aus den USA an und auch bei Bestandskunden wird es bei den meisten keine Aktivitäten mehr geben. So hat Bwin seine US-Aktivitäten bereits eingestellt, Sportingbet sein US-Geschäft sogar gänzlich verkauft und selbst der Pokerriese PartyGaming (in Deutschland dürfte vor allem das Produkt Partypoker bekannt sein) schließt seine Türen für die US-Kunden. Hier bleibt insbesondere für den Anleger nur das risikoreiche Investment, da einige Anbieter trotz allem ihre Geschäfte in den USA fortsetzen werden. Dies kann zwar zu einem Kundenansturm führen, jedoch dürften eine einzige negative Meldung reichen und der Kurs befände sich ganz unten. So hat der Anbieter Pokerstars angekündigt er werde so weiter machen wie bisher. Aus genau den oben genannten Gründen raten wir momentan von einem Aktienkauf bei reinen Pokeranbietern oder sehr „pokerlastigen“ Unternehmen ab, da man abwarten muss ob es die Pokeranbieter schaffen irgendwie das Fehlen der US-Kunden zu kompensieren. Wir haben schon die ersten Stimmen in Europa vernommen, die von kleineren Gewinnen, zu wenigen Spielern und zu langen Wartezeiten für Sit and Go Turniere berichtet haben. EU-Markt: Der Markt in Europa ist ebenfalls chaotisch, jedoch hat er viel mehr Perspektiven als aktuell der US-Markt. Der Vorteil für die Anbieter ist eindeutig die unterschiedliche Regelung in den einzelnen EU-Staaten, die dazu führt, dass Onlineglücksspiel in der ganzen EU bis jetzt kaum verhindert werden konnte. In Europa liegt auch der Markt mit dem größten Wachstumspotenzial, da viele der Länder noch in den Kinderschuhen stecken was das Onlineglücksspiel betrifft. Die Europäer dürften auch die größten Nutznießer der neuen US-Gesetze sein, da viele Pokeranbieter alles daran setzen werden neue Kunden in Europa für sich zu gewinnen um den Verlust der US-Kundschaft (Kunden aus den USA machen ca. 90% des weltweiten Online-Pokerumsatzes aus) ansatzweise aufzufangen. Die europäischen Anbieter selbst sind in den meisten Fällen gesünder als es die meisten Anleger vermuten, denn die Negativschlagzeilen über enorme Kursverluste betrafen vor allem die globalen Anbieter, die auch auf dem US-Markt aktiv waren. Ebenfalls betroffen waren Unternehmen, die ihren Hauptmarkt in Deutschland hatten. Schaut man sich jedoch einige der traditionellen Wettunternehmen „von der Insel“ an stellt man fest, dass diese sehr stabil in ihren Kursen blieben und sogar einen Weg nach oben fanden. Viele rein europäische Unternehmen haben sogar Zuwächse erfahren in den letzten Tagen, da die erste Panik so langsam verfliegt und man sich endlich der richtigen Analyse widmet. Insbesondere die so genannten Traditionalisten, die beispielsweise in Deutschland sogar kaum bekannt sind, sind kaum betroffen da sie konservativ handelten und sich aus den Risikomärkten raus hielten. So erfuhr Will Hill zwar einen leichten Einbruch, aber erholte sich sofort wieder. Der Vorteil der britischen Buchmacher ist ihr Standbein in Großbritannien oder Irland. Hier wird es für den Anleger jedoch etwas schwierig da sich zwei Arten von Glücksspielunternehmen in Großbritannien tummeln. Da sind die Unternehmen, die lediglich eines ihrer Lizenzen dort haben und eher global agieren und eben die Unternehmen, die ihr Hauptstand- und Einnahme-Ort in Großbritannien und Irland haben. Ein sehr gutes Beispiel eines „lautlosen“ Aufsteigers ist Paddy Power. Das Unternehmen ist die Nummer eins in Irland und hat schon lange auch in England Fuß gefasst und unterhält dort einige Offline-Wettbüros. In Deutschland ist das Unternehmen seit einigen Monaten aktiv und kann inzwischen auf einen recht hohen deutschsprachigen Kundenstamm blicken, den sie sich aber nicht durch klassische Fernsehwerbung aufbaute und damit reine Werbekosten zu verbuchen hatte. Paddy Power ist den (unserer Meinung nach) wesentlich