Nach dem Ausfall von Cheftrainer Vincent Kompany übernimmt Co-Trainer Aaron Danks die Verantwortung beim FC Bayern München. Der 43-jährige Engländer wird den Rekordmeister im kommenden Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg an der Seitenlinie betreuen. Dabei setzt der Interimscoach auf bewährte Abläufe statt auf taktische Überraschungen.

Komplette Isolation: Kein Kontakt zum Cheftrainer

Während Kompany bei seiner letzten Sperre im vergangenen April – der denkwürdigen 4:5-Niederlage im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain – noch bis zur Stadionankunft in die Planung involviert war, ist die Lage nun anders. Danks und sein Team müssen den Matchplan komplett eigenständig entwerfen und auf direkte Anweisungen verzichten. Auf der Abschlusspressekonferenz am Samstag betonte der Brite: „Wir versuchen wirklich, die Fußball-Kommunikation mit ihm zu vermeiden, so gut es geht.“

Der aktuelle Plan für das Duell gegen die Breisgauer wird stattdessen gemeinschaftlich im restlichen Trainerstab erarbeitet. Für Danks ist dabei ausschlaggebend, sich in der ungewohnten Situation nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Der langjährige Trainerstab wisse genau, wie die gemeinsame Arbeit funktioniere.

Keine Experimente beim Rekordmeister

Um Stabilität in die Mannschaft zu bringen, verzichtet das Trainerteam bewusst auf neue taktische Ansätze. Danks sieht in der aktuellen Phase keinen Anlass für strukturelle Umbauten. Der 43-Jährige vertraut auf die etablierten Prozesse, die er seit seiner gemeinsamen Zeit mit Kompany beim RSC Anderlecht verinnerlicht hat. „Wir bleiben bei dem, was wir kennen und das beruhigt die Gruppe und auch mich“, erklärte der Co-Trainer.

Dabei profitiert der Engländer von einer langen Karriere, die er bereits im Alter von 15 Jahren als Nachwuchscoach begann. Nach Stationen bei Birmingham City und West Bromwich Albion formte er beim englischen Verband Top-Talente. Unter seiner Anleitung als Technik-Trainer debütierte einst auch Jamal Musiala für die U-Nationalmannschaft der Engländer. Das Beweisen auf hohem Niveau ist für ihn demnach kein Neuland.

Routinen gegen den Druck

Große Bühnen und aufgeladene K.-o.-Spiele kennt Danks aus seiner Arbeit mit den englischen Auswahlmannschaften. Aus diesen Erfahrungen zieht er eine klare Lehre für den Umgang mit dem Rampenlicht in München: Wer sich vom Moment mitreißen lässt und seine Gewohnheiten verlässt, spürt den immensen Druck am intensivsten.

Genau das will der Trainerstab am anstehenden Spieltag verhindern. Mit klaren Prozessen, dem Festhalten am gewohnten Matchplan und dem Verzicht auf Improvisation soll der Fokus auf dem Platz liegen. Der FC Bayern ist gezwungen, den Ausfall seines Cheftrainers sportlich geräuschlos zu kompensieren.

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