Der 1. FC Union Berlin hat sich mit einer desaströsen Vorstellung aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Bei Dauerregen kassierten die Köpenicker am Dienstagabend eine 0:5-Klatsche gegen den Ligakonkurrenten 1. FC Köln. Nach einer passablen Anfangsphase fiel das Team von Trainer Mauro Lustrinelli völlig auseinander und offenbarte eklatante Schwächen in allen Mannschaftsteilen.

Vielversprechender Beginn, abrupter Einbruch

Die erste halbe Stunde ließ das anstehende Debakel im Rheinland noch nicht erahnen. Union Berlin präsentierte sich anfangs griffig, presste früh und setzte die Gastgeber unter Druck. Doch der 1. FC Köln, der unter dem in der Kritik stehenden Trainer René Wagner zuvor oftmals offensiv enttäuscht hatte, nutzte die weiten Räume der aufgerückten Berliner für gefährliche Konter.

Ein Ballverlust der Gäste kippte schließlich das komplette Spiel: Nach einem Vorstoß über Linton Maina traf Said El Mala in der 32. Minute zur 1:0-Führung für die Hausherren. Angesichts des bis dahin absolut ausgeglichenen Spielverlaufs kam der Rückstand für die Eisernen überraschend.

Köhn als Symbol für den defensiven Systemabsturz

Zur Halbzeit versuchte Lustrinelli, mit der Einwechslung von Derrick Köhn für Tom Rothe frische Impulse zu setzen. Der 27-jährige Linksverteidiger brachte zwar unvorhersehbare Laufwege und scharfe Seitenverlagerungen ein, entpuppte sich defensiv jedoch als immense Schwachstelle. Die Kölner sezierten die linke Berliner Abwehrseite im Minutentakt.

Köhn leistete sich gravierende Stellungsfehler und hatte entscheidenden Anteil an mehreren Gegentreffern nach der Pause. Said El Mala legte seinen zweiten Treffer nach, während auch Linton Maina, Isak Jóhannesson und Sebastian Sebulonsen die Berliner Abwehr problemlos überspielten und das Ergebnis auf 5:0 in die Höhe schraubten.

Offensive Harmlosigkeit wirft grundlegende Fragen auf

Bereits vor der Partie hatte Lustrinelli gefordert, dass seine Mannschaft im Angriff Spieler brauche, die den Unterschied ausmachen. Die 90 Minuten in Köln bewiesen schonungslos, dass dieser Typus im aktuellen Kader schlichtweg fehlt. Bei eigenem Ballbesitz wirkten die Köpenicker überfordert; fast nichts gelang leichtfüßig oder wirkte einstudiert.

Während die Mannschaft am vergangenen Wochenende noch ein hart umkämpftes Remis beim FC Augsburg erzwang, glich der Auftritt im Pokal einer spielerischen Kapitulation. Das blamable Aus offenbart tieferliegende strukturelle Probleme, die der Trainerstab nun schnellstens beheben muss, um nicht auch in der Liga in eine Abwärtsspirale zu geraten.

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