Titelverteidiger Portugal hat sich durch einen 2:1-Erfolg gegen Norwegen vorzeitig für das Viertelfinale der Nations League qualifiziert. Auch ohne Superstar Cristiano Ronaldo feierte die Mannschaft von Trainer Jorge Jesus den vierten Sieg im laufenden Wettbewerb. Nach dem Abpfiff reichte der Coach seinem abgewanderten Kapitän öffentlich die Hand für ein mögliches Comeback in der Selecao.

Traumtore in Halbzeit eins und Haalands Verletzung

Die Begegnung nahm kurz vor der Pause merklich an Fahrt auf. Norwegens Innenverteidiger Kristoffer Ajer brachte die Gäste in der 36. Minute mit einem sehenswerten Halbvolley in Führung. Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten, denn Joao Cancelo glich nur zwei Minuten später mit einem platzierten Abschluss von der Strafraumkante aus. Im zweiten Durchgang sorgte Ronaldos Vertreter Goncalo Ramos in der 79. Minute für den 2:1-Endstand. Die Schlussphase mussten die Portugiesen nach einer Gelb-Roten Karte für Francisco Conceicao (86.) in Unterzahl überstehen.

Für Norwegen bedeutete das Resultat die dritte unglückliche 1:2-Niederlage in Serie. Bitter verlief der Abend auch für Erling Haaland. Der Starstürmer blieb im zweiten Länderspiel in Folge torlos und musste Mitte der zweiten Halbzeit mit Oberschenkelproblemen humpelnd ausgewechselt werden.

Jesus überlässt Ronaldo die Entscheidung

Nach dem sportlichen Erfolg dominierte die Personalie Cristiano Ronaldo die Gespräche. Der 41-jährige Offensivspieler hatte am vergangenen Mittwoch das Trainingslager in Dänemark überstürzt im Privatjet in Richtung Madrid verlassen. Auslöser war die Ankündigung von Jorge Jesus, den Rekordtorschützen auf die Bank zu setzen. Daraufhin stand sogar ein endgültiges Karriereende des Angreifers in der Nationalmannschaft im Raum.

Trotz des Eklats zeigte sich der Trainer nun versöhnlich. „Wenn er will, kehrt er in die Nationalmannschaft zurück, die Entscheidung liegt bei Cris“, betonte Jesus. Die sportliche Tür sei weiterhin offen. „Für mich ist Cris bei der nächsten Nominierung – sofern er bei Al-Nassr spielt – ein Spieler, der nominiert werden kann.“ Seit dem Zerwürfnis hat Portugal drei Partien über die volle Distanz ohne seinen langjährigen Kapitän absolviert und dabei alle drei Begegnungen gewonnen.

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