schlaueren und vor allem sparsameren Weg gegangen und baute ein starkes und großes Affiliate-Netzwerk auf im deutschsprachigen Raum. Der Vorteil eines solchen Werbesystems ist, dass die Werbeausgaben immer von den eigenen Einnahmen abhängen und somit „ungefährlicher“ sind. Der europäische Markt bietet viel potenzial für überschaubare Spekulationen, man muss jedoch genaue definieren auf welchem Markt unser Investment-Favorit tätig ist und hier besonders rechtliche Risiken des Marktes berücksichtigen. Eine reine Spekulation auf ein EuGH-Urteil halten wir für gefährlich. Asiatischer Markt: Als Anleger raten wir hier momentan ein sehr schlichtes „Finger weg!“, es sei denn Sie sind ein wirklicher Kenner des Marktes in Asien. Das Problem an diesem Markt sind die enormen Unterschiede zu den europäischen Märkten. So lassen sich viele Anleger durch hohe Umsätze blenden, die die Unternehmen vorweisen könne, doch ein gleich hoher Umsatz zwischen einem europäischen und asiatischen Glücksspielanbieter sind kaum zu vergleichen, denn die pro Kopf Ausgaben sind auf dem asiatischen Markt auf dem dreifachen Niveau eines Spielers aus Großbritannien (die umsatzstärksten Spieler in Europa). Es gibt beispielsweise Schätzungen, dass ein Drittel der Einwohner von Hongkong spielsüchtig sind. So macht die Rennbahn in Hongkong an einem guten Wochenende so viel Umsatz wie die gesamte deutsche Pferde-Wettenindustrie in einem ganzen Jahr. Immer wieder spekulieren Anleger darauf, dass sich ein nicht-asiatischer Buchmacher im asiatischen Raum etablieren könnte, doch hier müssen wir deutlich warnen, da solch eine Entwicklung kaum zu erwarten ist. Den nicht-asiatischen Buchmachern fehlen oft die Risikobereitschaft, das Kapital oder schlicht und ergreifend die Fähigkeiten um eine ernsthafte Konkurrenz auf dem asiatischen Markt zu werden. So ist die Höhe der möglichen Einsätze fast unbegrenzt und der asiatische Markt wird bis heute vom asiatischen Handicap beherrscht als Hauptwettart. Beobachtet man die Wettmärkte bzw. die Quoten wird man schnell feststellen wieso asiatische Buchmacher so berühmt sind. Die Reaktionszeiten der Buchmacher ähneln tatsächlich den natürlichen Reaktionen einer Wettbörse. Wie interessant der asiatische Markt ist wird vor allem deutlich, wenn man sich anschaut, dass Betfair im Markt für asiatische Handicaps nur eine Gebühr von 1% hat. Bis jetzt konnte selbst Betfair nicht wirklich Fuß fassen in Asien. Fazit: Für Anleger ist die momentane Situation äußerst schwierig. Als vorsichtiger Anleger sollte man die Finger von den meisten Unternehmen lassen. Wenn man bereit ist ein gewisses (jedoch überschaubares) Risiko einzugehen, dann bieten die Glücksspielanbieter immer noch gutes Investmentziel. Der wichtigste Punkt ist die genaue Sortierung. So sollte jeder Anleger die Finger von reinen Casino- oder Pokeranbietern lassen, da diese momentan eine absolut ungewisse Zukunft haben. Bei Mischunternehmen muss vorher genau geschaut werden ob es einen guten europäischen Kundenstamm an Pokerspielern gibt. Bei den Poker- und Casinoanbietern muss vor allem abgewartet werden wie viele Unternehmen Fusionen eingehen werden oder wer wen aufkaufen wird, denn schlagartig sind aus großen Unternehmen kleine geworden. Hier ist erst eine Marktsäuberung von Nöten. Am interessantesten sind eigentlich die gesunden Unternehmen, die bis jetzt eher konservativ vorgingen, denn sie haben das nötige Kapital um bei einer Marktöffnung zu reagieren und zu expandieren, haben aber nicht bereits Millionen in Werbung und Werbeverträge gesteckt, die sich eventuell als kaum nützlich erweisen könnten. Wie immer gilt auch hier: Die Finger von Aktien lassen wenn man keine Kenntnisse über den Markt hat. Diese Seite zu Favoriten hinzufügen!
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