Nun, da auch wir in der Redaktion sportbegeistert sind lesen wir natürlich viele Sportzeitungen und Sportmagazine. So auch (oder insbesondere) den legendären Reviersport, der von uns immer als die beste Quelle für das Sportgeschehen in unserem geliebten Ruhrgebiet angesehen wurde. So mussten wir mit Erstaunen feststellen welch einfach gestrickte Aussage wir dort unter den redaktionellen Kommentaren am letzten Sonntag fanden, dort holte Herr H zu einem Tiefschlag unglaublichen Ausmaßes aus, indem er unter anderem folgenden Kommentar zum Thema Sportwetten abließ:
„Möglich, dass schon bald, infolge von EU-Recht, der Markt freigegeben wird und eine Horde Halbkrimineller ganz Deutschland mit Wettbuden vollpflastern wird, um denen am unteren Rand der Gesellschaft noch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Kommt es soweit, werden nicht nur Glücksspiel-Junkies ärmer, sondern wir alle, die Kultur in unserem Land.“ 1. Horde Halbkrimineller: Dies allein stellt eine Verleumdung dar, die an ihrer Unwissenheit kaum zu überbieten ist, da hier über 2000 Betreiber (die es bis jetzt gab) privater Wettbüros als halbkriminell bezeichnet werden. Wie Herr H. allerdings auf diese absurde Idee kommt, bleibt uns allen ein Rätsel, da er einen ganzen Berufszweig, der Tausende von Arbeitstellen geschaffen hat als halbkriminell abstempelt. Interessant wäre hier beispielsweise wie er eine Sportlegende (die auch noch aus dem Ruhrgebiet kommt) wie Manni Burgsmüller ebenfalls als halbkriminell bezeichnen kann, denn auch er gab bereits seinen Namen als Aushängeschild eines Wettlokals her. Und zwar als Betreiber. Selbstverständlich hätte Herr H. auch weiterdenken können wie es dazu kommen konnte, dass sich auch Halbkriminelle (die es wie bei jeder lukrativen Branche teilweise gab) breit machen konnten, dann wäre ihm eventuell eingefallen, dass hier der Staat als Kontrollorgan völlig versagte, indem er den Ordnungsämtern keine Gesetze gab, die diese umsetzen konnten und lieber auf eine Politik führt, die gegen EU-Recht verstößt. 2. um denen am unteren Rand der Gesellschaft noch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen: Hier kann dann eindeutig von Unwissenheit ausgegangen werden, denn in jedem anderen Fall wäre Herr H. in den Sinn gekommen als Journalist auch mal in Studien reinzuschauen, die eindeutig belegen, dass Sportwetten quer durch alle Gesellschaftsschichten ihre Freunde haben und dass es gerade die staatlichen Spielbanken sind, die den größten Anteil am Ruin von Spielern haben. Eben so die völlig legalen Spielhallen. 3. Glücksspiel-Junkies Mal davon abgesehen, dass Herr H. hier schon fast in eine Kneipenrhetorik abrutscht möchte er alle Fans von Sportwetten als Junkies (also Süchtige) hinstellen, die (bedingt durch den Begriff an sich) ohne diese „Droge“ nicht leben könnten. Auch hier wäre Recherche angebracht gewesen, denn es gibt einige Staaten in denen die Sportwetten seit längerem liberalisiert wurden und die Erfahrungswerte belegen eindeutig, dass Sportwetten auch in diesen Fällen nicht einmal annähernd den Suchtgrad von anderen Glücksspielen erreichen, sondern die Zahlen hier im Verhältnis sogar niedrig sind. 4. Die Kultur in diesem Land Muss aus diesem Teil der Aussage die Schlussfolgerung erfolgen, dass Länder wie Österreich oder Großbritannien an Kultur verloren haben, weil es dort unzählige Wettbüros gibt? Hat wirklich die Heimat von Mozart an Kultur verloren, weil in Salzburg private Wettanbieter ihre Geschäfte betreiben? Nein, wahrlich nicht, vielmehr verarmt die Kultur dieses Landes, wenn das Volk solche Kommentare lesen muss, die in völligem Unwissen verfasst wurden und dazu auch noch von renommierten Zeitungen. Und hier kommen wir zu der alles entscheidenden Frage, die diesem Artikel auch den Namen schenkte. Ist es wirklich Unwissenheit oder ist es Lobbyarbeit für den Hauptwerbepartner von Reviersport, denn wir staunten nicht schlecht als wir die Internetpräsenz von Reviersport aufriefen und dort als Hauptsponsoren die Glücksspirale (ein Produkt von LOTTO) und dann noch einen Werbebanner, der uns direkt auf die Spielseite von Westlotto führte, entdeckten. Eventuell könnte Herr H. den Lesern erklären wieso er von geldgierigen Halbkriminellen spricht und gleichzeitig Werbung für ein Unternehmen macht, welches das undurchsichtige Glücksspiel Namens Lotto betreibt, wo keine eindeutigen Auszahlungsquoten festgelegt werden. Das wirklich Unglaubliche daran ist, dass gerade in diesen Tagen Lotto Rekordeinnahmen verbucht, da wir den höchsten Jackpot aller Zeiten haben. Dabei ist gerade Lotto der Inbegriff der Hoffnung auf ein sorgenfreies Leben trotz aktueller Armut oder Geldsorgen. Uns kam unweigerlich der Ausdruck „Lobbyarbeit“ in den Sinn, denn hier werden die Konkurrenten des Hauptwerbepartners von Ruhrsport in ein kriminelles Milieu gestellt und als die Plünderer der Armen abgetan. So wirbt Reviersport selbst in ihren Werbebroschüren offen für Lotto und ihr LottoSpezial-Angebot (diese Werbung ist Reviersport eine ganze Seite ihrer „Reviersport-Partner der Vereine“-Broschüre wert (zu finden unter Mediadaten auf dem Webauftritt von Reviersport). Selbstverständlich darf auch der von uns oftmals erwähnte Oddset-Cup für Jugendliche nicht fehlen, obwohl es genau diese Aktionen sind, die bereits Jugendlich an die Marke Oddset gewöhnen (zu finden unter Mediadaten unter dem Punkt Reviersport-Events). Selbstverständlich wirbt Reviersport bei seinen Anzeigepreisen damit, dass die Zeitung in allen Lotto- und Totostellen erhältlich ist (sogar erster Punkt in der Nennung der Vertriebswege). Ein Schelm, der dabei böses denkt. Vielleicht kann uns Herr H. Antworten auf diese Fragen geben, denn wir haben natürlich diesen Artikel auch an die Ruhrsport-Redaktion geschickt und werden die Antwort unseren Lesern nicht vorenthalten, egal wie sie ausfällt. Diese Seite zu Favoriten hinzufügen!
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