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Viele Probleme jedoch viel Potenzial PDF Drucken E-Mail

Diesen Titel empfanden wir als passend für Bwin und die aktuelle Lage dieses Unternehmens, denn mal wieder mussten die Anleger schlechte Nachrichten verdauen. So verzeichnete Bwin einen Verlust für das langsam ausklingende Jahr 2006 von fast einer halben Milliarde Euro.

Doch eben dies muss auch der Anleger differenziert betrachten, da der Großteil des Verlustes aus den Beteiligungen am US-Geschäft stammt, das inzwischen aufgegeben werden musste. Ein weiterer hoher Kostenfaktor sind die enormen Marketingmaßnahmen, die Bwin im Jahr 2006 hatte und genau diese lasten wohl schwer auf der Ausgabenseite (dieses Thema behandelten wir bereits in unserem Dreiteiler „Eine Analyse der Marketingstrategien“). Wichtiger als die Tatsache über diesen enormen Verlust ist die Aussicht was die Zukunft von Bwin angeht. Hier ist eine Analyse um einiges schwieriger, da die Rechtslage in Europa immer noch absolut undurchsichtig ist. Am wichtigsten dürfte jedoch die Entscheidung der europäischen Gerichtshofs sein, von der man ein Kippen der Monopole erwartet. Eben so möglich ist jedoch auch ein unklares Urteil wie im Fall Gambelli, so dass den Staaten immer noch die Möglichkeit bleiben könnte an einem Monopol festzuhalten. Schaut man sich jedoch den aktuellen Entwurf des Staatsvertrages an, kann man sich sicher sein, dass hier die Bedingungen des Gambelli-Urteils in kaum einem Punkt erfüllt werden, sondern viel mehr eine Art „Konkurrenzbeseitigung“ seitens des Staates stattfinden soll. Daher erscheint es als sehr unwahrscheinlich, dass solch ein Vertrag vor dem europäischen Gerichtshof Bestand hätte. Ein gewisses Risiko trägt das schwebende Verfahren aber mit sich. Es muss jedoch genau beobachtet werden ob die immer größere Liberalisierung in Europa die eventuellen negativen Ergebnisse in Deutschland kompensieren kann für Bwin. So sind die Märkte in Italien und Spanien inzwischen offen für private Anbieter und dürften auf Grund der hohen Wettaffinität für Wettanbieter äußerst interessant sein.

Noch viel wichtiger für die zukünftigen Ergebnisse von Bwin scheinen aber die Ausgaben zu sein. Der erste richtige Schritt ist getan, da man bereits ankündigte die Marketingkosten um 100 Millionen senken zu wollen. Ein weiterer Kostenfaktor, der aus unserer Sicht hohes Einsparpotenzial hat ist die interne Struktur bei Bwin, die durch das starke Verteilen der einzelnen Aufgabenfelder auf mehrere Standorte vergleichsweise hoch sind. Ebenfalls zu überdenken sind die Personalkosten bei den Buchmachern, da die fast unglaubliche Anzahl an Livewetten eine enorme Anzahl an Buchmachern erfordert und hier auch intern betrachtet werden muss ob diese Politik die richtige ist. Effizienter wäre unserer Meinung nach eine Erhöhung des Quotenschlüssels bei einer Senkung des Livewettenangebots. Hier wären lediglich Livewetten zu entfernen, die keinen realen wirtschaftlichen Nutzen aufweisen, da die Marktführerschaft in diesem Bereich erhalten werden sollte, eben so wie die Marktführerschaft bei der klassischen Wettauswahl.
Wichtig für Bwin wäre auch eine genaue Analyse des Images nach außen, da beispielsweise die Anzahl der Livewetten oftmals zu Fehlern führt, die automatisch in dieser Masse auftreten. Genau dies führt eher zu einem Imageschaden, der auch oftmals in Internetforen zu beobachten ist, denn eine möglichst niedrige Stornoquote und eine „glatte Abwicklung“ sind ein viel wichtigerer Imagefaktor als ein uneinholbares Liveangebot.

Abschließend bleibt zu sagen, dass das Zerreden des Unternehmens Bwin wie es von einigen Analysten betrieben wird nicht zutreffend ist, sondern Bwin viel mehr an einem Punkt ist wo sie nicht mehr als aufsteigendes Jungunternehmen handeln können, sondern eher wie ein Großkonzern, der seine Abläufe optimiert. Die nächsten Schritte müssen genau beobachtet werden, insbesondere ob eine Ausbreitung in neue Märkte stattfindet. Das Potenzial für ein starkes Unternehmen ist da.

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