1. FC Nürnberg schlägt Viktoria Köln im Pokal – Reichert wird zum Held
Dank Torhüter Jan Reichert zieht der 1. FC Nürnberg nach Elfmeterschießen glücklich in die zweite DFB-Pokalrunde ein.
Am Samstagmittag der 2. Bundesliga hat Arminia Bielefeld dem Aufstiegsaspiranten SC Paderborn im heimischen Stadion ein 2:2-Unentschieden abgetrotzt und damit den Sprung der Gäste an die Tabellenspitze verhindert. Zeitgleich verschärfte der 1. FC Nürnberg mit einem 3:2-Auswärtssieg die sportliche Misere beim Tabellenvorletzten Holstein Kiel, während Eintracht Braunschweig im Abstiegskampf einen wichtigen Dreier gegen Fortuna Düsseldorf einfuhr.
In einer nervenaufreibenden Begegnung vor 26.750 Zuschauern in der ausverkauften Schüco-Arena verpasste der SC Paderborn den vorübergehenden Platz an der Sonne. Die abstiegsbedrohte Arminia beendete mit dem Remis zwar eine Serie von drei Niederlagen in Folge, der ganz große Befreiungsschlag im Tabellenkeller blieb jedoch aus. Die Hausherren gingen zunächst durch Joel Grodowski (24. Minute) in Führung.
Die erste Halbzeit war stark von Unterbrechungen und Schiedsrichter-Entscheidungen geprägt. Referee Patrick Ittrich, der seine aktive Karriere im Sommer beenden wird, musste die Partie wegen Rauchs aus dem Fanblock mit achtminütiger Verspätung anpfeifen. Zudem erkannte er gleich zwei Treffer der favorisierten Gäste durch Filip Bilbija (9.) und Calvin Brackelmann (45.+3) aufgrund kniffliger Abseitsstellungen ab. Nach dem Seitenwechsel sorgten fliegende Tennisbälle aus dem Paderborner Block für eine erneute Verzögerung, bis Gäste-Trainer Ralf Kettemann schlichtend eingriff.
Sportlich drehte der Aufstiegskandidat nach dem Seitenwechsel zunächst auf: Stefano Marino wendete das Blatt mit einem Doppelpack binnen neun Minuten (53., 62.). Doch die Hausherren gaben sich nicht auf. In der 90. Minute behielt Mael Corboz die Nerven und verwandelte einen Foulelfmeter zum umjubelten 2:2-Endstand.
Der 1. FC Nürnberg hat die Abstiegssorgen von Holstein Kiel noch einmal massiv vergrößert. Die Franken, die bis dato als schwächstes Auswärtsteam der Liga galten, setzten sich beim Bundesliga-Absteiger mit 3:2 (2:2) durch. Die Norddeutschen warten damit unter ihrem neuen Cheftrainer Tim Walter weiterhin auf den ersten Sieg und müssen ernsthaft vor dem Durchmarsch in die 3. Liga zittern.
Dabei begann das Spiel vor 13.812 Zuschauern durchaus gefällig für die Hausherren. Doch die Nürnberger zeigten sich eiskalt: Julian Justvan deckte die defensiven Schwächen der Störche schonungslos auf und schnürte früh einen Doppelpack (14., 22.). Kiel bewies Moral und kam durch Adrián Kaprálik (29.) und Kasper Davidsen (45.+8) nach minutenlanger Videoüberprüfung noch vor dem Pausenpfiff zum verdienten Ausgleich.
In der zweiten Hälfte übernahm Holstein Kiel klar die Spielkontrolle, während der „Club“ primär darauf bedacht war, den Punkt abzusichern. Entgegen dem Spielverlauf schlugen die Gäste dann jedoch in der 72. Minute durch Mohamed Ali Zoma entscheidend zu und brachten so den wertvollen Auswärtsdreier über die Zeit, der Nürnberg weiter von der Gefahrenzone abrücken lässt.
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