Der FC Bayern München muss im richtungsweisenden Champions-League-Spiel am Mittwoch beim FC Arsenal auf einen seiner wichtigsten Offensivakteure verzichten. Michael Olise fehlt rotgesperrt, was Trainer Vincent Kompany zu personellen Umbaumaßnahmen zwingt. Als logischer Ersatz bietet sich Serge Gnabry an, doch hinter der Fitness des 31-Jährigen steht nach einer langen Verletzungspause noch ein Fragezeichen.

Der Ausfall des Franzosen wiegt schwer. Olise hatte sich in der Partie gegen Viking Stavanger zu einem Aussetzer hinreißen lassen und einem Gegenspieler den Ball ins Gesicht geworfen. Die daraus resultierende Sperre schmerzt die Münchner ausgerechnet im Topspiel in London enorm. Harry Kane betonte, man werde es natürlich merken, wenn einer der größten Spieler fehle. Auch Sportvorstand Max Eberl machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, richtete den Blick aber umgehend nach vorn. „Michael ist ein Spieler, der gerade in so einem Spiel sehr wichtig wäre. Aber er ist nicht da, deswegen brauchen wir nicht zu lamentieren. Da müssen andere in die Bresche springen“, erklärte Eberl.

Besonderes Duell für Rückkehrer Gnabry

Die vielversprechendste Option für die vakante Position hinter Top-Torjäger Harry Kane ist Serge Gnabry. Für den Offensivmann wäre ein Einsatz im Emirates Stadium eine Reise in die eigene Vergangenheit. Zwischen 2011 und 2015 reifte er im Nachwuchs und später im Profikader der Gunners heran, bevor er den englischen Erstligisten verließ. Durch seine internationale Erfahrung auf Topniveau passt der 31-Jährige ideal in die Überlegungen von Kompany, zumal er offensiv überaus flexibel einsetzbar ist.

Das größte Hindernis auf dem Weg in die Startelf bleibt allerdings der fehlende Rhythmus. Nach seiner langen Verletzungspause reichte es für Gnabry zuletzt gegen RB Leipzig nur für rund 30 Minuten Einsatzzeit. Der Profi selbst hielt sich bezüglich eines längeren Einsatzes noch bedeckt und verwies darauf, dass der Kader derzeit ohnehin ausgedünnt sei. „Wie es aussieht, wer morgen spielen wird, weiß ich aber wirklich noch nicht“, sagte Gnabry im Vorfeld der Partie.

Matthäus warnt vor fehlender Spielpraxis

Die Zweifel an Gnabrys Kraftreserven für 90 intensive Minuten auf Königsklassen-Niveau teilt auch Lothar Matthäus. Die ehemalige Vereinslegende wies explizit auf die Herausforderung hin, die Olise-Rolle ohne ausreichend Wettkampfhärte auszufüllen. „Als Vertreter kommen Lennart Karl und Serge Gnabry infrage, aber beiden fehlt die Spielpraxis“, analysierte Matthäus die personelle Situation des deutschen Rekordmeisters.

Sollte es für Gnabry tatsächlich noch nicht reichen, könnte Lennart Karl stärker in den Fokus rücken. Der Youngster hat bereits bewiesen, dass er in der englischen Hauptstadt bestehen kann. Vor einem Jahr erzielte er bei einer Niederlage der Münchner gegen Arsenal das einzige Tor für den FC Bayern. Ob Kompany am Mittwochabend nun auf Gnabrys Routine oder Karls jugendliche Unbekümmertheit setzt, wird sich voraussichtlich erst kurz vor dem Anpfiff entscheiden.

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