Borussia Mönchengladbach droht in der Fußball-Bundesliga ein beispielloser Negativrekord. Vor dem schweren Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Freitagabend (20:30 Uhr, „Sky“) muss die Mannschaft auf neun Profis verzichten.

Trainer Alexander Blessin, einst selbst beim VfB aktiv, reist stark ersatzgeschwächt zu seinem Ex-Klub. Ohne wichtige Leistungsträger und mit null Punkten auf dem Konto steht der Tabellenletzte enorm unter Druck, um eine historische Marke von sieben Startpleiten in Folge abzuwenden.

Verletzungsmisere kostet 50 Millionen Euro Kaderwert

Die personelle Situation der Borussia gleicht vor dem siebten Spieltag einem Lazarett. Neben Kapitän Tim Kleindienst, Mittelfeldspieler Franck Honorat und Abwehrspieler Ko Itakura fällt nun auch noch Angreifer Isac Lidberg aus. Das Quartett laboriert jeweils an Muskelverletzungen. Im ohnehin ausgedünnten Sturmzentrum bleibt Trainer Blessin somit faktisch nur noch Shuto Machino als fitte Option.

„Schönes weißes Papier, da stehen ein paar Namen drauf. Es hat sich nicht viel positiv verändert“, kommentierte Blessin die angespannte Personallage. Insgesamt fehlen den Gladbachern am Freitagabend gleich neun Spieler. Die verletzten Akteure kommen zusammen auf einen Marktwert von knapp über 50 Millionen Euro, was fast 40 Prozent des gesamten Kaderwerts der Fohlen ausmacht.

Historischer Fehlstart und Fan-Proteste

Sollte die Borussia auch gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Stuttgart leer ausgehen, wäre sie der erste Verein in 63 Jahren Bundesliga-Geschichte, der die ersten sieben Saisonspiele verliert. Bisherige Negativ-Starter wie Fortuna Düsseldorf (1991/92), der 1. FSV Mainz 05 (2020/21) und der VfL Bochum (2022/23) hatten zumindest in ihrem siebten Spiel den ersten Punkt geholt.

„Wir müssen durch das Tal der Qualen. Wir haben schon noch ein paar Schritte zu gehen“, erklärte Blessin. Der Coach hatte das Amt in der Länderspielpause angetreten, als die ersten vier Partien bereits verloren waren. Zuletzt hatte Borussia Mönchengladbach unter Blessin erneut verloren. Dennoch forderte der Trainer Gelassenheit im Alltag: „Dass jetzt hier nicht jeder auf den Tisch rumhüpft und Party macht, ist klar. Aber ich habe niemandem verboten, zu lachen und ein paar Witze zu machen. Es ist sehr konzentriert, sehr fokussiert.“

Abseits des Rasens wächst derweil die Unruhe spürbar. Die anhaltende Niederlagenserie rief in dieser Woche den Fan-Dachverband auf den Plan, der den Rücktritt von Präsident Rainer Bonhof forderte. Die Anhänger äußerten die klare Hoffnung, dass das amtierende Präsidium Platz für einen Neuanfang macht:

„Wir hoffen sehr, dass das Präsidium, mit seinen verdienten und auf persönlicher Ebene von uns geschätzten Persönlichkeiten, den Weg für eine solche Neu-Aufstellung freimacht.“

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