Da berichten wir fleißig über die Widersprüche in den Aussagen der staatlichen Lotterieanbieter und müssen heute wieder feststellen, dass sie scheinbar immer noch nichts gelernt haben. Während man weiter die auswendig gelernten Sätze über Spielerschutz und Suchtprävention herunter rattert, scheint die Aussicht auf steigende Gewinne bei Oddset doch so viele niedere Instinkte zu wecken, dass man sich kaum zurückhalten kann. Der Anführer dieser „Instinktbewegung“ scheint Erwin Horak zu sein, der Präsident der staatlichen Lotterieverwaltung. Herr Horak scheint ein Meister darin zu sein Wasser zu predigen, aber Wein zu trinken, denn während er den privaten Spielsuchtförderung und Illegalität vorwirft sollte man sich doch ein wenig seine Werke anschauen.
In den letzten Jahren seit Beginn seiner Präsidentschaft entwickelte Horak nicht nur Oddset mit, also eine neue Möglichkeit für den Spieler, sein Geld los zu werden, sondern erhöhte auch die größte Suchtgefahr in Bayern um fast 100%. Während es bei seinem Amtsantritt lediglich fünf Spielbanken in Bayern gab, sind es inzwischen neun, da Herr Horak bekannt dafür ist, mit den Lizenzen sehr leichtfertig umzugehen. Wie also passt das zusammen fragen Sie sich? Tut es gar nicht und muss es auch nicht, denn Herr Horak hält sich eben so wie die ganze aktive Politik rund um das Thema Monopol, für Unantastbar und versteckt auch gar nicht so recht ihre wahren Absichten. Während man immer wieder in den Pressemitteilungen von Spielsuchtprävention liest, äußert Herr Horak in einem Interview mit FOCUS Money seine wahren Träume nachdem er auf den Umsatzrückgang bei Oddset angesprochen wird. „Wenn danach die starke werbliche Präsenz der illegalen Anbieter aufhören und gleichzeitig der Wildwuchs beseitigt wird, wird sich auch unsere Umsatzentwicklung wieder konsolidieren.“ An dieser Stelle des Interviews hat Herr Horak sich wohl nicht an unsere Artikel erinnert, in denen immer wieder gezeigt wurde, dass er seine Gier nach mehr Einnahmen ein wenig besser verstecken sollte. Doch am Ende des Tages wird Herr Horak wieder die privaten Anbieter als Illegale bezeichnen, während er sich in Wirklichkeit nur darüber aufregt, dass das „Baby aus seiner Amtszeit“, also Oddset, niemals erfolgreich war und sich momentan im freien Fall befindet. Man könnte sich natürlich fragen wieso der Staat niemals fähig genug sein wird Oddset auch bei vorhandener Konkurrenz zum Erfolg zu führen, doch auch hier liegt eine Vermutung nahe wenn man sich Herr Horak mal genauer anschaut. Was macht einen ehemaligen Sprecher des Finanzministeriums von Bayern zu einem geeigneten Präsidenten der Lotterieverwaltung, außer die richtige Parteizugehörigkeit? Richtig, nichts. Doch ohne es zu bemerken muss man wieder an die inflationäre Benutzung des Wortes „illegal“ denken, die von Herr Horak betrieben wird wenn es um private Wettanbieter geht und man fragt sich ob nicht auch Vetternwirtschaft zwischen Politik und der staatlichen Lotterieverwaltung eben so illegal ist. Diese Frage sollten sie verwerfen, sonst müssten wir leider in jedem Bundesland die Lotteriegesellschaften schließen, denn fast überall sitzen ehemalige Politiker. Illegal? Schwierig zu sagen. Doch moralisch absolut niedrig anzusiedeln, insbesondere wenn Moral und Spielerschutz als Monopol-Argument dienen müssen, obwohl gleichzeitig Gefälligkeiten und Vetternwirtschaft herrschen. Diese Seite zu Favoriten hinzufügen!
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