Fünf Spieltage vor Saisonende verspricht die Bundesliga Hochspannung pur. Während im Kampf um die Meisterschaft oft frühzeitig Entscheidungen fallen, zeigt ein tieferer Blick auf die potenziellen Endplatzierungen eine extrem ausgeglichene Liga. Satte 15 Vereine haben rechnerisch noch Chancen auf das internationale Geschäft, während elf Mannschaften im Tabellenkeller den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit fürchten müssen.

Verrückte Rechenspiele im Europapokal-Rennen

Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg haben auf den Rängen sieben und acht aktuell die besten Karten, auch in der kommenden Spielzeit auf europäischer Bühne aufzulaufen. Doch die blanke Mathematik lässt selbst Kellerkinder träumen: Werder Bremen könnte als aktueller Tabellenfünfzehnter in der Theorie noch an den Hessen vorbeiziehen. Dafür müssten die Grün-Weißen einen 14-Punkte-Rückstand aufholen – ein Szenario, das fünf eigene Siege bei fünf Frankfurter Pleiten voraussetzt. Selbst ein Unentschieden der SGE würde Bremen bei einer gigantischen Aufholjagd beim Torverhältnis noch reichen.

Die europäische Tür steht ohnehin weit offen: Sollte der kommende DFB-Pokalsieger bereits über die Liga qualifiziert sein oder die deutsche Eliteklasse den begehrten fünften Startplatz für die Königsklasse erhalten, würde bereits Rang sieben für die Conference League genügen. Das bedeutet: 15 der 18 Bundesligisten können den Sprung über die Grenzen Deutschlands hinaus noch schaffen.

Dramatik pur im Tabellenkeller

Die Realität an der Weser und in weiten Teilen der Republik sieht jedoch anders aus. Insgesamt elf Klubs können noch nicht sicher für eine weitere Spielzeit im Oberhaus planen. Zu dieser Gruppe zählt kurioserweise auch der SC Freiburg. Trotz starker 40 Punkte und einem komfortablen 15-Zähler-Polster auf den Relegationsplatz, der aktuell vom FC St. Pauli belegt wird, sind die Breisgauer rein rechnerisch noch einzuholen.

Während die Freiburger aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses tiefenentspannt bleiben dürfen, herrscht ab Platz neun abwärts höchste Alarmbereitschaft. Die Kiezkicker auf Rang 16 liegen beispielsweise nur acht Punkte hinter Mainz 05 – in fünf Partien ein durchaus aufholbarer Rückstand.

Königsklasse für den BVB zum Greifen nah

Ganz anders präsentiert sich die Situation im oberen Tabellendrittel, wo sich die Spreu vom Weizen getrennt hat. Borussia Dortmund hat die Top-6-Platzierung bereits sicher in der Tasche. Mehr noch: Mit einem Sieg im anstehenden Duell gegen die TSG Hoffenheim und einem gleichzeitigen Patzer von Bayer 04 Leverkusen könnten die Schwarz-Gelben das Ticket für die Champions League sogar schon vorzeitig lösen. Die Hoffenheimer wiederum können im Worst-Case-Szenario nicht tiefer als auf den achten Platz abrutschen. Es ist alles angerichtet für ein packendes Saisonfinale.

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