CAS erlaubt Russland WM-Start in Deutschland – DEB übt heftige Kritik
Der CAS hebt die Sperre gegen Russland auf und erlaubt dem Team die Teilnahme an der Eishockey-WM 2027 in Deutschland.
Nach der umstrittenen Wiederzulassung Russlands durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) formiert sich massiver Widerstand gegen die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland. Finnland und Norwegen drohen offiziell mit einem Boykott des Turniers vom 13. bis 30. Mai. Gleichzeitig zieht sich mit dem schwedischen Hersteller AJ bereits der erste langjährige Großsponsor zurück.
Der finnische Eishockeyverband will eine Rückkehr der russischen Auswahl mit allen Mitteln verhindern. Verbandspräsident Heikki Hietanen betonte in einer Mitteilung am Montagabend, man versuche derzeit, so viele Länder wie möglich hinter sich zu versammeln. Solange der Angriffskrieg gegen die Ukraine andauere, werde das Team nicht gegen Russland antreten.
Norwegen schloss sich diesem Vorstoß am Dienstag über die Plattform X offiziell an. Der Verband begründete die Entscheidung mit der Sicherheit und dem Wohlbefinden der Spieler, Betreuer und deren Familien. Alois Hadamczik, Präsident des tschechischen Verbandes, forderte weitere Nationen wie Schweden, Dänemark oder Lettland auf, sich der Bewegung anzuschließen und ein Zeichen zu setzen.
Die Reaktionen aus der Wirtschaft trafen den Weltverband IIHF umgehend. Der schwedische Büromöbelhersteller AJ kündigte als langjähriger Sponsor, der seit 1989 auf den Schiedsrichtertrikots präsent war, die Zusammenarbeit auf. CEO David Bry bezeichnete den Rückzug als direkten Protest gegen Russland und erklärte: „Im Geschäftsleben gibt es viele schwierige Entscheidungen, aber das war keine.“ Ein tschechischer Wettanbieter weigert sich ebenfalls, künftig Werbemaßnahmen bei russischen Partien durchzuführen.
Der Druck auf den IIHF und dessen deutschen Präsidenten Franz Reindl erreicht damit einen kritischen Punkt. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) wartet aktuell auf die Ergebnisse der Verbandsberatungen. DEB-Präsident Frank Lutz brachte bereits am Wochenende eine mögliche Rückgabe der deutschen Austragungsorte Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim ins Spiel. Die Zeit für eine Lösung drängt, da auch die Stadt Turku einer Ausrichtung der U20-Junioren-WM 2027 mit russischer Beteiligung bereits eine Absage erteilt hat.
Der CAS hebt die Sperre gegen Russland auf und erlaubt dem Team die Teilnahme an der Eishockey-WM 2027 in Deutschland.
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