Die russische Eishockey-Nationalmannschaft darf an der Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) kippte den bisherigen Ausschluss durch den Weltverband IIHF und sorgte beim Gastgeber umgehend für massive Entrüstung.

Russische Berufung erfolgreich

Der russische Eishockeyverband (RIHF) hatte gegen den laufenden Bann geklagt und nun recht bekommen. Laut Urteil des CAS reichten die vom Weltverband IIHF angeführten Sicherheitsbedenken nicht aus, um die Sperre weiterhin aufrechtzuerhalten. Zuvor waren russische und belarussische Auswahlen aufgrund des 2022 begonnenen Angriffskrieges gegen die Ukraine von internationalen Titelkämpfen ausgeschlossen worden.

Mit der neuen Entscheidung müssen russische Nationalmannschaften in der Saison 2026/27 wieder zu internationalen Wettbewerben zugelassen werden. Dies betrifft direkt die Männer-Weltmeisterschaft, die vom 13. bis 30. Mai 2027 in Deutschland stattfindet.

DEB warnt vor gravierenden Folgen

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) positionierte sich scharf gegen das Urteil aus Lausanne. Vorstandsvorsitzender Frank H. Lutz stellte klar: „Unsere Position ist unverändert: Wir lehnen die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab.“ Diese Haltung habe der Verband bereits gegenüber dem IIHF Council und bei der CAS-Anhörung unmissverständlich deutlich gemacht.

Für den Gastgeber verändert der Gerichtsentscheid die Ausgangslage drastisch. Eine Zulassung Russlands bringe erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen mit sich, betonte Lutz. Der DEB wertet das Urteil nun gemeinsam mit der IIHF aus, um in naher Zukunft über die nächsten Schritte zu informieren.

Offene Fragen um Spielplan und Ukraine

Besondere Brisanz erhält die Entscheidung mit Blick auf das bereits geplante Teilnehmerfeld. Die Mannschaften für die Endrunde in Deutschland stehen längst fest. Darunter befindet sich auch die Ukraine, die als Aufsteiger neu in die Top-Division gerückt ist.

Ob nun ein bereits qualifizierter Teilnehmer seinen Platz für die russische Auswahl räumen muss, bleibt ebenso ungeklärt wie der künftige Umgang mit jenen Sicherheitsbedenken, die ursprünglich zur Sperre geführt hatten. Der Eishockey-Weltverband und der DEB stehen in den kommenden Monaten vor einer hochkomplexen politischen wie sportlichen Herausforderung.

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