Die deutsche Nationalmannschaft hat beim 2:0 gegen Serbien den ersten Sieg unter der Leitung von Jürgen Klopp eingefahren. Weil die DFB-Auswahl am Donnerstagabend ohne Kapitän Joshua Kimmich auf dem Rasen überzeugte, ist sofort eine Debatte um den Stammplatz des 31-Jährigen entbrannt. Der neue Bundestrainer und Ex-DFB-Boss Oliver Bierhoff weisen die Diskussionen jedoch energisch zurück.

Junge DFB-Achse glänzt gegen Serbien

Für seinen ersten Erfolg als Nationaltrainer setzte Klopp auf eine frische Mittelfeld-Achse. Florian Wirtz, Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic kontrollierten das Zentrum beim 2:0-Erfolg hervorragend. Der Verzicht auf Kimmich, der in seinen ersten beiden Länderspielen unter Klopp ebenso wie der Rest des Teams nicht die stärkste Leistung gezeigt hatte, entpuppte sich als funktionierender taktischer Kniff. Gleichzeitig lieferte der Sieg den Nährboden für Spekulationen um die künftige Hierarchie im Team, seitdem Jürgen Klopp als Bundestrainer startete.

Klopp reagiert genervt auf Kimmich-Debatte

Im Vorfeld der zweiten Partie der Länderspielpause gegen Griechenland am Sonntag wurde Klopp mit der Frage konfrontiert, ob der Star des FC Bayern weiterhin eine Schlüsselrolle einnehmen werde. Der 59-Jährige reagierte auf die Personaldebatte spürbar gereizt. „Ihr merkt ja schon, dass es extrem schwierig ist, irgendetwas dazu zu sagen“, erklärte der Bundestrainer gegenüber Reportern. Er warf den Medienvertretern vor, die Situation gezielt aufzubauschen: „Nicht, weil ich eine Geschichte klein- oder großmachen will. Sondern, weil ihr eine Geschichte machen wollt.“ Auch Ex-Nationalspieler Mario Basler heizte laut einem Bericht von „Sport.de“ die mediale Diskussion um den Kapitän zuletzt weiter an.

Oliver Bierhoff schließt Krise aus

Für den ehemaligen DFB-Direktor Oliver Bierhoff gibt es intern derweil keinerlei Zweifel am Status des Münchners. In der „Bild“-Sendung „Die Lage der Liga“ bezeichnete er die Diskussionen als eine von außen herbeigeredete Krise. „Jürgen Klopps Reaktion sagt doch alles“, betonte der Europameister von 1996. Der Bundestrainer habe deutlich gemacht, dass Kimmich für ihn ein absoluter Schlüsselspieler bleibe. „Intern gibt es da keine zwei Meinungen“, legte sich Bierhoff fest.

Dennoch wertete er den spielerisch befreiten Auftritt der jüngeren Generation gegen Serbien als absolut positiv. Eine generelle Stammplatz-Frage für Kimmich abzuleiten, halte er jedoch für voreilig. Vielmehr stehe der DFB laut Bierhoff nun vor der reizvollen Aufgabe, den offensichtlich vorhandenen und gesunden Konkurrenzkampf produktiv für die Weiterentwicklung der Mannschaft zu nutzen.

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